02. Juli 2020 / 21:51 Uhr

So reagieren die Vereine auf die Staffeleinteilung in Mecklenburg-Vorpommern 

So reagieren die Vereine auf die Staffeleinteilung in Mecklenburg-Vorpommern 

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Symbolbild.
Wann die neue Saison in Mecklenburg-Vorpommern losgeht ist noch unklar. Man will aber so früh wie möglich nach dem Ende der Sommerferien starten. © Pixabay.
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Seit Mittwoch sind die Staffelkonstellationen von der Verbandsliga bis zur Landesklasse bekannt. Es gibt einige Vereine, die die Ligenzusammenstellung begrüßen. Andere Klubs nahmen das Ergebnis jedoch mit gemischten Gefühlen auf.

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Rostock. Mit dem 1. Juli hat in Mecklenburg-Vorpommern die Saison 2020/21 begonnen. Mit seiner Staffeleinteilung hat der Landesfußballverband (LFV) die neue Spielzeit offiziell eingeläutet. Die wesentlichsten Veränderungen zum Vorjahr sind, dass in drei statt zwei Landesliga- und in fünf statt vier Landesklasse-Staffeln gekickt wird. Die besonderen Umstände in der Corona-Pandemie haben dafür gesorgt, dass der LFV seine Ligenstruktur für die neue Saison anpassen musste. Für 2021/22 soll in der Landesliga und Landesklasse aber wieder zum vorherigen Modell mit jeweils 14 Teams in einer Staffel zurückgekehrt werden.

Die Staffeleinteilung des LFV hat bei den Vereinen im Land unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Der SPORTBUZZER ist bei einigen Trainern und Klubverantwortlichen auf Stimmenfang gegangen.

Das sind die Staffeln der Verbandsliga bis zur Landesklasse in MV zur Saison 2020/21. Zur Erklärung: A = Absteiger, N = Neuling.

<b>Verbandsliga (14):</b> FC Anker Wismar, 1. FC Neubrandenburg 04, FC Mecklenburg Schwerin, SV Pastow, Güstrower SC 09, Malchower SV 90, Penzliner SV, FSV Kühlungsborn, FSV Einheit Ueckermünde, SV Warnemünde Fußball, SG Aufbau Boizenburg, FC Förderkader René Schneider, FC Schönberg 95 (N), SV Waren 09 (N). Zur Galerie
Verbandsliga (14): FC Anker Wismar, 1. FC Neubrandenburg 04, FC Mecklenburg Schwerin, SV Pastow, Güstrower SC 09, Malchower SV 90, Penzliner SV, FSV Kühlungsborn, FSV Einheit Ueckermünde, SV Warnemünde Fußball, SG Aufbau Boizenburg, FC Förderkader René Schneider, FC Schönberg 95 (N), SV Waren 09 (N). ©

FSV Bentwisch will in der Landesliga Nord ganz oben dabei sein

Keine große Überraschung war es, dass die Verbandsliga in der kommenden Spielzeit mit 14 Teams starten wird. Die höchste MV-Spielklasse soll in 2021/22 wieder mit 16 Mannschaften bestückt sein.

Der FSV Bentwisch ist ein Team, das die Verbandsliga mittelfristig ins Auge fasst. FSV-Coach Tommy Bastian reagierte mit gemischten Gefühlen auf die Aufsplittung der Landesliga in drei Staffeln. Er freut sich allerdings auf interessante Gegner, wie die Verbandsliga-Absteiger TSV Bützow oder Grimmener SV. „Wir haben eine ausgeglichene Staffel erwischt, in der vier bis sechs Teams ganz oben mitspielen können. Zu diesen Mannschaften wollen wir dazugehören.“

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Ein Bentwischer Gegner aus der Vorsaison mit dem PSV Wismar wird dagegen in der Landesliga West spielen. PSV-Coach Marco Rohloff hatte schon im Vorfeld damit gerechnet, dass seine Schützlinge gen West spielen werden. „Wir sind nördlichster Punkt in unserer Staffel, nehmen es aber, wie es gekommen ist. Schade, dass Bützow in der Nord-Staffel spielt, das wäre für uns noch eine kurze Auswärtsfahrt gewesen.“

Nossentiner-Hütte stellte Antrag

Ebenfalls ist Aufsteiger SFV Nossentiner-Hütte zur Überraschung einiger Fußballfans im Land in der Landesliga West gelandet. Der Klub von der Mecklenburgischen Seenplatte hat das allerdings positiv aufgenommen. „Wir haben dafür einen Antrag gestellt, in den Westen zu kommen", sagt SFV-Trainer Henning Muske und ergänzt: „Die Fahrten in den Schweriner Raum sind für uns gut zu bewältigen. Wir freuen uns auf eine neue Liga mit vielen neuen Gegnern."

Eine große Herausforderung steht einem anderen Aufsteiger in der Landesliga Ost bevor. Als westlichster Ort in der Staffel stehen für den SV Teterow einige weite Reisen bevor. SVT-Präsident Detlef Blehk will das große Abenteuer annehmen: „Wir freuen uns, dass wir nach einigen Jahren wieder in der Landesliga spielen. Für uns wird es kein anderes Ziel als den Klassenverbleib geben.

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Ex-Drittliga-Kicker Sascha Schünemann wechselt von den Hansa-Amateuren zum Greifswalder FC ©

Das gleiche Ziel verfolgt auch der SV Prohner Wiek in der Landesklasse II. Der Achtligist hat die Staffeleinteilung positiv aufgenommen. Trainer Tino Dell freut sich auf die Duelle gegen bekannte Gesichter wie den TSV 1860 Stralsund II oder den FC Insel Usedom. „Für uns geht es für uns auch gegen unbekannte Gegner wie Jarmen und Völschow. Wir sind sehr gespannt drauf und froh, wenn der Ball bald schon wieder rollen soll.“

In der Landesklasse I ist der SV Barth froh, dass es auch in der kommenden Saison die Derbys gegen den SV Rot-Weiß Trinwillershagen, PSV Ribnitz-Damgarten, die SG Empor Richtenberg II oder SG Wöpkendorf geben wird. „Für uns werden sich die Fahrten im Vergleich zur Vorsaison ein wenig verringern. Das hat natürlich einen positiven Effekt", so SVB-Präsident Marco Schwarz. Der künftige Ligakonkurrent Güstrower SC II ist mit Abstand der südlichste Standort in der Staffel. Güstrows Sportlicher Leiter Jens Schweder sieht die Entfernungen zu den Auswärtsspielen als machbar: „Da hatten wir schon deutlich schlimmere Staffeln. Zudem gibt es mit dem SV Jördenstorf ja auch ein Lokalduell."

Kurze Wege hat auch der Neumühler SV in der Landesklasse IV vor sich. Die Schweriner wollen sich nach dem Wiederaufstieg in der untersten Landesspielklasse behaupten. Trainer Heiko Schröder freut sich auf viele Derbys: „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Staffel. Ich finde die 12er-Staffeln eine gute Lösung. Auch die Auf- und Abstiegsregelung kommt den Teams entgegen."

Warnow Papendorf „überrascht", Rehnaer SV kann es „nicht nachvollziehen"

Ein wenig überrascht über die Staffeleinteilung war Coach André Diederich von der SG Warnow Papendorf. Statt im Rostocker Raum, spielt der Vorstadt-Klub künftig gegen Teams gen Westen an der Autobahn A 20 entlang. „Ich war von der Einteilung nicht so begeistert, aber wir müssen es so annehmen“, kommentiert er.

Bei seinem neuen Ligakonkurrenten Rehnaer SV herrscht ebenso wenig Freude über die Ligenzusammenstellung. Als „nicht nachvollziehbar" bewertete Coach Matthias Gödecke die neue Staffel für sein Team. „Uns werden einige Derbys wie gegen den Brüsewitzer SV oder die TSG Gadebusch genommen. Mit knurrenden Magen müssen wir uns mit dieser Einteilung arrangieren", meint er. Gödecke hofft noch ein wenig darauf, dass der Landesfußballverband nachträglich Veränderungen an den Staffelkonstellationen vornimmt. Das gilt aber als unwahrscheinlich.