30. Juli 2020 / 11:03 Uhr

Sofian Chahed über Turbine-Neuzugang Merle Barth: "Sehe sie in einer Führungsrolle"

Sofian Chahed über Turbine-Neuzugang Merle Barth: "Sehe sie in einer Führungsrolle"

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Merle Barth wechselte von Bayer 04 Leverkusen nach Potsdam. © Christoph Brandhorst
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Frauen-Bundesliga: Neuzugang Merle Barth hat sich nach ihrem Wechsel von Bayer 04 Leverkusen bei Turbine Potsdam schnell integriert. Sie ist als Zadrazil-Nachfolgerin im Mittelfeld eingeplant.

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"Ein bisschen Aufregung war da“, gab Merle Barth am Mittwochabend nach dem ersten Testspiel von Turbine Potsdam bei den Kreisoberliga-Männern der SG Saarmund zu. Dass die Partie 2:9 (1:4) verloren ging – Selina Cerci erzielte beide Turbine-Treffer – war am Ende zweitrangig. „Uns war wichtig, wie wir das Spiel angehen, dass wir uns finden im ersten Spiel“, sagte die 26-Jährige, die im Sommer von Bayer 04 Leverkusen an die Havel gewechselt war.

„Ich habe mich hier sehr schnell wohlgefühlt, das Team hat es mir sehr einfach gemacht“, blickt Merle Barth auf die ersten Trainingstage im neuen Verein, in dem sie als nominelle Nachfolgerin von Kapitänin Sarah Zadrazil (wechselte zum FC Bayern) auf Anhieb in eine Führungsrolle schlüpfen soll. „Ich kam ja neu zur Mannschaft, aber für mich war sie gar kein Neuzugang. Sie hat sich sofort eingefunden, hat sofort Führung übernommen“, sagt Neu-Trainer Sofian Chahed über die 1,66 Meter große Kickerin, die zuletzt auch bei Ligakonkurrent Bayer 04 als Kapitänin aufgelaufen war. „Ich sehe sie definitiv in einer Führungsrolle.“

In Bildern: Turbine Potsdam verliert gegen die SG Saarmund mit 2:9.

Turbine Potsdam verliert das erste Testspiel der Saisonvorbereitung gegen den Männer-Kreisoberligisten SG Saarmund mit 2:9 (1:4). Beide Turbine-Treffer erzielte Neuzugang Selina Cerci. Auch die Neuzugänge Merle Barth und Lena Uebach standen erstmals für das Team von Trainer Sofian Chahed auf dem Rasen. Zur Galerie
Turbine Potsdam verliert das erste Testspiel der Saisonvorbereitung gegen den Männer-Kreisoberligisten SG Saarmund mit 2:9 (1:4). Beide Turbine-Treffer erzielte Neuzugang Selina Cerci. Auch die Neuzugänge Merle Barth und Lena Uebach standen erstmals für das Team von Trainer Sofian Chahed auf dem Rasen. © Christoph Brandhorst

„Die nehme ich an, muss sie mir aber auch erstmal erarbeiten“, bemerkt Merle Barth. Im nordrhein-westfälischen Waldbröl geboren, wechselte sie 2009 in den Leverkusener Nachwuchs, wurde dort zur Junioren-Nationalspielerin und gab 2010 ihr Bundesliga-Debüt. Der Wechsel nach Brandenburg bedeutet einen Tapetenwechsel. „Ich habe mich bewusst für Turbine Potsdam entschieden. Am Ende ist mir der Wechsel gar nicht schwer gefallen, aber am Anfang war es nach so vielen Jahren bei Bayer Leverkusen natürlich schon ein großer Schritt.“ Gegen Saarmund (Merle Barth: „Gegen eine Männermannschaft zu spielen, war eine neue Erfahrung“) lief sie 45 Minuten lang im defensiven Mittelfeld auf, rückte nach der Pause in die Abwehrkette. „Ich sehe sie aber eher auf der Sechs“, sagt Chahed. Dort habe sie ihre Stärken und Qualitäten: „Sie hat eine gute Vororientierung, ist gut mit Gegner im Rücken, hat Ruhe am Ball und kann gute Chipbälle hinter die Abwehr spielen“, schwärmt der neue Turbine-Coach.

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Von dem hat auch Turbines Neuzugang in den ersten zwei Trainingswochen einen guten Eindruck gewonnen, obwohl sie die Gespräche vor ihrem Wechsel noch mit Chahed-Vorgänger Matthias Rudolph führte. „Dass er aus dem Männerbereich kommt, merkt man gar nicht so“, findet Merle Barth, die auch privat schnell angekommen ist in der Brandenburger Landeshauptstadt. „Ich habe die Wohnung bezogen, das ging relativ schnell, ich hatte einige Helfer dabei.“ Auch die Potsdamer Innenstadt konnte sie in den wenigen Tagen schon etwas erkunden. „Das gefällt mir sehr, sehr gut. Aber ich glaube, ich habe noch nicht genug gesehen.“