12. November 2020 / 14:32 Uhr

Sondergenehmigung: VfL-Nachwuchs darf auch im November zusammen trainieren

Sondergenehmigung: VfL-Nachwuchs darf auch im November zusammen trainieren

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Darf zusammen trainieren: Der Nachwuchs des VfL Wolfsburg.
Darf zusammen trainieren: Der Nachwuchs des VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Im November ruht der Ball bei den meisten Amateur-Fußballmannschaften in Niedersachsen wegen Corona. Dennoch gibt es Ausnahmen - wie die Junioren-Bundesligisten des VfL Wolfsburg. Da die meisten Spieler im Internat des Klubs wohnen, bekamen die Mannschaften in der vergangenen Woche eine Sondergenehmigung vom Gesundheitsamt, somit ist das Training auf dem Vereinsgelände weiterhin möglich. 

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„Bei uns machen die Internats-Spieler glücklicherweise einen Großteil der Mannschaft aus, wir haben vier Spieler, die momentan nicht mit uns zusammen auf dem Platz trainieren können“, sagt U17-Trainer Daniel Bauer. Und die Spieler, die in der VfL-Akademie trainieren, werden wöchentlich auf das Corona-Virus getestet, „damit wir da auf der sicheren Seite sind".

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Für die U17, die vor dem Spiel-Stopp zwei Siege in Folge eingefahren hatte, ist die Spielpause auch aufgrund der individuellen Entwicklung ein Rückschlag. „Die Sieger-Mentalität ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Diese entwickeln sie vor allem im Spiel. Man hat den Jungs angemerkt, dass sie aufgrund der Unterbrechung enttäuscht waren“, sagt Bauer.

Anders verlief die bisherige Saison für die U19 von Cheftrainer Christian Wimmer. Nach vier Spieltagen steht der VfL-Nachwuchs mit einem Punkt am Tabellenende. Für Wimmer und sein Team kein zufriedenstellender Saisonverlauf, aber auch nicht entscheidend. „Priorität hat bei uns die Ausbildung unserer Talente, und da sind wir auf einen sehr guten Weg. Ich bin mir sicher, dass sich darüber hinaus auch die Ergebnisse einstellen.“

Sechs Spieler aus Wimmers Kader gehören nicht dem Internat an und müssen daheim trainieren. Dennoch sieht der Trainer die gegebenen Umstände als positiv an. „Ich selbst bin im Leben und auch als Trainer Optimist und freue mich über jeden Tag, an dem wir trainieren dürfen.“ Bauer dagegen merkt aber auch an, dass es für einen Trainer keine einfache Situation sei, seinen „vier Jungs sagen zu müssen, dass sie nicht hier trainieren dürfen".

Austausch mit Sport-Psychologinnen

Auch die erhöhte psychische Belastung darf während der Corona-Pandemie nicht unterschätzt werden. „Wir haben zwei Sport-Psychologinnen im Haus, die gerade noch mehr im Austausch mit den Jungs sind als sie es ohnehin schon waren“, sagt Bauer. Gerade für die Daheimgebliebenen „sind auch wir Trainer noch mehr als Pädagogen gefragt, um die Jungs auch moralisch zu unterstützen".

Egal, ob oder in der VfL-Akademie, die Spieler sollen die spielfreie Zeit nicht als Beschäftigungstherapie ansehen, dafür geben sich Wimmer und Bauer mit ihren Trainerteams große Mühe. „Wir wollen die Spieler in allen Bereichen verbessern: athletisch, taktisch, technisch. Wir trainieren gerade sehr intensiv, die Einheiten sind zum Teil sehr individuell“, sagt Bauer, der sich mit seinem Team auch Alternativen überlegt hat. Anhand von Video-Sessions werden den Nachwuchs-Kickern Spielszenen von den Top-Mannschaften der Champions League oder auch den Profis des VfL gezeigt, die sie selbstständig analysieren sollen, um ihr Taktik- und Spielverständnis zu schulen. „Uns Trainern wird definitiv nicht langweilig“, sagt Bauer mit einem Schmunzeln.