16. Februar 2016 / 16:38 Uhr

So soll das 96-NLZ auf Vordermann gebracht werden

So soll das 96-NLZ auf Vordermann gebracht werden

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Plant den Neuaufbau des NLZ von Hannover 96: Martin Bader.
Plant den Neuaufbau des NLZ von Hannover 96: Martin Bader. © imago/Treblin
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Der geplante Raubüberfall von drei U-19-Spielern wäre gar nicht nötig gewesen, damit sich im NLZ der Roten etwas ändert. Nur nach den Ereignissen soll es nun zügig voran gehen.

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Vielleicht waren die Skandale im Nachwuchsleistungszentrum hilfreich. Den mutmaßlich geplanten Überfall von drei U-19-Spielern, „hätte es jetzt nicht gebraucht, um zu erkennen, dass wir etwas verändern müssen“, sagte 96-Geschäftsführer Martin Bader. Nun besprach Bader den radikalen Umbauplan für den 96-Talenteschuppen.

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* Baustelle Talente*



Der Fall der drei „Bubi-Gangster“ von vergangener Wo-che führt 96 deutlich vor: Man muss sich mehr um die Jugendlichen kümmern. Bader bestätigte der NP, dass der Anführer der Dreier-Gang sein Geld (1500 Euro im Monat) beim Wetten verprasst hatte: „Der Spieler ist aber nicht spielsüchtig. Er hat uns versichert, dass er aufhört, wenn er kein Geld mehr hat. Aber die Jungs haben nie gelernt, wie man mit Geld umgeht.“ Außerdem wissen sie nicht, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen, wenn sie weder zur Schule gehen noch eine Ausbildung machen: „Wir tragen zusammen, welche Spieler nur darauf warten, dass um 18.30 Uhr das Training losgeht. Wir müssen sie beschäftigen.“ Und zwar mit Praktika oder Ausbildungsplätzen – möglicherweise sogar im NLZ: „Das ist relativ einfach. Das war in der Vergangenheit der erste Fehler: dass man nicht weiß, was die Jugendlichen machen.“

* Baustelle Durchlässigkeit*

„Ziel muss es sein, jedes Jahr zwei oder drei Talente bei den Profis zu haben“, sagt Bader. Das haben seine Vorgänger auch gesagt, aber durchgesetzt hat sich zuletzt nur Konstantin Rausch (2008). Mit A-Junioren-Torjäger Niklas Feierabend (18) will 96 es versuchen. Bader: „Wir arbeiten an einem Profivertrag.“

* Baustelle Führung*

Jens Rehhagel bleibt administrativer Leiter des 96-Talentschuppens. „Nichts gegen die Verantwortlichen, sie sind einfach an Grenzen gestoßen“, sagt Bader. Einmal in der Woche trifft sich Bader nun mit Rehhagel: „Das kannte er vorher gar nicht. Jens hatte keinen festen Ansprechpartner.“ Zudem bekommt Rehhagel personelle Unterstützung. Jan-Moritz Lichte, vorher Co-Trainer bei Michael Frontzeck und klassenbester Fußball-Lehrer des Jahrgangs 2011, soll neuer taktischer Kopf im NLZ werden. „Wir sind mit ihm im Gespräch“, sagt Bader.

* Baustelle Trainer*

Bader führte ein wöchentliches Trainer-Treffen in der HDI-Arena ein. Alle Trainer sollen Protokolle über ihre Arbeit erstellen. „Damit alle Trainer die gleichen Trainingsmethoden haben. Wir brauchen eine gemeinsame Spiel-Philosophie und einen Ausbildungsfaden“, sagt Bader. Der 96-Geschäftsführer will das noch im Bau befindliche Nachwuchszentrum personell mit Leben füllen. Pädagogen und Psychologen sollen Trainern in Erziehungsfragen helfen. Bis alle Maßnahmen fruchten, wird es aber dauern, glaubt auch Bader: „Das ist ein Fünfjahresplan, wenn es gut läuft, geht es schneller.“