25. Januar 2021 / 16:56 Uhr

So lief das Debüt von Grizzlys-Legende Höhenleitner für die Scorpions

So lief das Debüt von Grizzlys-Legende Höhenleitner für die Scorpions

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Christoph Höhenleitner (links) von Scorpions im 1. Einsatz.
Neuer Klub, neue Nummer: Christoph Höhenleitner, bei den Grizzlys Wolfsburg bekannt mit der 21, spielt seit Freitag für Oberligist Hannover Scorpions - mit der 95. © Debbie Jayne Kinsey
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Jetzt fehlt nur noch ein Tor... Christoph Höhenleitner, Stürmer-Legende von Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg (686 DEL-Spiele für Wolfsburg), hat sein kleines Abenteuer Eishockey-Oberliga mit den Hannover Scorpions begonnen und gleich einiges mitgenommen. Strafzeiten, Assist, Sieg und Niederlage.

Christoph Höhenleitner, 13 Jahre Profi der Grizzlys Wolfsburg, spielt für Oberligist Hannover Scorpions. Am Wochenende gab es Sieg und Niederlage in den ersten Spielen des Angreifers für seinen neuen Klub. Kurz vor Mitternacht war am Sonntag sein erstes Spiel-Wochenende nach dem Rücktritt vom Rücktritt vorbei. "Es hat Spaß gemacht", sagt Höhenleitner. Und Spaß war ihm das Wichtigste gewesen - "denn sonst macht das keinen Sinn".

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Im vergangenen Herbst hatte sich Höhenleitner entschlossen, seine gute DEL-Karriere zu beenden - um hauptamtlicher Nachwuchstrainer der Grizzlys zu werden. Er schaffte mit Wolfsburgs DEL-U17 in der Relegation, die vor die Saison gesetzt worden war, den Klassenerhalt. Die Spielzeit war bald darauf wegen Corona vorüber. Und der Familienvater merkte: "So ganz ohne Eishockey, ohne Wettkampf-Atmosphäre, da fehlt mir was." Die Anfrage der Scorpions, die die Tabelle der Oberliga mit großem Vorsprung anführen und in die 2. Liga wollen, kam ihm da Recht. Allerdings: Sobald die Kurzarbeit für ihn bei den Grizzlys mit der Rückkehr in den regulären Trainingsbetrieb endet, er wieder als Trainer gebraucht wird, kehrt er zurück. Aber solange spielt er erst mal wieder.

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Und wie ist der Komfort so, zwei Klassen unter der DEL? Wie reist es sich im Scorpions-Bus? "Der ist nicht ganz so komfortabel wie das Grizzlys-Gefährt", sagt Höhenleitner, aber: "Es ist ja auch nicht der Bus, den die Scorpions normalerweise nutzen. Den hat der Betreiber abgemeldet, weil der ansonsten für touristische Fahrten genutzt wurde. Und die gibt es ja jetzt nicht." Und, so ergänzt Höhenleitner: "Der jetzige Bus ist völlig okay, wir machen ja auch keine ewig langen Fahrten, etwa nach Schwenningen. Nach Herne oder wie jetzt am Dienstag nach Hamburg, das geht schon." Der Kabinen-Komfort ist auch ein anderer, doch da ist ein 803-facher DEL-Profi nicht zimperlich. "Hauptsache sie sind sauber. Ich kenne noch die Hallen früherer DEL-Jahre und durch die Spiele mit dem Nachwuchs kenne ich ja andere Bedingungen auch. Damit habe ich überhaupt kein Problem."

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5:7 nach 5:1 - "Das darf nicht passieren"

Bei 5:7 gegen Halle buchte er am Freitag einen Sorerpunkt per Vorlage, der Spielverlauf aber war kurios. 5:7 nach 5:1 - was war da los? Höhenleitner: "Die Schiris hatten da nicht den besten Tag, aber das darf natürlich trotzdem nicht passieren." In Herne, einem als Mitfavorit gestarteten Team, lief es dann besser für den Spitzenreiter, man gewann bei den auf Konter ausgerichteten Gastgebern. Fazit von Höhenleitner: "Ich bin noch ein wenig eingerostet, zwei Wochen brauche ich wohl noch, um richtig in Schuss zu sein." Vier der sechs Hannoveraner Strafminuten in Herne gingen auf sein Konto. Höhenleitner, der in der DEL nie durch viele Fouls auffiel: "Einmal war es vom Gegner clever gemacht, das andere Mal war nichts."

Die Nummer war ein Wunsch des Sohnes

Er spielt als Verteidiger, die Rolle, die er bei den Grizzlys schon oft ausgefüllt hatte, wenn hinten Not am Mann war. "Früher habe ich immer gesagt, das ist wie Urlaub, da muss man nicht so viel laufen wie als Stürmer", meint Höhenleitner. Er trägt übrigens nicht mehr seine gewohnte Nummer 21, sondern die 95, die Nummer von Fabio Pfohl bei den Grizzlys. Der ist nämlich der Lieblingsspieler von Höhenleitners Sohn. Der wiederum hat den Papi noch gar nicht spielen sehen können. Die Duelle der Oberliga Nord gibt es zwar auf einer Pay-TV-Plattform, "aber", so Höhenleitner, "da wird erst geschaut, wenn ich in Form bin".