11. Oktober 2020 / 15:24 Uhr

So verabschiedet der Mögeliner SC Vereinslegende Axel Heidepriem

So verabschiedet der Mögeliner SC Vereinslegende Axel Heidepriem

Marcus Alert
Märkische Allgemeine Zeitung
Axel Heidepriem wurde bei seinem Abschiedsspiel vom Mögeliner SC mit dieser Choreographie überrascht.
Axel Heidepriem wurde bei seinem Abschiedsspiel vom Mögeliner SC mit dieser Choreographie überrascht. © Verein
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Im Sommer trat Axel Heidepriem als Männertrainer zurück. Nach 13 durchaus erfolgreichen Jahren als Übungsleiter gab er das Amt an Thomas Kunz weiter.

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Der Regionalliga-Schiedsrichter Felix Burghardt verzichtete am Sonnabend auf jegliche offizielle Einsätze. Stattdessen packte der Premnitzer seine Tasche und fuhr ins benachbarte Mögelin (Kreis Havelland/Brandenburg), um dort ein ganz besonderes Fußballspiel zu pfeifen: MSC-Legenden gegen Axel & Friends. Es war das Abschiedsspiel des Mögeliner Trainers Axel Heidepriem. „Felix und ich kennen uns schon viele Jahre, da hat er sofort zugesagt“, verrät Axel Heidepriem. An der Seitenlinie unterstützt wurde Burghardt übrigens von Peter Schinitzki und Achim Butter. Doch wirklich zu tun hatten sie kaum etwas.

Im Sommer trat Axel Heidepriem als Männertrainer zurück. Nach 13 durchaus erfolgreichen Jahren als Übungsleiter gab er das Amt an Thomas Kunz weiter. „Meine Eltern sind 80 Jahre alt, da kann ich nicht drei- bis viermal in der Woche wegen Fußball unterwegs und nicht für sie da sein“, erklärt Heidepriem, der gerade 50 Jahre alt geworden ist, die Gründe für seinen Rücktritt.

Die besten Bilder der Verabschiedung von Axel Heidepriem.


Axel Heidepriem wurde bei seinem Abschiedsspiel vom Mögeliner SC mit dieser Choreographie überrascht. Zur Galerie
Axel Heidepriem wurde bei seinem Abschiedsspiel vom Mögeliner SC mit dieser Choreographie überrascht. © Verein

Seinem Verein will der in Premnitz wohnende Fußballverrückte aber unbedingt weiterhin treu bleiben. Schließlich gehört er dem Mögeliner SC bereits seit 42 Jahren an. Beruflich ist er übrigens als Elektriker für eine kleinere Firma unterwegs. Seine Mitstreiter organisierten am Sonnabend ein Abschiedsspiel. Auf die Liste der potenziellen Spieler kamen immerhin 98 Namen, die alle einmal unter Trainer Axel Heidepriem in Mögelin gespielt haben. Knapp 30 sagten schließlich zu. Marcel Wierzba reiste aus Hamburg an und Mario Lilke kam extra aus dem Hessischen in seine Heimat.

Heidepriem hatte am Sonnabend zumindest eine Halbzeit die Nummer 77 auf dem Rücken. Als Männerspieler trug er eigentlich die Nummer 13 auf dem Rücken. Vor der Pause trugen Heidepriem und sein gesamtes Team dann auch die Nummer 13, darunter der Spruch "Danke Axel" und nach dem Seitenwechsel bekam der 50-Jährige kurzerhand das Trikot mit der „77“. Auf die Frage, wie das Spiel endete, antwortet er mit einem Achselzucken. „Wir haben uns wegen meiner Rückennummer auf ein 7:7 geeinigt.“

Fast 400 Spiele für den Mögeliner SC

Mit 387 Spielen ist Heidepriem zwar nicht Rekordspieler des MSC, aber eine absolute Legende im Verein. In der Saison 1988/89 schaffte er mit seiner Mannschaft das Double. Und als Trainer schaffte er mit Mögelin 2014/15 den umjubelten Aufstieg in die Kreisliga. „Ich glaube am Ende hat niemand mehr mitgezählt“, sagte Axel Heidepriem, der in der ersten Halbzeit für die Legenden auflief und nach der Pause für Axel & Friends kickte. Nach 85 Minuten wurde er unter frenetischem Applaus ausgewechselt.

Zuvor trat er zweimal als Elfmeterschütze an. Da Heidepriem den ersten verschoss, musste in der Folgezeit noch ein weiterer von seinen Mitspielern „herausgeholt“ werden. Und der saß dann. So konnte sich Axel Heidepriem auch einmal in der Torschützenliste verewigen. Wegen seiner Trainertätigkeit schloss er sich übrigens nach seiner Männerzeit nicht dem Alte-Herren-Team des Vereins an – er hatte also kaum Spielpraxis. Prunkstück des Nachmittags war eine Fan-Choregraphie, die noch einmal auf die Erfolge des 50-Jährigen hinwies. Und natürlich kam auch etwas Pyrotechnik zum Einsatz. Nette Worte sprach Christoph Haase.

Heidepriem begann seine Karriere im Mögeliner Männerbereich, nachdem er zuvor die diversen Nachwuchsmannschaften durchlaufen hatte. Zunächst spielte er im Sturm, später in die Abwehr. In 387 Spielen schoss er 33 Tore. Aber auch im Tor stand Heidepriem längere Zeit. „Ich war eben ein Allrounder“, sagte er zum Abschied mit einem Schmunzeln im Gesicht.