26. Januar 2020 / 16:14 Uhr

Ski-Star Kristoffersen kritisiert Kurssetzung in Kitzbühel und verrät: Darum vermisst er Marcel Hirscher

Ski-Star Kristoffersen kritisiert Kurssetzung in Kitzbühel und verrät: Darum vermisst er Marcel Hirscher

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Norweger Henrik Kristoffersen vermisst Hirscher im Weltcup - wegen der schwierigeren Kurssetzung.
Der Norweger Henrik Kristoffersen vermisst Hirscher im Weltcup - wegen der schwierigeren Kurssetzung. © Verwendung weltweit
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Der Norweger Henrik Kristoffersen gilt als einer der besten Skifahrer der aktuellen Generation. Doch in Kitzbühel beim Slalom wurde er nur Vierter. Im Gespräch erklärt er, warum ihm Ex-Konkurrent Marcel Hirscher fehlt - und warum ihm das Rennen am Hahnenkamm zu leicht war.

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Henrik Kristoffersen war mächtig angefressen, als er durch das Ziel in Kitzbühel fuhr. Statt als Schnellster unten anzukommen beim 80. Hahnenkammrennen - einen Tag nach dem Heimsieg des Österreichers Matthias Mayer in der Abfahrt - blinkte eine rote Zeit auf. Wieder einmal war klar: Es wird nichts mit einem Sieg. Davon hat er in dieser Saison zwar zwei eingefahren, aus seiner Sicht allerdings sicherlich zu wenig.

Der 25-jährige Kristoffersen gilt nämlich als einer der besten Skifahrer dieser Zeit. Nach dem Karriereende des Österreichers Marcel Hirscher im vergangenen Sommer, dem absoluten Dominator der vergangenen Jahre im Slalom und Riesenslalom, dachten viele, dass der Norweger endlich das Image des ewigen Zweiten abschütteln könne. Doch daran scheiterte Kristoffersen bisher in dieser Saison. Auch am Sonntag im Slalom beim Sieg des Schweizers Daniel Yule wurde Kristoffersen "nur" Vierter, verpasste wieder einmal in dieser Saison das Podest. Im Interview erklärt er, warum er nicht so zur Geltung kommt und warum er Hirscher trotz der großen Konkurrenz zu ihm vermisst.

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SPORTBUZZER: Henrik Kristoffersen, vierter Platz in Kitzbühel – das haben Sie sich sicherlich anders vorgestellt.

Henrik Kristoffersen: Nein, auf keinen Fall. Ich habe 60 Podestplätze und 20 Siege eingefahren, da kann ich mit einem vierten Platz nicht zufrieden sein, zumal ich diesen Rang im vorigen Jahr belegt habe. Jetzt heißt es für mich, sich auf den Nachtslalom in Schladming zu konzentrieren – das wird ein komplett anderes Rennen. Da habe ich wieder alle Möglichkeiten.

Man bekommt den Eindruck, Sie vermissen Marcel Hirscher als Gegner im Weltcup, weil er Sie auf das höchste Level pushte.

Nein sicher nicht! Was ich allerdings vermisse, ist die Kurssetzung, die selektiver war, als er noch dabei war. Es war eckiger, schwieriger. Heute waren es zwei einfache Läufe. Das war das leichteste Rennen, dass ich je in Kitzbühel bestritten habe – und ich war schon häufig hier. Das ist nicht normal für Kitzbühel.

Wenn die Läufe einfach sind – warum stehen Sie dann nicht vorn?

Wenn es zu einfach ist, geben viele Läufer 100 Prozent Risiko. Das hat zur Folge, dass mehr Athleten mit einer wirklich schnellen Zeit ins Ziel kommen – wenn sie durchkommen. Ich kann und will aber nicht so viel riskieren.

Weil Sie auf den Gesamtweltcup schielen?

Ich denke nicht an den Gesamtweltcup. Darüber können wir nach dem Slalom beim Weltcup-Finale in Cortina d´Ampezo sprechen. Ich denke aktuell nur von Rennen zu Rennen – und da habe ich am Dienstag in Schladming die nächste Chance.

Kristoffersen genervt: "Wieder mehr Spezialisten"

Warum können Sie aktuell nicht Ihre ganz starken Leistungen abrufen?

Das liegt nicht nur an mir. Ich fahre immer noch gut Ski. Wir haben wieder mehr Spezialisten in den einzelnen Disziplinen. Die drei, die auf dem Podest stehen, fahren nur Slalom. Ich starte aber auch in anderen Disziplinen. Nur Marco Schwarz, der Österreicher, startet auch mal im Riesenslalom, fährt dort aber nicht auf das Podest. Das ist ein riesiger Unterschied zu den vergangenen Jahren, als auch Marcel noch dabei war. Das macht es schwierig für mich.

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