17. Februar 2020 / 16:13 Uhr

Sophia Flörsch über ihre Formel-1-Ambitionen: "Die Königsklasse ist nicht mehr weit weg"

Sophia Flörsch über ihre Formel-1-Ambitionen: "Die Königsklasse ist nicht mehr weit weg"

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sophia Flörsch hat ein klares Ziel: Sie will als erste Frau seit 1992 in die Formel 1.
Sophia Flörsch hat ein klares Ziel: Sie will als erste Frau seit 1992 in die Formel 1. © 2020 Getty Images
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Ihr Unfall beim Rennen in Macau brachte Rennfahrerin Sophia Flörsch weltweit in die Schlagzeilen. Mittlerweile fährt sie wieder Rennen und träumt von der Formel 1. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg für die 19-Jährige.

Seit dem 18. November 2018 ist Sophia Flörsch nicht mehr nur Motorsportexperten ein Begriff. Ihr spektakulärer Unfall beim Formel-3-Rennen in Macau brachte der heute 19-Jährigen weltweit Aufmerksamkeit. Mittlerweile fährt sie wieder Rennen – und hofft auf den großen Sprung. "Der Wunsch, in der Formel 1 zu fahren, ist sehr groß", sagte sie am Rande der Laureus World Sports Awards in Berlin, wo sie für den Preis "Comeback des Jahres" nominiert ist. "Dort schnell zu sein, dort zu überzeugen – das ist das, was ich will." Flörsch selbstbewusst: "Die Königsklasse ist gar nicht mehr so weit weg." Immerhin fahre sie schon in der Formel 3.

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Flörsch braucht noch Zeit bis zur Formel 1: "Bin noch nicht auf dem Level eines Lewis Hamilton"

Wird Flörsch die erste Frau in der Königsklasse des Motorsports seit 1992? Bis dahin ist es ein weiter Weg. Aktuell fühlt sie sich noch nicht bereit, um mit den Superstars mithalten zu können. "Ich brauche noch zwei, drei Jährchen in den Nachwuchsklassen. Ich muss noch mehr Kilometer, noch mehr Rennen fahren, weil ich noch nicht auf dem Level eines Lewis Hamilton oder anderer Formel-1-Fahrer bin."

Auch finanzielle Aspekte können Flörsch auf dem Weg nach oben, wo manch Fahrer für seinen Platz im Cockpit viel Geld bezahlt, aufhalten. "Meine Eltern können das nicht stemmen", erklärt sie und fährt fort mit einem Plädoyer für mehr Gerechtigkeit gegenüber Frauen im Rennsport: "Da ist noch keine Chancengleichheit. Die Förderung fehlt uns noch. Es wäre mein Traum, Partner zu finden, damit wir mehr testen können. Jeder schaut immer nur auf die Ergebnislisten und sagt: Die Frau ist ja nur im Mittelfeld. Aber wenn ich nur 20 Prozent der Testfahrten habe, die die anderen haben und dazu nicht im besten Team fahre, dann ist das schon ein Kampf mit stumpfen Waffen."

Flörsch über Unfall in Macau: "Kann bis heute nicht glauben, dass ich das bin"

Über ihren Unfall in Macau, bei dem ihr Auto wie ein Flugzeug abhob, kann die Münchnerin mittlerweile scherzen. "Ich wollte immer mal fliegen", sagt sie und lacht. "Als ich dann das Video gesehen habe, dachte ich: Okay … Aber ich kann es bis heute nicht glauben, dass ich das bin in dem Auto."

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Sie war es – und ist sogar schon wieder über den Parcours gerast. "Ich habe es genossen, wieder durch die Straßen von Macau zu fahren. Das ist meine Lieblingsstrecke", sagt Flörsch. Immerhin habe ihr der Unfall gezeigt, wie wichtig es ist, das Leben wertzuschätzen. "Ich bin glücklich, Autorennen fahren zu können. Du weißt als Rennfahrer, dass immer etwas passieren kann. Aber das ist auch das, was dir den Kick gibt."

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