13. April 2022 / 22:59 Uhr

So nah dran: BG Göttingen gibt Sieg in Bamberg in den letzten Sekunden noch aus der Hand

So nah dran: BG Göttingen gibt Sieg in Bamberg in den letzten Sekunden noch aus der Hand

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Jeremiah Martin (r.) war Topscorer und tragische Figur zugleich, weil er am Ende das entscheidende Foul beging.
Jeremiah Martin (r.) war Topscorer und tragische Figur zugleich, weil er am Ende das entscheidende Foul beging. © EIBNER/Güner Santemiz
Anzeige

Es war das erwartet umkämpfte Spiel: Die BG Göttingen kassierte am späten Mittwochabend eine Last-Second-Niederlage in Bamberg und musste 2,2 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Freiwurf zum 87:88 (42:43) hinnehmen.

„Wir wollen da hinkommen, wo sie jetzt sind.“ Das hatte Dominic Lockhart, der zwischen 2017 und 2020 drei Jahre das Veilchen-Trikot getragen hatte, vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub gesagt. Und wie sehr die Bamberger das wollten, bewiesen sie in der Anfangsphase, als sie in den ersten zwei Minuten drei Ballverluste der BG erzwingen konnten und die sich daraus ergebenen Chancen auch konsequent in Punkte ummünzten. 10:0 stand es nach gut drei Minuten. Bis dahin hatte es lediglich Jeremiah Martin einmal geschafft, überhaupt auf den Korb zu werfen.

Anzeige

Ein Dreier von Jeff Roberson war es, der in der 4. Minute endlich die ersten BG-Zähler erzielte. Als Lockhart in der achten Minute mit seinem dritten Foul auf der Bank Platz nehmen musste, kamen die Göttinger besser ins Spiel, hatten Ballgewinne in der Defensive und drehten durch einen Floater von Harald Frey, einem Dreier von Nate Grimes, einem Korbleger von Stephen Brown und einem weiteren Dreier von Akeem Vargas kurz vor der Schlusssirene des ersten Viertels das Spiel zur 20:16-Führung. Ein beachtenswerter 15:0-Lauf.

Und der sollte im zweiten Viertel fortgesetzt werden. Nach 19 BG-Punkten in Folge nahm Brose-Trainer Oren Amiel schon in der 12. Minute eine Auszeit. Chris Dowe stoppte diesen Lauf (19:24/13.). Als Haris Hujic aus der Mitteldistanz traf und noch einen Freiwurf erhielt, musste sein Gegenüber Chris Sengfelder mit dem dritten Foul auch erst einmal auf der Bank Platz nehmen. Martin punktete zweimal in Folge für die BG, die den Vorsprung bei sechs Punkten hielt (31:25/15.). Weil die Veilchen in diesem Viertel schon früh die Foulgrenze erreicht hatten, standen die Gastgeber immer wieder an der Freiwurflinie. Nach keinem einzigen Freiwurf im ersten Viertel, waren es 15 in diesem Abschnitt. Darüber fand Bamberg wieder zurück ins Spiel. Hinzu kamen viele zweite Chancen der Franken, die immer wieder Offensivrebounds holten und diese erfolgreich verwerteten. 36:39 (19.) lagen die Göttinger deshalb dann auch zurück. Frey glich mit einem erfolgreichen Distanzwurf aus. Zur Halbzeit war es ein knapper 42:43-Rückstand.

Anzeige

Brose Bamberg - BG Göttingen, BBL 2021/22

Enttäuscht: BG-Kapitän Akeem Vargas Zur Galerie
Enttäuscht: BG-Kapitän Akeem Vargas ©

Die ersten Punkte im dritten Viertel machte Bamberg, Harper Kamp traf per Freiwurf. Aber von Spielfluss waren die Veilchen weit entfernt. Es schien ähnlich wie in der Anfangsphase zu laufen. Ballverluste, Schrittfehler – es war von allem etwas dabei. Aber die Veilchen ließen sich nicht wieder so überrumpeln und blieben dran. Die Partie verlief ausgeglichen (49:49/25.) und auch ein bisschen wild. Grimes traf zwar nicht aus unmittelbarer Korbnähe, dafür punkteten Frey und Roberson aus der Distanz (55:53/27.). Die Führung wechselte ständig. In der Schlussphase dieses Abschnitts war es dann Martin, der zunächst das Heft in die Hand nahm und lange Zweier traf oder bei diesen Würfen Fouls provozierte. Dann musste aber auch er mit dem dritten Foul erst einmal auf der Bank Platz nehmen.

Mehr vom Sport in der Region

Mit einem Vier-Punkte-Rückstand (61:65) ging es ins Schlussviertel, in das die BG mit einem erfolgreichen Dreier von Harald Frey startete., Brown legte nach (67:65), aber Bamberg drehte das Spiel wieder (73:67/33.) mit einem 8:0-Lauf und Roel Moors nahm eine Auszeit. Kamp konnte den Lauf der Franken stoppen (69:75/35.), vergab danach eine weitere Chance. Symptomatisch waren dann die vergebenen Möglichkeiten bei einem offenen Dreier von Brown und diversen Freiwürfen. Von der Freiwurflinie ließen allerdings beide Teams viele Chancen liegen.

Roberson eröffnete die Crunchtime mit einem Dreier zum 75:78 (38.). Aber Bamberg konterte sofort. Sechs Punkte Rückstand und 90 Sekunden Restspielzeit. Martin trifft für Zwei, Prewitt aber im Gegenzug für Drei. Und dann überschlugen sich die Ereignisse. Beim 82:84 wurde Martin unsportlich gefoult – 24 Sekunden vor Schluss. Der Amerikaner traf einen von zwei Freiwürfen, nutzte den anschließenden Ballbesitz dann zur 85:84-Führung. 17,5 Sekunden blieben Bamberg noch für den letzten Angriff, der Ball landete bei der BG, Roberson traf die Freiwürfe. Im Gegenzug fiel ein Dreier von Justin Robinson, der noch gefoult wurde. Der Bamberger verwandelte auch den Freiwurf zum 88:87-Sieg der Bamberger.

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.