22. April 2020 / 12:50 Uhr

Sommermärchen-Prozess wird ohne Urteil beendet: Keine Verlängerung der Verjährungsfrist

Sommermärchen-Prozess wird ohne Urteil beendet: Keine Verlängerung der Verjährungsfrist

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Präsidium des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland (v.l.): Der ehemalige 1. Vizepräsident Horst R. Schmidt, der frühere Vizepräsident Theo Zwanziger, der damalige Präsident Franz Beckenbauer und der frühere Vizepräsident Wolfgang Niersbach.
Das Präsidium des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland (v.l.): Der ehemalige 1. Vizepräsident Horst R. Schmidt, der frühere Vizepräsident Theo Zwanziger, der damalige Präsident Franz Beckenbauer und der frühere Vizepräsident Wolfgang Niersbach. © (c) Foto Kunz
Anzeige

Der Sommermärchen-Prozess gegen die früheren Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und andere wird ohne ein Urteil eingestellt werden. Ob die Beschuldigten Anspruch auf eine Entschädigung haben, ist noch fraglich.

Anzeige

Im Sommermärchen-Prozess in der Schweiz gegen drei frühere DFB-Funktionäre wird es definitiv kein Urteil geben. „Die Verjährung wird am 27. April 2020 eintreten. An den materiellrechtlichen Verjährungsfristen wurde notrechtlich nichts geändert“, teilte Bernhard Isenring, Anwalt des wegen Gehilfenschaft zum Betrug angeklagten Ex-DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit.

Anzeige

Am Montagabend hatte das Bundesstrafgericht in Bellinzona entschieden, das seit Mitte März unterbrochene Verfahren wegen der Corona-Krise bis zum 27. April weiter auszusetzen. „Im Ergebnis ist die Einstellung des Verfahrens die einzig mögliche Konsequenz“, sagte Isenring.

Mehr vom SPORTBUZZER

Neben Niersbach (69) waren der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger (74), der frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt (78) und Ex-FIFA-Generalsekretär Urs Linsi (70) wegen Betruges angeklagt worden. Alle Beschuldigten hatten die Vorwürfe stets bestritten. Ob sie Anspruch auf eine Entschädigung haben, muss das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt klären.

Fortsetzung oder Abbruch: So ist der Stand in den internationalen Topligen

Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der <b>SPORT</b>BUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? Zur Galerie
Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der SPORTBUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? ©

Im Kern ging es in dem Prozess um eine Überweisung des Deutschen Fußball-Bundes im April 2005 in Höhe von 6,7 Millionen Euro über die FIFA an den inzwischen gestorbenen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus. Das Geld wurde als Beitrag für eine Gala zur WM 2006 deklariert, die nie stattfand. Im Jahr 2002 hatte der damalige WM-Organisationschef Franz Beckenbauer ein Darlehen von Louis-Dreyfus in gleicher Höhe erhalten, das letztendlich auf Konten des damaligen FIFA-Finanzchefs Mohamed bin Hammam verschwand. Wofür ist immer noch unklar.