21. Mai 2020 / 18:25 Uhr

"Mundschutz? Kein Problem": So lief der zweite Geisterrenntag auf der Bult

"Mundschutz? Kein Problem": So lief der zweite Geisterrenntag auf der Bult

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der beste Schlussspurt: Die Brümmerhoferin Chilly Filly und Jockey Maxim Pecheuer leiten mit ihrem Auftaktsieg eine starke Galoppveranstaltung aus hannoverscher Sicht ein. 
 
Der beste Schlussspurt: Die Brümmerhoferin Chilly Filly und Jockey Maxim Pecheuer leiten mit ihrem Auftaktsieg eine starke Galoppveranstaltung aus hannoverscher Sicht ein.   © Florian Petrow
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Der Galoppsport hat sich eingerichtet in der Zeit der Covid-19-Pandemie. „Mundschutz? Kein Problem“, sagt Jockey Martin Seidl, der aus Köln angereist ist. Für Seidl und die Kollegen zählt, dass seit zwei Wochen wieder Wettkämpfe stattfinden wie am Donnerstag auf der Neuen Bult.

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Strahlend blauer Himmel und Temperaturen nahe 25 Grad hätten den Rahmen für eine stimmungsvolle Feiertagsveranstaltung geboten. Das verbietet sich aktuell aber – und der Hannoversche Rennverein (HRV) achtete akribisch darauf, dass nur rund 150 Personen mit einem Berechtigungsnachweis die Rennbahn betraten. Und alle blieben auf Abstand. „Wir halten uns an die Auflagen der Behörden“, hatte HRV-Präsident Gregor Baum schon im Vorfeld betont.

Chilly Fillys fulminanter Endspurt

So gab es viel freie Sicht auf das Geläuf und die angrenzenden Grünflächen. Und die ersten Akzente setzten die heimischen Starter, die in den ersten sechs Rennen jeweils mindestens eine Top-Drei-Platzierung erreichten.

Den Auftakt nach Maß schufen Chilly Filly und Jockey Maxim Pecheur im Auftaktrennen über 1400 Meter (Preis der Trainingszentrale Neue Bult) mit einem fulminanten Endspurt zum Sieg, Amabilis und Bauyrzhan Murzabayev im Sattel setzten sich überlegen in der folgenden Prüfung über 1600 Mter (Kurt-Lepa-Memorial) durch. „Wir haben die Rennen vor zwei Wochen noch zur Vorbereitung gebraucht“, sagte Trainer Dominik Moser. „Jetzt passt die Form.“

Bilder vom Geisterrenntag am 21. Mai auf der Neuen Bult

Die Bilder vom Geisterrenntag am 21. Mai auf der Bult. Zur Galerie
Die Bilder vom Geisterrenntag am 21. Mai auf der Bult. ©

Mit dem Coach genoss die Erfolge der Brümmerhofer Galopper auch Besitzer Baum, vor allem Amabilis bereitete ihm Freude. „Sie ist unser bstes Pferd im Stall“, sagte der 53-Jährige. „Vor zwei Wochen ist sie nicht aus der Startmaschine herausgekommen, das hat heute besser geklappt.“

„Stenberg eine sehr gute Nachwuchstrainerin“

Und es folgten die nächsten Höhepunkte. Die Brümmerhofer Stute Americana und Jockey Rene Piechulek klassierte sich als Zweite im Listenrennen über 2000 Meter (Göddert-Sybrecht-Erinnerungsrennen), sie wird in München bei Sarah Stenberg vorbereitet – einer „sehr gute Nachwuchstrainerin“ (Baum).

Eine Klasse für sich waren in dieser Prüfung indessen Sunny Queen und Andrasch Starke, die auf der ZIelgerade mit riesigem Abstand vorneweg galoppierten. Vorbereitet wird die Stute von Henk Grewe in Köln. Auch im zweiten Listenrennen (Hein-Bollow-Memorial) über 2200 Meter ging das Siegergeld in die Rheinmetropole – an Satomi (Trainer Makrus Klug, im Sattel saß Michael Cadeddu.

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Ein Neue-Bult-Trainer durfte ebenfalls feiern. Die von Bohumil Nedorostek trainierten Galopper Alma Mater (Filip Minarik) im 5. Rennen und Oriana (Maxim Pecheur) im 9. Wettbewerb liefen jeweils als Erste ins Ziel. Der Tscheche hatte zuvor im dritten Rennen mit Vivienne Wless einen zweiten Rang verbuchen dürfen.

„Jetzt fehlen nur noch die Zuschauer"

„Darauf haben wir alle gewartet“, sagte er. „Jetzt fehlen nur noch die Zuschauer.“ Den starken Neue-Bult-Tag rundete Iliada als Zweite im sechsten Rennen ab – es war das beste Resultat gestern für Hans-Jürgen Gröschel.