08. Februar 2021 / 08:11 Uhr

So lief die bisherige Saison beim FC Grimma: Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann

So lief die bisherige Saison beim FC Grimma: Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann

Tom Rietzschel
Dresdner Neueste Nachrichten
Maximilian Sommer (Grimma) im Kopfballduell mit Robert Bismark (Rudolstadt).
Maximilian Sommer (Grimma) im Kopfballduell mit Robert Bismark (Rudolstadt). © Hanni
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Fußball-Oberligist FC Grimma startete verheißungsvoll in die aktuell unterbrochene Saison 2020/21. Der SPORTBUZZER hat die Leistung der Mannschaft von Trainer Alexander Kunert unter die Lupe genommen. 

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Grimma. So liest sich die Bilanz der bisherigen Saison des FC Grimma: Neun Spiele, 17 Punkte, weiterhin nach Spitzenreiter FC Eilenburg die zweitbeste Auswärtsmannschaft (zehn Zähler) – das Abschneiden des Fußball-Oberligisten lässt sich durchaus als extrem positiv bewerten.

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Nachdem die Mannschaft von Trainer Alexander Kunert als Neuling die vergangene Saison nach dem Corona-bedingten Abbruch als Tabellenzehnter abschloss, knüpften die Muldestädter nahtlos an die Leistungen der Vorsaison an. Aktuell auf Rang sechs positioniert, hat die Truppe die Erwartungen bisher mehr als erfüllt und sich für die Wiederaufnahme der Meisterschaft alle Optionen offengehalten.

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Dabei gelang es in der Sommerpause, den Kader im Allgemeinen zusammenzuhalten. Mit Stefan Maruhn (FSV Krostitz), Max Gregor Ziehm (Kickers Markkleeberg) und Niklas Koch (Laufbahn unterbrochen) hatte man nur drei Abgänge zu verzeichnen – mit Moritz Griesbach (SV Lichtenberg 47), Felix Mertes (FC Eilenburg) und Lukas Kunath (eigener Nachwuchs) konnte man die Lücken sehr gut schließen. „Alle drei Neuzugänge haben sich schnell in unsere Mannschaft integriert, was beweist, dass die Mannschaft intakt ist“, zeigt sich Trainer Alexander Kunert zufrieden.

Saisonauftakt mit Teilerfolg

Tatkräftig dazu beigetragen haben diesbezüglich die Testspiele in der Sommerpause, in denen der Coach einiges ausprobierte. Drei Siege (10:0 in Sermuth, 2:1 gegen Niesky, 6:1 gegen Hallescher FC A-Junioren) sowie drei Unentschieden (2:2 gegen Bischofswerda, 3:3 in Neustadt, 2:2 gegen Kamenz) war die Ausbeute aus diesen Vergleichen, auch wenn die Resultate dabei eine untergeordnete Rolle spielten. „Alle Spieler hatten in der Vorbereitung die Möglichkeit,sich für die Stamm-Elf zu empfehlen“, zeigt sich der Coach mit der Testspiel-Serie zufrieden. „Alle haben in der Vorbereitung sehr gut mitgezogen. Das was ich sehen wollte, habe ich gesehen.“

Auf den Punkt topfit starteten die Muldestädter die Saison mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Merseburg. Ziel war es, mit einem Sieg gut aus den Startlöchern zu kommen. Zumal man mit den Gästen aufgrund der letztjährigen 1:3-Auswärtsniederlage noch eine Rechnung zu begleichen hatte. Letztlich musste sich die Kunert-Elf allerdings nur mit einem Teilerfolg zufriedengeben. Nach 90 Minuten trennte man sich 2:2 (1:1)-Unentschieden, doch bewies die Truppe einmal mehr ihre große Moral. Durch Treffer von Christoph Jackisch (16.) und Robin Brand (82.) egalisierte die Elf von der Mulde zweimal einen zwischenzeitlichen Rückstand und profitierte davon, dass die Gäste in der zweiten Halbzeit ihre Führung nicht ausbauten.

Mentalität, Moral und Wille

Was folgte, war der erste Paukenschlag der neuen Oberliga-Saison. Beim personell völlig runderneuerten Regionalliga-Absteiger Rot-Weiß Erfurt siegten die Muldestädter mit 1:0 (0:0) – und das nicht einmal unverdient. Zwar legten die Thüringer mit ihrer blutjungen Truppe schwungvoll los, doch mit zunehmender Spielzeit erlangte die Kunert-Elf mehr und mehr Gleichwertigkeit. Defensiv agierte man fortan höchst stabil und ließ quasi nichts zu, offensiv versuchte man Akzente zu setzen. Dies gelang vor allem im zweiten Durchgang richtig gut, so dass der Siegtreffer nicht von ungefähr fiel. Nach einer schnellen Freistoßausführung an der Mittellinie von Kevin Wiegner behielt Maximilian Sommer allein vor dem Erfurter Gehäuse kühlen Kopf und sorgte mit seinem Treffer für den Grimmaer Auswärtssieg (59.). Erfurt rannte die restliche Spielzeit kopflos an, so dass die abgezockten Gäste den knappen Vorsprung souverän ins Ziel retteten.

Ähnlich wie in Erfurt agierte man eine Woche später bei Einheit Rudolstadt, als die Muldestädter ebenfalls mit 1:0 (1:0) siegreich blieben. In einer hartumkämpften Partie „waren wir in den Zweikämpfen zunächst nicht präsent genug“ (Kunert). Doch wie sich die Elf förmlich in diese Partie hineinbiss, beeindruckte sogar den Coach. „Es bestätigt sich immer wieder, dass in erster Linie Mentalität, Moral und Wille entscheidend dafür sind, um mit einem konkreten Plan fußballerisch zu überzeugen.“

Erste Saisonniederlage gegen Zorbau

Letztlich waren die Grimmaer dem zweiten Treffer näher als die heimstarken Platzherren – mit dem zweiten 1:0-Erfolg binnen sieben Tagen schob der FCG sich nach drei Partien erst einmal auf den Vizerang. Allerdings hatten die ersten drei Begegnungen im Team einige Spuren hinterlassen. Mit Christoph Jackisch, Moritz Griesbach, Michel Schwarz und Stefan Tröger fielen bereits vier Leistungsträger verletzungsbedingt langfristig aus – bei einem so engen Kader war dieser Aspekt nicht gerade förderlich.

So setzte es im Heimspiel gegen den SV Blau-Weiß Zorbau mit 2:3 (0:1) im Anschluss die erste Saisonniederlage. Die Begegnung gegen den Aufsteiger war vielleicht die einzige Partie in der bisherigen Saison, in der die Mannschaft nicht an ihr Leistungsmaximum herankam. Dabei enttäuschte sie vor allem im ersten Durchgang, der 0:1-Pausenrückstand ging daher absolut in Ordnung. Nach dem Wechsel schafften die Muldestädter zwar den Ausgleich durch Kevin Wiegner (50.), allerdings blieb die Kunert-Elf defensiv erstaunlich anfällig.

DURCHKLICKEN: Bilder zum Grimmaer 2:3 gegen Zorbau

Grimmas Kevin Wiegner gibt alles, hier wird er allerdings von Khemgin Solivani gestoppt. Zur Galerie
Grimmas Kevin Wiegner gibt alles, hier wird er allerdings von Khemgin Solivani gestoppt. © Karsten Hannover

Zwei Gegentore – jeweils per Foulstrafstoß (56., 71.) sorgten für einen zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand. Danach spielte der FC „alles oder nichts“, es ging ein Ruck durchs Team. Als Jasper Hoffmann (90.+1) in der Nachspielzeit auf 2:3 verkürzte, waren die Hoffnungen auf einen Zähler wieder vorhanden. Kurz vor Schluss blieb der Elf allerdings der eventuelle Ausgleich verwehrt, als Schiedsrichter Lorenz (Bad Langensalza) ein klares Strafraumfoul an Jan Hübner übersah (90.+3). Zuschrieben musste sich die Elf diese Niederlage allerdings selbst, da sie über lange Zeit nicht im Geringsten das vorhandene Potenzial abrief.

Team tankt Selbstvertrauen

Die Niederlage gegen Zorbau merkte man der Elf dann auch im folgenden Pokalspiel beim Sachsenligisten SC Freital noch leicht an. Nach einem hart erkämpften 4:2-Erfolg nach Verlängerung erreichte man letztlich verdient die 3. Hauptrunde im Sachsenpokal. „Zwar blieb in Freital in den gesamten 120 Minuten einiges Stückwerk, so Kunert, „doch letztlich zählte nur das Weiterkommen.“

In der Meisterschaft folgte dann das schwere Auswärtsspiel beim FC International Leipzig, wo man letztlich beim 1:1 (1:0)-Remis einen Zähler mitnahm. Dabei waren die Grimmaer in den ersten 45 Minuten sogar die bessere Mannschaft – das Führungstor von Robin Brand entsprach durchaus dem Spielverlauf (31.). „Nach dem Wechsel standen wir dann defensiv jedoch etwas zu tief“, erkannte Trainer Kunert. Inter Leipzig erhöhte nun den Druck, so dass der Ausgleich nicht unverdient war. „Letztlich kann ich mit dem Punkt sehr gut leben“, fasste der Grimmaer Coach die Partie zusammen. Dass dieser Punkt in Torgau der Mannschaft zusätzliches Selbstvertrauen einflößte, war dann im Heimspiel gegen Union Sandersdorf zu sehen – demnächst in Teil zwei zu lesen.