03. Dezember 2015 / 21:16 Uhr

Skandalspiel-Urteil: 500 Euro Strafe für den SSV Güster - Spielwertung erfolgt

Skandalspiel-Urteil: 500 Euro Strafe für den SSV Güster - Spielwertung erfolgt

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Heute wieder als Zeuge geladen: Felix Brügmann, der einräumte, Kanacke gesagt zu haben.
Heute wieder als Zeuge geladen: Felix Brügmann, der einräumte, "Kanacke" gesagt zu haben. © Felix König
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Nach dem Spielabbruch im September müssen jetzt in der Tabelle beide Mannschaften bluten.

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Der SSV Güster wurde vom Sportgericht des SHFV wegen der Vorkommnisse beim Verbandsliga-Spiel gegen den VfB Lübeck II wegen unsportlichen Verhaltens und nicht ausreichender Stellung eines Ordnungsdienstes zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Auch eine Spielwertung fand schon statt - beide Teams erhalten 0 Punkte, das Spiel wird mit 0:2 eingetragen - für beide Mannschaften. Güster hatte in der Schlussphase, als der Spielabbruch stattfand, eigentlich mit 2:1 geführt. Die Kosten des Verfahrens trägt Güster, das innerhalb einer Woche nach schriftlicher Zusendung des Urteils Einspruch einlegen kann.

"Rassistische, fremdenfeindliche und an Grausamkeit nicht zu überbietende Äußerungen gehören sich in dieser Zeit nicht, denn sie bedeuten nichts anderes, als einem Menschen den Tod zu wünschen", sagte der Gerichts-Vorsitzende Horst Fischer in der Urteilsbegründung.

Beim Spiel Ende September hatten sich die Lübecker Spieler Rezan Almosa und Homan Said Handgreiflichkeiten an Zuschauern geleistet, nachdem sie zuvor aus dieser Gruppe rassistisch beleidigt worden waren. Die VfB-Kicker wurden bereits vom SHFV-Sportgericht verurteilt - zu sechs (Said) beziehungsweise vier (Almosa) Spielen Sperre, die teilweise schon verbüßt sind. Der VfB hatte die Strafen nach der Verhandlung im Malenter Uwe Seeler Fußball Park akzeptiert.

Diesmal wurde explizit gegen den SSV Güster ermittelt: Als Vereinsvertreter war im Kieler Haus des Sports SSV-Vorsitzender Lothar Schiersch geladen. Der Chef räumte ein, die Beleidigung "Kanacke" von Felix Brügmann gehört zu haben. Danach wurde Güster-Trainer Uwe Brügmann, gleichzeitig Vater des Beschuldigten, als Zeuge in den Raum des Kieler Haus des Sports gerufen. Auch Brügmann betonte, das Wort von seinem Sohn gehört zu haben. Der wiederum war als nächster Zeuge geladen - und erklärte, er habe sowohl "Scheiß-Kanacke" als auch "Kanacke" gesagt.  Nach der sechsminütigen Befragung des 22-Jährigen wurde Güsters Kapitän Henning Hausschild aufgerufen - der die vorherigen Aussagen ebenso wiedergab. Genauso verhielt es sich anschließend mit Hauschilds Vater Joachim und Tobias Willers. Der sagte zudem aus, er habe gehört, wie ein Lübecker Spieler die Güsteraner Zuschauer als "Nazis" beschimpft habe.

Anschließend wurde Serkan Rinal aufgerufen, der Trainer des VfB Lübeck II. Der 38-Jährige beschuldigte Güsters Coach Brügmann, dass dieser nach den Äußerungen nicht eingegriffen habe - das habe ihn sehr enttäuscht. Anschließend wurde Almosa geladen, der zugab, Güsteraner Zuschauer als "Nazis" und "Rassisten" beleidigt zu haben, allerdings in einer anderen Situation, etwa fünf Minuten vor den Vorfällen in der Nachspielzeit, nach denen das Verbandsliga-Spiel abgebrochen worden war.

Zum Abschluss der Zeugenaussagen waren die Schiedsrichter geladen. Während einer der Assistenten studienbedingt abwesend war, erklärte Schiedsrichter Dennis Schröder, dass einer seiner Assistenten nur knapp einem Faustschlag entgangen sei. Als Grund für den späten Spielabbruch führte der Referee die rassistischen Äußerungen und die körperlichen Auseinandersetzungen an. Die Sicherheit von Spielern, dem Schiedsrichter-Gespann und auch der Zuschauer wäre nicht mehr gegeben gewesen. Anschließend zog sich das von Horst Fischer geleitete Sportgericht nach zweistündiger Zeugenvernehmung zur Beratung zurück.

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