15. April 2020 / 14:54 Uhr

Eilenburger Skisprung-Nachwuchstalent Kreibich will bald wieder fliegen

Eilenburger Skisprung-Nachwuchstalent Kreibich will bald wieder fliegen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Julina Kreibich
Julina Kreibich mit ihrem langjährigen Eilenburger Trainer Stephan Kupke. © privat
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Das Nachwuchstalent Julina Kreibich, ausgebildet bei Lok Eilenburg, gehört auf den Skisprungschanzen zu Deutschlands Top-Talenten.

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Eilenburg/Leipzig. Es mutet schon etwas exotisch und unwirklich an, ist aber Realität. Eine 13-jährige Leipzigerin gehört zu den Besten in ihrem Jahrgang (2007) in einer Sportart, die man wohl überhaupt nicht in der Messestadt erwartet – im Skispringen! Wie ist das möglich, hier im absoluten Flachland, weit und breit keine Skisprungschanze? Ganz so ist es dann doch nicht, denn nur rund 45 Minuten Autofahrt in nordöstlicher Richtung liegt Eilenburg, und da gibt es bekanntlich eine Sprungschanze und einen rührigen Verein.

Aber der Reihe nach. Julina Kreibich versuchte sich im Kindergarten und in der Grundschule im Wasserspringen und im Turnen. Über eine befreundetet Familie und eine Verkettung von Zufällen fuhr sie im Sommer 2015 einfach mal mit an die Schanze in Eilenburg. Vom ersten Tag an war sie Feuer und Flamme, aber der Zeitpunkt, um mit dem Skispringen zu beginnen, war mit Ende der 2. Klasse schon relativ spät. Klar war von Anfang an: Nur mit regelmäßigem Training zwei- bis dreimal pro Woche macht die ganze Sache Sinn.

Unterstützung durch sportbegeisterte Eltern

Dies war möglich durch die Unterstützung ihrer sportbegeisterten Eltern. Mit enormem Aufwand – anderthalb Stunden Autofahrt für eine Trainingseinheit in Eilenburg – unterstützten sie ihre Tochter von Anfang an. Bei den ersten Wettkämpfen reichte es nur zu hinteren Platzierungen. Aber der Ehrgeiz war geweckt, motiviert kniete sich Julina Kreibich ins Training und es gelang ihr weiterhin auch immer, sehr gute schulische Leistungen zu erzielen.

Von den Trainern in Eilenburg wurde ihr Talent schnell erkannt, behutsam wurde sie aufgebaut. Mit viel Fleiß, auch bei so mancher Extraeinheit mit ihrem Papa, der als Trainingswissenschaftler am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig arbeitet, konnte sie bald zu den anderen Mädchen in Sachsen aufschließen. „Meine Freundinnen in Eilenburg und in den anderen Vereinen haben mich immer motiviert“, sagt Julina.

Größter Erfolg bei FIS-Schüler-Grand-Prix

In der Saison 2018/2019 konnte sie erstmals die Gesamtwertung des Sachsenpokals gewinnen. In der Gesamtwertung des Deutschen Schülercups war sie die zweitbeste Springerin ihres Jahrgangs (insgesamt Platz elf, es werden drei Jahrgänge zusammengefasst). Ihren bisher größten Erfolg erreichte Julina Kreibich mit Rang drei bei ihrem ersten internationalen Wettkampf, dem FIS-Schüler-Grand-Prix in Ruhpolding im Sommer 2019.

Seit gut einem halben Jahr trainiert sie am Bundesstützpunkt in Klingenthal. Die Saison 2019/2020 verlief ebenfalls verheißungsvoll. In der Gesamtwertung des Deutschen Schülercups kam sie auf Platz sieben. Vielleicht nimmt ihre Karriere aber auch noch eine entscheidende Wendung. Die Nordische Kombination der Frauen steht zukünftig auf dem Programm von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, Julina hat schon mal die Fühler ausgestreckt, Platz fünf im Deutschen Schülercup steht hier für sie zu Buche. Wohin die Reise gehen wird, ist noch offen, erfolgreich soll sie auf jeden Fall werden.

Trainingsplan wird zu Hause umgesetzt

Ihre ehemaligen Trainer in Eilenburg, Bodo Dotzauer und Stephan Kupke, halten jedenfalls große Stücke auf sie. „Sie hat das nötige Talent, ist intelligent, fleißig und hat einen gesunden Ehrgeiz – eine Kombination, die man nicht so oft antrifft.“

Jetzt hofft Julina, bald wieder von der Schanze fliegen zu können. Auch hier verhindert die Corona-Krise alle Aktivitäten. Das Sportgymnasium und das Internat in Klingenthal sind geschlossen, aber der Trainingsplan ihres Trainers mit Kraft-, Beweglichkeits- und Ausdauereinheiten wird natürlich zu Hause umgesetzt.

RG