21. April 2020 / 14:58 Uhr

Bis Montag ausgesetzt: Wohl kein Urteil im Sommermärchen-Prozess gegen Zwanziger, Niersbach und Co.

Bis Montag ausgesetzt: Wohl kein Urteil im Sommermärchen-Prozess gegen Zwanziger, Niersbach und Co.

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wolfgang Niersbach (M.), ehemaliger Präsident des DFB, und seine Anwälte treffen am Bundesstrafgericht in Bellinzona ein. Eine Fortsetzung des Prozesses ist unwahrscheinlich. 
Wolfgang Niersbach (M.), ehemaliger Präsident des DFB, und seine Anwälte treffen am Bundesstrafgericht in Bellinzona ein. Eine Fortsetzung des Prozesses ist unwahrscheinlich.  © (c) KEYSTONE/Ti-Press
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Der Sommermärchen-Prozess wurde einmal mehr verschoben, diesmal auf Montag - und damit den Tag, an dem die Verjährung der erhobenen Betrugsvorwürfe eintreten würde. Zu einem Urteil kommt es also wohl nicht mehr. 

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Die Aussetzung des Sommermärchen-Prozesses in der Schweiz ist wegen der Corona-Krise bis mindestens zum kommenden Montag verlängert worden. Da an diesem Tag die Verjährung der im Zusammenhang einer dubiosen Zahlung von 6,7 Millionen Euro aus dem Jahr 2005 erhobenen Betrugsvorwürfe eintritt, wird das Verfahren gegen die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt und Ex-FIFA-Generalsekretär Urs Linsi vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona wohl ohne Urteil enden. Eine Fortsetzung des Prozesses ist derzeit nicht geplant.

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Zwanziger (74), Schmidt (78) und Linsi (70) sind wegen Betruges, Niersbach (69) wegen Gehilfenschaft zum Betrug angeklagt. Im Kern geht es um eine Überweisung des Deutschen Fußball-Bundes im April 2005 in Höhe von 6,7 Millionen Euro über die FIFA an den inzwischen gestorbenen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus. Das Geld wurde als Beitrag für eine Gala zur WM 2006 deklariert, die nie stattfand. Im Jahr 2002 hatte der damalige WM-Organisationschef Franz Beckenbauer ein Darlehen von Louis-Dreyfus in gleicher Höhe erhalten, das letztendlich auf Konten des damaligen FIFA-Finanzchefs Mohamed bin Hammam verschwand. Wofür ist immer noch unklar.

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Angeklagte bestreiten sämtliche Vorwürfe

„Wenn es bei der Verjährung am 27. April bleibt, werde ich bei der bekannten Sachlage um einen Freispruch gebracht“, hatte Zwanziger der Deutschen Presse-Agentur bereits gesagt. Am 17. März hatte das Bundesstrafgericht festgestellt, die Beweislage sei mit Bezug auf Zwanziger „hinsichtlich der subjektiven Tatseite diffus“. Wie sein Amtsnachfolger Niersbach, Linsi und der frühere DFB-Generalsekretär Schmidt bestreitet der ehemalige DFB-Präsident sämtliche Vorwürfe.