06. Juli 2021 / 09:50 Uhr

Von Skandalspiel bis Überraschungs-Coup: Die packendsten Duelle zwischen Italien und Spanien

Von Skandalspiel bis Überraschungs-Coup: Die packendsten Duelle zwischen Italien und Spanien

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Italien und Spanien lieferten sich in der Vergangenheit packende Duelle.
Italien und Spanien lieferten sich in der Vergangenheit packende Duelle. © IMAGO/ANP/Sven Simon/ITAR-TASS/LaPresse (Montage)
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Mit Italien und Spanien stehen sich im Halbfinale der Europameisterschaft zwei absolute Schwergewichte gegenüber. Ein Blick in die Vergangenheit verrät: Die Geschichte des Duells ist durchaus lebhaft. Die Skandal- und Schicksalsspiele zwischen der "Squadra Azzurra" und "La Furia Roja" im Überblick.

Viermaliger Weltmeister gegen dreimaliger EM-Champion, die zwei besten Offensiven des Turniers im Duell: Das EM-Halbfinale zwischen Italien und Spanien am Dienstag (21.00 Uhr/ARD und Magenta TV) verspricht Spektakel und einen großen Fußball-Abend. "Es wird ein offenes Spiel, in dem beide Mannschaften versuchen werden, ihren Stil auf den Platz zu bringen", kündigte Italiens Verteidiger Leonardo Bonucci bereits an. Dafür spricht auch, dass der Halbfinal-Kracher mit Blick auf die vergangenen Duelle zugleich ein absoluter Fußball Klassiker ist. Die historischen Höhepunkte im Überblick:

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WM-Viertelfinale 1934: Nach einem 1:1 in Florenz wurde das Duell einen Tag später wiederholt - ein Skandalspiel: Beim 1:0-Siegtreffer durch Giuseppe Meazza wurde der spanische Torhüter klar behindert. Den Gästen wurden zudem zwei Elfmeter und zwei eindeutige Tore verweigert. Für die Azzurri war es ein Riesenschritt auf dem Weg zum ersten Weltmeister-Titel.

EM-Vorrunde 1980: 0:0 im ersten Vorrundenspiel. Torwart Luis Arconada rettet den einzigen Turnierpunkt für Spanien, das frühzeitig ausscheidet. Gastgeber Italien verliert später das letzte Spiel um Platz drei der EM-Geschichte nach Elfmeterschießen gegen die Tschechoslowakei.

Für Spanien ist erneut gegen Italien Endstation

EM-Vorrunde 1988: Und wieder spielt Italien Schicksal für den großen Rivalen. Spanien scheitert im Frankfurter Waldstadion vor allem an Torhüter Walter Zenga - der heutige Teammanager Gianluca Vialli erzielt das Siegtor zum 1:0. Spanien muss wieder einmal vorzeitig nach Hause fahren. Italien unterliegt dann im Halbfinale der UdSSR mit 0:2.

WM-Viertelfinale 1994: Ein wüstes Spiel. Roberto Baggio trifft in der letzten Minute zum 2:1 für Italien. Mauro Tassotti bricht Luis Enrique in der Nachspielzeit mit einem Ellbogencheck das Nasenbein. Schiri Puhl aus Ungarn sieht es nicht, Tassotti wird später für acht Spiele gesperrt. Italien unterliegt im Endspiel Brasilien im Elfmeterschießen nach Roberto Baggios legendärem Fauxpas.

Die Geburtsstunde des spanischen Traumteams

EM-Viertelfinale 2008: Für Spanien war diese Partie die Wende einer bis dato eher unglücklichen Historie und vielleicht die Geburtsstunde des Traumteams um Iniesta, Xavi und Iker Casillas. Nach einem 0:0 siegt die Mannschaft von Trainer Luis Aragónes im Elfmeterschießen. Casillas hält zwei Elfmeter zum 4:2 und sagt später einmal über jene Begegnung: "Das ist meine beste Erinnerung mit der Nationalmannschaft. Sie steht noch über der Weltmeisterschaft von Südafrika. Luis hat damals 2008 die Wurzeln für die Zukunft des spanischen Fußballs gelegt." Und: Es war der erste Pflichtspielsieg der Furia Roja gegen Italien überhaupt.


EM-Finale 2012: Mit einem 4:0 fegt Spanien die Squadra Azzurra vom Platz. David Silva, Jordi Alba, Fernando Torres und Juan Mata schießen die Tore im Olympiastadion von Kiew. Für die Spanier war es nach dem Triumph bei der EM 2008 sowie dem Coup bei der WM 2010 der dritte Titel bei einem großen Turnier in Folge. Es war zugleich der letzte erfolgreiche Auftritt der "Seleccion" auf der ganz großen Bühne. Ohne die Vertreter der "Goldenen Generation" um Iniesta, Xavi und Co. konnten die Spanier nicht mehr an die Erfolge vergangener Tage anknüpfen.

EM-Achtelfinale 2016: Das neue Italien von Antonio Conte überrascht den Titelverteidiger - und wirft ihn aus dem Turnier. Beim 2:0 im Stade de France erzielen Graziano Pellè und der heutige Kapitän Giorgio Chiellini die Tore. Italien scheitert später in einem epischen Elfmeterschießen im Viertelfinale an Deutschland.