20. Juni 2020 / 12:00 Uhr

Social-Media-Experte erklärt: So kann Instagram jedem Verein helfen

Social-Media-Experte erklärt: So kann Instagram jedem Verein helfen

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Instagram wird bei Amateurvereinen immer beliebter.
Instagram wird bei Amateurvereinen immer beliebter. © Pixabay/Montage
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Der TSV Sulzfeld ist unterhalb der Regionalliga einer der erfolgreichsten Amateurklubs auf Instagram. Immer mehr Vereine nutzen die sozialen Medien für verschiedene Zwecke. #GABFAF lässt die Experten sprechen: So pimpt ihr den Kanal eures Fußballklubs auf.

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Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Mehr Infos dazu auf gabfaf.de.

Fast 10.000 Abonnenten folgen dem TSV Sulzfeld über die Social-Media-Plattform Instagram. Der Verein postet fast täglich Beiträge und unterhält die Nutzer mit abwechslungsreichen Geschichten. Damit geht der Verein aus Unterfranken in Bayern ein bisschen als Vorreiter der Amateurklubs unterhalb der Regionalliga hervor.

Der Internationale FC Rostock ist ein anderes Beispiel, wie Instagram in den untersten Klassen funktionieren kann. Fast 2000 Menschen folgen dem Kanal des erst fünf Jahre alten Klubs. "Hier im Verein dreht sich nicht alles um Fußball. Wir vertreten für den Nordosten Deutschlands eine klare Haltung, die man sonst von nicht so vielen Klubs kennt", sagt die Social-Media-Beauftragte Marieke über den linksorientierten Klub von der Ostsee-Küste.

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Über persönliche Kontakte wie unter anderem zur Politpunkband Feine Sahne Fischfilet sammelt der Internationale FC Rostock schnell viele Follower. "Die haben unsere Idee gefeiert", erinnert sich Marieke. Ihren Nachnamen möchte die 25-Jährige nicht verraten. Denn oft äußern sich die Mitglieder auch über Instagram zum politischen Geschehen. "Wir zeigen auch nicht immer die Gesichter in den Posts, da man schnell zur Angriffsfläche werden kann", erklärt Marieke: "Wir machen aber schon deutlich, wer hinter dem Verein steht und sich dafür einsetzt. Der fußballerische Erfolg steht nicht auf Platz eins. Aber es ist natürlich schön, wenn es läuft."

Spieltagsankündigungen ausbaufähig

Siege der Mannschaften erhalten dabei viele Herzen über Instagram. Spieltagsankündigungen bringen eher weniger Aufmerksamkeit. "Da geht´s mehr um die reinen Informationen", sagt die 25-Jährige. Diese Aussage kann Marco Bahr, Abteilungsleiter Fußball beim SV Sentilo Blumenau, bei fast 3600 Followern nur unterstreichen: "Da kam nie so viel bei rum. Wir haben da oft auch einfach nur einen Screenshot gepostet." Dass das besser geht, ist dem Verein aus München natürlich bewusst.

Die ein, zwei anderen Beiträge pro Woche laufen da schon deutlich besser. Doch aktuell gestaltet sich die Lage aufgrund von Corona etwas schwieriger. "Sonst liefen immer Sieger-Selfies und Teamfotos richtig gut", sagt Bahr, der den Kanal mit einer Spielerin aus der Damen-Mannschaft und einem Spieler aus der Herren-Mannschaft betreut. Als Breitensportverein lege man besonders viel Wert darauf, auch über Instagram eine positive Atmosphäre zu verbreiten. "Hier bei uns wird keiner ausgeschlossen", unterstreicht der Abteilungsleiter Fußball.

Das sind die prominenten #GABFAF-Unterstützer:

Freunde des Amateurfußballs: Mehr als 40 prominente #GABFAF-Unterstützer findest Du hier in der Galerie. Zur Galerie
Freunde des Amateurfußballs: Mehr als 40 prominente #GABFAF-Unterstützer findest Du hier in der Galerie. ©

Ausschließen will man beim FC Erlenbach auch niemanden. Der Verein nimmt sich viel lieber mal selbst auf den Arm, wie der Social-Media-Beauftragte Andreas Adam erklärt: "Es zeichnet uns aus, dass wir uns selbst verarschen." So stellt der Klub über Instagram die Frage, wer "Erlenbachs next Topmodel" aus dem Fußballteam sein könnte. Auch die bearbeiteten Filmplakate kommen bei den Usern immer sehr gut an und erreichen damit Hunderte Herzen. "Es kommen mittlerweile auch Firmen auf uns zu, die Werbung machen wollen", sagt Adam.

Mit fast 5000 Abonnenten steht der FC Erlenbach bei den Klubs aus Rheinland Pfalz mit den größten Instagram-Reichweiten auf Platz drei hinter dem FSV Mainz 05 und 1. FC Kaiserslautern. Und das als Kreisklassen-Klub. Diese Beispiele zeigen, wie auch kleine Vereine viele Menschen erreiche und bestenfalls auch noch Geld durch Sponsoren-Deals damit verdienen können. Doch was macht eine gute Instagram-Seite aus?

Sozial-Media-Experte gibt Tipps

Social-Media-Experte Hendrik Unger erklärt im Gespräch mit #GABFAF, wie die Seite eines Amateurfußball-Klubs erfolgreich laufen kann. "Das Profil lebt und stirbt mit der Authentizität. Es ist wichtig, dass man den Personen Einblicke vermittelt, die man sonst nicht bekommt. Ein Blick hinter die Kulissen bietet sich immer an", sagt Unger. Mal mit der Kamera durch die Kabine gehen oder die Leute einfach mal mit in die Würstchenbude zu nehmen, wären gute Möglichkeiten, um die User zu unterhalten. Mit wenig Arbeit und ohne technische Vorkenntnisse könne man so eine große Reichweite erzielen.

Die Klubs dürfen sich laut Unger vor etwas Neuem nicht scheuen. Man müsse offen an die Sachen herangehen und einfach mal ausprobieren. "Eine Faustregel gibt es nicht. Wenn es klappt, dann setzt man es einfach wieder um", sagt der 30-Jährige. Er empfiehlt den Vereinen, einfach mal "Quatsch im Alltag" zu machen und so die Leute mitzunehmen. Denn am Ende gehe es um Reichweite und Interaktion.

Ein Limit bei den Beiträgen und Storys gebe es nicht. "Selbst viele Stories hintereinander werden konsumiert. Man sollte aber schon genau darauf achten, was man da veröffentlicht. Die Hashtags sollten nicht zu nischig, kompliziert und lang sein", erklärt Unger. Instagram sei viel einfacher zu pflegen als eine eigene Website. Kostenfrei direkt bei der Community zu landen sei zudem der große Vorteil. "Instagram ist nicht mehr wegzudenken. Diese Plattform kann jedem Verein helfen", meint der Social-Media-Experte.