06. Juni 2019 / 21:52 Uhr

So viel VfL Wolfsburg steckt in der Frauenfußball-Weltmeisterschaft

So viel VfL Wolfsburg steckt in der Frauenfußball-Weltmeisterschaft

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
30.05.2019, Bayern, Regensburg: Fußball, Frauen: Länderspiele, Deutschland - Chile in der Continental Arena. Alexandra Popp von Deutschland (r) jubelt mit ihren Teamkolleginnen Lea Schüller (l) und Giulia Gwinn (2.v.l.) nach ihrem Treffer zum 1:0.

Mit einem Sieg im letzten Testspiel fahren die deutschen Fußballerinnen zur WM nach Frankreich. Foto: Armin Weigel/dpa - ACHTUNG: Dieses Foto hat dpa bereits im Bildfunk gesendet - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Nachrichten für Kinder +++ dpa-Nachrichten für Kinder +++
„Mit ihrer Präsenz ist sie ganz wichtig“: Co-Trainerin Britta Carlson weiß, was Deutschland an der Wolfsburgerin Alexandra Popp (r) hat. © DPA
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Am Freitag um 21 Uhr eröffnet Gastgeber Frankreich gegen Südkorea die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen im Parc des Princes in Paris. 24 Nationen werden um die Trophäe kämpfen. Zahlreiche VfL-Akteurinnen streifen in den kommenden Wochen ihr National-Trikot über – aktuelle und ehemalige. Der Sportbuzzer zeigt: So viel Wolfsburg steckt in der Weltmeisterschaft!

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Gruppe A - Teilnehmer: Frankreich, Südkorea, Norwegen, Nigeria.

Caroline Graham Hansen (wechselt zur neuen Saison nach Barcelona), Kristine Minde und die angehende VfLerin Ingrid Syrstad Engen bekommen es in Gruppe A mit mit Nigeria, Gastgeber Frankreich (samt Ex-Wölfin Elise Bussaglia von Dijon FCO) und Südkorea zu tun. Hansen hat seit dem Rücktritt von Weltfußballerin Ada Hegerberg auch im Nationaldress mehr Verantwortung übernommen, ist der Dreh- und Angelpunkt der Offensive. Engen ist mit ihren 21 Jahren bereits ein wichtiger Faktor im zentralen Mittelfeld. Gemeinsam mit Minde sollte das norwegische Trio unverzichtbar sein. Nach der misslungenen EM (torlos in der Vorrunde ausgeschieden) wollen die Norwegerinnen wieder zurück in die Erfolgsspur. Der Weg dorthin begann bereits Anfang des Jahres mit dem Gewinn des Algarve Cups. Übrigens: Die Nigerianerin Desire Oparanozie (EA Guingamp) stand ebenfalls mal 2013 beim VfL unter Vertrag und war als Ersatz für Conny Pohlers eingeplant. Es blieb allerdings bei einem kurzen Intermezzo, nach nicht mal einem Jahr zog es die Mittelstürmerin in die Türkei.

Spiele: Norwegen – Nigeria (8. Juni, 21 Uhr), Norwegen – Frankreich (12. Juni, 21 Uhr), Norwegen – Südkorea (17. Juni, 21 Uhr).

Gruppe B - Teilnehmer: Deutschland, China, Spanien, Südafrika.

Die Deutschen sind nach der verpatzten EM und dem misslungenen SheBelieves-Cup 2018 auf Wiedergutmachung aus. Mit Almuth Schult, Alexandra Popp, Lena Goeßling und Sara Doorsoun stehen dabei vier VfLerinnen im Kader. Popp wird als Neu-Kapitänin gesetzt sein, genauso wie die unumstrittene Nummer 1 Schult, die sich nach Schulter-Problemen rechtzeitig fit meldete. Kurios: Auf den Schuhen der deutschen Nationaltorhüterin war ein falscher Name eingestickt. Die Adidas-Treter sind mit dem Namen „Schulth“ versehen. Die Keeperin nahm es locker – und bekommt ein neues Paar. Je nach taktischer Ausrichtung kann sich auch Doorsoun Hoffnung machen, gemeinsam mit Marina Hegering von der SGS Essen das Innenverteidiger-Duo zu bilden. Goeßling scheint als erfahrenste Spielerin (105 Länderspiele) im DFB-Kader vorerst nicht erste Wahl zu sein. Anders als beim VfL lief die 33-Jährige bei der WM-Generalprobe gegen Chile im Mittelfeld auf und nicht in der Innenverteidigung.

Mit Merle Frohms (SC Freiburg), Verena Schweers, Lina Magull (beide FC Bayern) und Carolin Simon (Olympique Lyon) stehen zudem vier ehemalige Wolfsburgerinnen im Kader. Vize-Kapitänin Svenja Huth (Potsdam) hingegen ist eine zukünftige VfLerin und wird sich im Sommer dem Double-Gewinner anschließen. „Wir, und vor allem auch ich, haben uns in den letzten Jahren weiterentwickelt“, freut sich Popp. Die Mannschaft „macht sich absolut keinen großen Druck. Uns wurde nicht gesagt, wir müssen mit dem Titel zurückkommen“, so die Kapitänin weiter: „Klar ist aber auch, dass es nicht einfacher wird. Die anderen Nationen haben aufgeholt. Wir wollen möglichst weit oben mitspielen!“ DFB-Co-Trainerin Britta Carlson, die jahrelang als Co-Trainerin beim VfL aktiv war, findet lobende Worte für Popp: „Sie sagt klar ihre Meinung und hat sich den Stand in der Mannschaft erarbeitet.“ Auf dem Platz ist sie unverzichtbar. Man sehe Popp „ganz vorn in der Box. Mit ihrer Präsenz ist sie ganz wichtig.“

Spiele: Deutschland – China (8. Juni, 15 Uhr), Deutschland – Spanien (12. Juni, 18 Uhr), Deutschland – Südafrika (17. Juni, 18 Uhr).

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Gruppe C - Teilnehmer: Australien, Italien, Brasilien, Jamaika.

Emily van Egmond, die 2016 für ein Jahr in Wolfsburg kickte und jetzt in den USA bei Orlando Pride unter Vertrag steht, gilt mit Australien ebenfalls als Geheimfavorit. Mit Starstürmerin Sam Kerr kommt es in Gruppe C gegen Italien, Brasilien und Jamaika (18. Juni) zu Top-Duellen. Egmond ist mit ihren Allrounder-Qualitäten im Mittelfeld flexibel einsetzbar und stand in den letzten Generalproben jeweils in der Startelf.

Spiele: Australien – Italien (9. Juni, 13 Uhr), Australien – Brasilien (13. Juni, 18 Uhr), Australien-Jamaika (18. Juni, 21 Uhr).

Gruppe D - Teilnehmer: England, Schottland, Argentinien, Japan.

Beim VfL kam Torfrau Mary Earps selten zum Zug, spielte wettbewerbsübergreifend in einem Jahr nur sechsmal. Der auslaufende Vertrag wurde nicht verlängert. Der englische Nationaltrainer Phil Neville setzt jedoch auf die Dienste der 26-Jährigen. Mit Rivale Schottland, Argentinien und Japan haben die Lionesses, die ebenfalls zum Kreis der Geheimfavoritinnen gehören, allerdings keine einfache Gruppe vor sich. „Wir waren immer sehr deutlich, was unsere Ambitionen angeht. Wir wollen das Turnier gewinnen“, stellt Earps klar.

Spiele: England – Schottland (9. Juni, 18 Uhr), England – Argentinien (14. Juni, 21 Uhr), England – Japan (19. Juni, 21 Uhr).

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Gruppe E - Teilnehmer: Kanada, Kamerun, Neuseeland, Niederlande.

Europameister Niederlande sprang erst nach erfolgreichen Play-Offs auf den WM-Zug auf. VfL-Wunschspielerin Dominique Bloodworth-Janssen, die in Wolfsburg einen Vertrag bis 2022 unterzeichnete und vom FC Arsenal kommt, hat realistische Chancen, die Erfolgsgeschichte der Niederländerinnen fortzusetzen. Unter der Leitung von Sarina Wiegman ist die 24-Jährige überwiegend als Innenverteidigerin aktiv.

Spiele: Niederlande – Neuseeland (12. Juni, 15 Uhr), Niederlande – Kamerun (15. Juni, 15 Uhr), Niederlande – Kanada (20. Juni, 18 Uhr).

Gruppe F - Teilnehmer: USA, Thailand, Chile, Schweden.

Nach sechs Jahren beim VfL ist Schluss: Kapitänin Nilla Fischer kehrt in ihr Heimatland Schweden zurück, wird zukünftig für Linköping FC spielen. Die WM in Frankreich könnte für die Schwedin das letzte große Turnier im Nationaldress sein. Auf die gestandene Innenverteidigerin und die künftige VfLerin Fridolina Rolfö (kommt vom FC Bayern) wartet mit Chile, Thailand und den USA eine Hammer-Gruppe. Fischer warnt: „Thailand und Chile sind unbekannte Gegner für mich. Diese beiden Spiele müssen wir gewinnen, da wir erneut mit den USA einen wirklich starken Gegner haben“, sagt die Schwedin und fügt hinzu: „Mein Traum ist es, den WM-Titel zu holen. Aber dafür muss alles passen.“ Nach der Gruppenphase könnte es direkt zu einem Duell mit Deutschland kommen. Fischer weiß, dass die Statistik für Deutschland spräche. „Ich hätte Deutschland lieber im Finale. Das wäre der perfekte Abschluss nach meiner Karriere in Deutschland.“

Spiele: Schweden – Chile (11. Juni, 18 Uhr), Schweden – Thailand (16. Juni, 15 Uhr), Schweden – USA (20. Juni, 21 Uhr).

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