12. Dezember 2021 / 17:40 Uhr

So ehrte Wolfsburgs Coach Mike Stewart den Leader Sebastian Furchner

So ehrte Wolfsburgs Coach Mike Stewart den Leader Sebastian Furchner

Jürgen Braun und Sven Grosche
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Meilenstein: Sebastian Furchner (mit Manager Charly Fliegauf) knackte als zweiter Spieler die Marke von 1100 Partien in der DEL.
Meilenstein: Sebastian Furchner (mit Manager Charly Fliegauf) knackte als zweiter Spieler die Marke von 1100 Partien in der DEL. © City-Press GmbH/Grizzlys Wolfsburg
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Das schlechte Spiel samt Niederlage gegen Bremerhaven wird abgehakt werden, der besondere Rekord eines besonderen Spielers aber bleibt. Bei den Grizzlys Wolfsburg und im Eishockey-Oberhaus. Sebastian Furchner kam als zweiter Akteur überhaupt auf 1100 Partien, sein Coach ehrte ihn ganz speziell. Und las dem Team die Leviten.

So hatte sich der Jubilar sein 1100. DEL-Spiel (als Einziger mehr als 1100 hat nur der ewige Kölner Mirko Lüdemann) sicher nicht vorgestellt. Allerdings sagte Sebastian Furchner nach der 0:4-Klatsche der Grizzlys Wolfsburg gegen Bremerhaven: "Die zwei Sachen muss man auseinanderhalten. Das eine sind 1100 Spiele, das andere das Spiel heute." Zu den 1100 Spielen "gehen einem schon eine Menge Sachen durch den Kopf, aber das ist etwas, wo man dann drauf schaut, wenn man mal das eine oder andere Jahrbuch wälzt." Wann er mit der Rückschau anfängt, ist offen. Es spricht einiges dafür, dass der 39-Jährige noch eine weitere Saison bei den Grizzlys anhängt. Vor Weihnachten will er sich entscheiden.

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Eine Choreo der Fans gab es nicht, Thomas Lubahn von Fan-Rat erklärt: "Das wäre unter den aktuellen Umständen mit Corona schwierig geworden." Furchner: "Ich weiß ja, dass die Fans hinter mir stehen, das habe ich bei meinem 900. und 1000. Spiel gesehen. Ich möchte mich bedanken für die Unterstützung über 14 Jahre, das bedeutet mir unheimlich viel. Da gibt es nur Dankbarkeit."

Eishockey: Grizzlys Wolfsburg gegen Bremerhaven

Szene vom Eishockeyspiel der Grizzlys Wolfsburg gegen Bremerhaven Zur Galerie
Szene vom Eishockeyspiel der Grizzlys Wolfsburg gegen Bremerhaven © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH, Britta Schulze

Furchner war in die Starting Six aufgerückt. Das hatte seinen Grund. Coach Mike Stewart: "Ich möchte Respekt an meine Spieler zeigen, wenn sie so etwas Grandioses erreicht haben. Furchi ist seit Jahren ein Topspieler. Er hat das erreicht durch Ehrgeiz und harte Arbeit. Er ist der Leader im Team und das Gesicht des Eishockeys hier in Wolfsburg. Da kann ich nur ein Kompliment an Furchi geben. 1100 Partien in der DEL. Das ist nicht ohne. Respekt."

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"Im Moment denkt man ein bisschen dran", sagte Furchner nach dem Jubiläum. "Aber jetzt ist erst mal Enttäuschung nach dem Spiel." Was war schiefgelaufen? "Kleinigkeiten, in Unterzahl haben wir es wieder reingekriegt, in Überzahl haben wir keins geschossen und damit ist das ganze Spiel erklärt. Der Trainer hat es richtig gesagt: Die Jungs, die in Unterzahl spielen, ich genauso, müssen die Schüsse blocken, den Job machen, das haben wir nicht gemacht und dann haben wir halt die Tore gefressen."

Stewart analysierte: "Im ersten Drittel haben wir bei 5:3-Überzahl den Momentum-Boost verpasst. Es war holprig. Im zweiten Drittel waren wir am Drücker, haben einen Fehler gemacht, die haben das eiskalt ausgenutzt." Aus seiner Sicht war das der Moment, der über Sieg und Niederlage vorentschieden habe. "Dann noch zwei Schüsse von der blauen Linie, die wir nicht geblockt haben, da steht es 4:0. Dann ist es verdammt schwer zurückzukommen."

Der klare Wink in Richtung seines Teams: "Bremerhaven hat die schmutzige Arbeit sehr gut gemacht. Im Eishockey ist das das A und O manchmal. Tolle Kombinationen sind schön anzuschauen, aber in den Ecken zu arbeiten, vor dem Tor zu arbeiten, das ist das, womit man heutzutage in der DEL Spiele gewinnt!"