07. März 2020 / 17:09 Uhr

„So ist manchmal Fußball“: BSG Chemie trifft endlich, verliert aber gegen Altglienicke

„So ist manchmal Fußball“: BSG Chemie trifft endlich, verliert aber gegen Altglienicke

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung


BSG Chemie Leipzig vs VSG Altglienicke, Fußball, Regionalliga, 07.03.2020
Die Enttäuschung stand dem Team um Kapitän Stefan Karau (Mitte) nach dem Abpfiff deutlich ins Gesicht geschrieben. © Christian Modla
Anzeige

Die BSG Chemie kämpft mutig, zeigt ein starkes Spiel, belohnt sich aber nicht. Trotzdem macht die 2:4-Niederlage gegen den aktuellen Tabellenführer VSG Altglienicke Mut für die noch anstehenden Spiele. 

Anzeige
Anzeige

Leipzig.  „Alles abrufen“ wollte die Mannschaft von Trainer Miroslav Jagatic am 23. Spieltag der Regionalliga Nordost gegen den Tabellenzweiten VSG Altglienicke. Der Norddamm gab dazu sein Bestes und forderte zum Anpfiff in einer aufwändigen Choreografie, dass die drei Punkte in Leutzsch bleiben.

Doch die Partie begann für die Leutzscher denkbar ungünstig. Abgezockt und knallhart führte Kevin Kahlert in der zweiten Minute die Gäste zur 1:0-Führung. VSG-Trainer Carsten Heine attestierte seiner Mannschaft später, optimal in die Begegnung gekommen zu sein.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum 2:4 gegen Altglienicke

Die BSG Chemie Leipzig kann sich zwar erstmals in 2020 über eigene Punktspieltore freuen, geht in der Partie gegen die VSG Altglienicke aber dennoch als Verlierer vom Platz. Zur Galerie
Die BSG Chemie Leipzig kann sich zwar erstmals in 2020 über eigene Punktspieltore freuen, geht in der Partie gegen die VSG Altglienicke aber dennoch als Verlierer vom Platz. © Christian Modla

Chemie ließ sich dennoch nicht einschüchtern, sondern lief mutig an, kämpfte um die Bälle, suchte die Tiefe und scheiterte doch vor dem Tor. So hätte beispielsweise Marc Böttger nach einer Ecke in der 7. Minute den Ausgleich herstellen können, wie auch später Benjamin Boltze mit einem beherzten Freistoß. Vor allem ab der 30. Minute stand Chemie vor dem gegnerischen Gehäuse, nur das Tor wollte einfach nicht gelingen. An Bereitschaft lag es nicht, allein es fehlte der konsequente Abschluss, manchmal auch die Übersicht. So war es Tugay Uzan, der in der 45. Minute das 2:0 für die Gäste verwandelte.

Drei Elfmeter in Halbzeit zwei

Chemie-Coach Jagatic motivierte seine Elf in der Halbzeitpause – „Wir sind Chemiker – da geht’s weiter“. Seine Jungs spielten tatsächlich mutig weiter und belohnten sich mit einem Elfmeter in der 50. Minute. Daniel Heinze verwandelte sicher und genau zum 1:2-Anschluss. Der Alfred-Kunze-Sportpark stand Kopf und der Ausgleich lag in der Luft, weil die Leutzscher Laufbereitschaft nicht aufhörte, die BSG sich im Kombinationsspiel ausprobierte und im Gegensatz zu den vergangenen Auftritten ihr Spiel nicht auf Standards und lange Bälle konzentrierte. Doch sechs Minuten später erhöhten die Berliner auf 3:1 durch ein Tor von Uzan.

Als Torhüter Benjamin Bellot in der 68. Minute einen Altglieniker foulte, entschied der Unparteiische auf Elfmeter. Doch der Verursacher zeigte sich auf dem Posten und hielt die Begegnung so weiter offen. Die Fans trieben die Mannschaft nach vorn, denn sie merkten: Da lässt keiner den Kopf hängen. Da geht noch was. Nach einer gelb-roten Karte gegen den eben erst eingewechselten Rico Steinhauer, verwandelte Heinze den zweiten Elfmeter in der 82. Minute sicher.

„Richtig geiles Spiel mit einem unverdienten Sieger"

Zu mehr reichte es dann aber doch nicht. Letztlich stand ein 2:4 zu Buche. Ein ärgerlicher Konter durch Tony Schmidt in der 91. Minute setzte den Schlusspunkt. Die Fans feierten ihre BSG trotzdem, denn sie sahen eine wie ausgewechselt agierende Mannschaft, die„alles abgerufen“ hatte – nur die Effektvität fehlte. Oder wie es Jagatic zusammenfasste „So ist Fußball“.  Auch wenn Kapitän Stefan Karau nach dem Abpfiff sehr unzufrieden schaute. Es war eine Niederlage, an die man anknüpfen kann.

Sportdirektor Andy Müller-Papra sah ein „richtig geiles Spiel mit einem unverdienten Sieger", denn Chemie sei die bessere Mannschaft gewesen. "Wir müssen abgeklärter werden. Ich bin aber felsenfest davon überzeugt, dass wir die Klasse halten."

Das sagten die Trainer:

Carsten Heine: „Wir sind optimal in die Begegnung gekommen. Chemie hat das Zepter in die Hand genommen, aber zum Glück keinen Abschluss gefunden. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft nicht ins Spiel gefunden. Es war ein richtig heißes Spiel – ein schwerer Gang.“

Miroslav Jagatic: „So ist manchmal Fußball. Die Spitzenmannschaft hatte sieben Chancen und schiesst vier Tore. Meine Mannschaft hat mutig gespielt. Wir bauen auf der Leistung auf, arbeiten weiter daran – nur zusammen sind wir stark.“