08. Juni 2019 / 15:49 Uhr

Skatstadtmarathon: Ein Seriensieger bleibt sich treu

Skatstadtmarathon: Ein Seriensieger bleibt sich treu

Jörg Wolf
Leipziger Volkszeitung
Skatstadtmarathon Altenburg 2019 
Marathon Start
Foto: Mario Jahn
Beim 11. Skatstadtmarathon in Altenburg gingen 3717 Läufer an den Start. Den Sieg bei den Männern holte sich Seriensieger Vincent Hoyer. Bei den Frauen triumphierte Patricia Rolle. © Mario Jahn
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Vincent Hoyer gewinnt den 11. Skatstadtmarathon in Altenburg mit fast zehn Minuten Vorsprung auf den Zweiten. Bei den Frauen feierte Patricia Rolle den Sieg.

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Altenburg. Fast auf die Sekunde pünktlich um 11.45 Uhr bog am Samstag einsam und allein auf weiter Flur Vincent Hoyer auf die Zielgerade des 11. Altenburger Skatstadtmarathons ein und überquerte die Ziellinie. Fast zehn Minuten vor dem späteren Zweiten, Marco Möhler, hatte der 29-Jährige die 42,125 Kilometer in einer Zeit von 2:44,52 Stunden herunter gekurbelt und gewann wieder einmal die Königsdisziplin des beliebten Altenburger Laufevents.

DURCHKLICKEN: Das war der 11. Skatstadtmarathon

Mehrere Tausend Läuferinnen und Läufer gingen am 8. Juni beim 11. Skatstadtmarathon in Altenburg auf die Strecke. Sie konnten zwischen verschiedenen Distanzen wählen. Zur Galerie
Mehrere Tausend Läuferinnen und Läufer gingen am 8. Juni beim 11. Skatstadtmarathon in Altenburg auf die Strecke. Sie konnten zwischen verschiedenen Distanzen wählen. © Mario Jahn
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Dass er Ausnahmeathlet vom LV Oberholz der seit seinem Marathonsieg aus dem Jahr 2014 mit 2:27:08 Stunden auch den Streckenrekord hält, so eine Galavorstellung hinlegen würde, ahnten sicher einige schon. Pünktlich um 9 Uhr waren die 108 Marathonis als erste auf den anspruchsvollen Rundkurs gegangen, der durch und rund um die Skatstadt führt. Als Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann den ersten Startschuss des Tages gab, hatte die Armee aus rund 300 ehrenamtlichen Helfern zumeist schon die erste Schicht hinter sich. „Jeder weiß, was er zu tun hat, alles läuft wie am Schnürchen“, freute sich der Sprecher der Organisatoren, Helmut Nitschke schon beizeiten. Während die Marathonläufer schon auf der Strecke waren, folgten ihnen Schritt für Schritt die weiteren Starter auf den verschiedenen Distanzen, beginnend vom 400-Meter-Kinderlauf über die 3,6, die 5,4 und die 13,3 Kilometer sowie den Halbmarathon. In Summe 3717 Teilnehmer – 2030 Männer und Jungen und 1687 Mädchen und Frauen waren unterwegs.

Die siebenjährige Lysann hatte ihren 400-Meter-Lauf schon beizeiten hinter sich und war dann, wie so viele andere, sichtlich stolz mit ihrer Finisher-Medaille um den Hals auf dem Markt unterwegs. „Am Anfang war das schon leicht. Aber im zweiten Teil ging es dann schon ziemlich schwer. Auch weil die Strecke da anstieg“, gestand das Mädchen, die aber schon mehrfach bei dem Event dabei war. „Weils Spaß macht“, schob die kleine Eisschnellläuferin nach.

DURCHKLICKEN: Buntes Treiben rund um den 11. Skatstadtmarathon

Beim 11. Skatstadtmarathon in Altenburg war nicht nur auf der Strecke jede Menge los. Zur Galerie
Beim 11. Skatstadtmarathon in Altenburg war nicht nur auf der Strecke jede Menge los. © Mario Jahn / Jörg Reuter

Lauffreudiges Wetter beim 11. Skatstadtmarathon

Je länger die Distanzen wurden, desto höher auch die Belastungen für die Akteure. Am Streckenrand kurz vor dem Ziel hatte sich auch deshalb Dr. Marion Streu postiert. Die Allgemeinmedizinerin hatte vorsorglich Spucktüten parat und sah mit geübtem Blick sofort, jene Akteure, die sich eventuell ein wenig übernommen hatten. „Heute ist aber das Wetter lauffreudiger. In anderen Jahren, als große Hitze herrschte, war das noch schlimmer. Die Leute holen im Finish verständlicherweise noch mal alles aus sich heraus, überschätzen sich dabei und atmen vielleicht auch falsch. Dann wird ihnen schlecht.“

DURCHKLICKEN: Die Sieger des 11. Skatstadtmarathons

<b>Marathon (Männer):</b> 1. Vincent Hoyer, LFV Oberholz/SPOORTH Leipzig (2:44:52); 2. Marco Möhler/Haida (2:53:30); 3. Norman Präger, Running/Team Grafenberg (2:59:04) Zur Galerie
Marathon (Männer): 1. Vincent Hoyer, LFV Oberholz/SPOORTH Leipzig (2:44:52); 2. Marco Möhler/Haida (2:53:30); 3. Norman Präger, Running/Team Grafenberg (2:59:04) ©

Gut trainiert war hingegen Moderator Stefan Bräuer, der nicht müde wurde, die zahlreich auf dem Markt anwesenden Zuschauer immer wieder zu Applaus, rhythmischen und anfeuerndem Bandenklatschen oder gar La-Ola-Wellen zu animieren. Und dabei machte der immer herumwuselnde Bräuer Meter um Meter Strecke im Zielbereich. „Am Ende wird wohl ein Halbmarathon zusammen kommen“, meinte er, und checkte seinen aktuellen Kilometerstand penibel auf seiner mitzählenden Laufuhr: „Garantiert kommt das raus“.

Der neunjährige Karl Knoll beließ es zwar bei der 3,6-Kilometer-Distanz, war aber sichtlich stolz, über seine Leistung. „Ich war schon mal dabei und habe mich in diesem Jahr sogar verbessert“, erzählte der Kicker vom SV Zehma. „Dafür habe ich einmal trainiert.“

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Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann mit persönlicher Bestzeit

Verbessert hat sich auch Stadtoberhaupt André Neumann, der es traditionell nicht nur bei seiner Funktion als offizieller Starter der Läufe beließ, sondern auch den Halbmarathon als Aktiver anging. „Das habe ich schon etliche Male gemacht. Ganz zu Beginn war ich ja noch als Helfer dabei, aber dann habe ich eben die Seiten gewechselt.“ Nach seinem Zieleinlauf war Neumann überwältigt. „Angesichts der Superstimmung, die entlang der gesamten Strecke herrschte, war es ein Erlebnis und alles hat zusammengespielt.“ Und als Neumann dann sogar noch sein persönliche Laufresultat von einer Stunde und 50 Minuten erfuhr, war er völlig baff. „Das hat alles nur richtig rund gemacht. Bestzeit.“

11. Skatstadtmarathon in Altenburg

Überhaupt keine persönlichen Bestzeiten im Hinterkopf hatte hingegen Karl-Heinz Wolf. Der 81-Jährige, der beim 13,3-Kilometer-Walking antrat, erfüllte sich damit einen persönlichen Wunsch. „Ich wollte nur einmal in meiner Heimatstadt Altenburg laufen und das genießen. Und es ist ein Test, ob das neue Knie und die Bandscheibe hält“, meinte der seit drei Jahren in Berlin lebende Wolf, der hierzulande als Sportskanone bekannt ist, wie ein bunter Hund. Immerhin holte der rüstige im Langstreckenschwimmen mehrer Siege im Deutschland-Cup und war Sportler des Jahres 1999, 200 und 2001 sowie populärster Sportler des Altenburger Landes 1991 bis 2010. Und Wolf schaffte wie so viele anderen den Test und nahm sichtlich geschafft nach seinem Zieleinlauf die Medaille mit dem Herzkönig in Empfang. Sieger waren an diesem Samstag alle, die den Zielstrich auf dem Altenburger Markt überquerten. Wie übrigens auch das Team vom Klinikum Altenburger Land, die ihre mit den Organisatoren eingegangene Wette gewannen, mit einer in Läufer und Walker geteilten Zehnerstaffel eine bessere Zeit zu erzielen, als die schnellste Halbmarathon-Walkerin der gesamten Geschichte des Skatstadtmarathons.

Drei Fragen an Vincent Hoyer

Fast zehn Minuten Vorsprung vor dem Zweiten und Sie sehen aus, als hätten Sie keinen Marathon in den Beinen. Wie machen Sie das?

Hier zu laufen macht einfach Spaß. Ich konnte völlig frei mein eigenes Tempo wählen. In der ersten Runde ging das auch noch sehr gut. Aber die zweite wurde dann schon schwieriger.

Also kostet diese Strecke schon einige Körner?

Selbstverständlich. Sie ist mit ihren Bergen und den ständig wechselnden Belägen sogar sehr anspruchsvoll. Hinz kommt dann auch noch der Wind. In der zweiten Runde wird es an den Anstiegen schon zu einer echten Herausforderung. Aber ich laufe hier sehr gern. Kommendes Jahr bin ich wieder mit dabei.

Sie sehen jetzt nicht so aus, als sie Regenerationszeit bräuchten. Brauchen Sie die?

Natürlich. Heute habe ich aber noch eine Geburtstagsfeier im Familienkreis vor mir. Da gibt es auch leckeren Kuchen. So kann man regenerieren.

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