16. Dezember 2021 / 17:49 Uhr

Sophie Weidauer vor Jahresfinale gegen Wolfsburg: "Keine Lust mehr auf Unentschieden"

Sophie Weidauer vor Jahresfinale gegen Wolfsburg: "Keine Lust mehr auf Unentschieden"

Rainer Hennies
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 v.li.: Sophie Weidauer Potsdam, 14 Selina Cerci Potsdam, 29 Gina Maria Chmielinski Potsdam, 18 mit Torjubel, Jubel, Torjubel,
Sophie Weidauer (l., mit Selina Cerci und Gina Chmielinski) will auch gegen Wolfsburg jubeln. © imago images/foto2press
Anzeige

Frauen-Bundesliga: Ihre frühere Trainerin bei Erzgebirge Aue hatte sie einst persönlich bei Bernd Schröder empfohlen. Heute hat das Eigengewächs von Turbine Potsdam ihren Platz im Mittelfeld gefunden. Vor dem Duell mit den Wölfinnen gibt sich Sophie Weidauer angriffslustig.

Der Turbine-Präsident strahlte über beide Ohren. Rolf Kutzmutz war hoch erfreut über die Vertragsverlängerung mit Mittelfeldspielerin Sophie Weidauer: „Sophie ist längst vom Talent in die Schuhe einer zuverlässigen und engagierten Spielerin unseres Teams geschlüpft“, sagt er. „Ich bin sicher, dass wir auch in Zukunft viel Freude an ihrem Spiel haben werden. Und dass die Entscheidung für ihre weitere erfolgreiche Entwicklung die richtige ist.“

Anzeige

Die 19-jährige aus der Ortschaft Brünlos im Erzgebirge hatte öffentlichkeitswirksam nach dem Bundesliga-Remis gegen den deutschen Meister Bayern München (1:1) das neue Arbeitspapier direkt im Karl-Liebknecht-Stadion unterschrieben. Der Verein hatte dazu extra einen Tisch auf den Rasen gestellt. Ihre Unterschrift war nach dem Punktgewinn gegen den Favoriten das zweite Erfolgserlebnis des Abends – das nächste soll am Sonntag (16 Uhr/MagentaSport) im letzten Spiel des Jahres gegen den VfL Wolfsburg folgen.

Sophie Vertragsverlängerung
Nach dem Spiel gegen Bayern München verlängert Sophie Weidauer ihren Vertrag in Potsdam. ©

Sophie Weidauer war vom FC Erzgebirge Aue als Zwölfjährige nach Potsdam gewechselt und ging dort im Sportinternat zur Schule. Ihre damalige Trainerin, die frühere Mittelfeldspielerin Kersten Guderian, hatte sie 2014 Turbine-Trainer Bernd Schröder empfohlen.


Ihr heutiger Coach Sofian Chahed sagt: „Ich finde es schön, dass Sophie bleibt. Sie hat viel Potenzial und wir glauben, dass sie sich gut weiterentwickeln kann. Sie ist ein wichtiger Baustein für die nächsten zwei Jahre.“ Das Fußballspielen gelernt hat Weidauer beim SV Tanne Thalheim. „Ab der G-Jugend und als einziges Mädchen. Den Ball am Fuß habe ich, seitdem ich laufen kann“, erzählt die Erzgebirgerin, die im Sommer Abitur gemacht hat und im kommenden Jahr ein Fernstudium in Sportmanagement aufnimmt. Ihre drei Jahre jüngere Schwester Michaela ist Toptorjägerin bei den B-Juniorinnen von Erzgebirge Aue in der Landesliga.

Seit acht Spielen ungeschlagen

„Ich möchte einen weiteren Schritt in meiner Entwicklung gehen und den Verein weiter unterstützen, genauso wie ich die Unterstützung zurückbekomme, vor allem an jedem Spieltag, mit den tollen Fans im Rücken“, erklärt die U20-Nationalspielerin, die 2019 in Bulgarien mit der U17 des DFB Europameisterin wurde. Fernziel sei die Nationalmannschaft. „Ich fühle mich sehr wohl in Potsdam.“

In dieser Saison traf „Soffe“ bereits vier Mal. Seit acht Spielen sind Weidauer und Co. ungeschlagen, dreimal in Folge spielten sie remis. „Wir wachsen immer mehr zusammen“, sagt sie. Ganz zufrieden ist die Stürmerin dennoch nicht, weil im Kampf um die drei Champions-League-Plätze zu viele Punkte liegen gelassen wurden, die den Tabellenfünften noch stärker in den Fokus gerückt hätten. Aber noch ist alles drin.

Die besten Bilder vom Topspiel zwischen Turbine Potsdam und Bayern München

Punkteteilung im Topspiel: Der 1. FFC Turbine Potsdam holt beim 1:1 gegen Meister Bayern München einen Zähler und bleibt im achten Spiel in Serie ungeschlagen. Selina Cerci (30.) brachte die Turbinen in Front, ehe Giulia Gwinn durch einen Foulelfmeter kurz nach dem Seitenwechsel zum Ausgleich traf (48.). Zur Galerie
Punkteteilung im Topspiel: Der 1. FFC Turbine Potsdam holt beim 1:1 gegen Meister Bayern München einen Zähler und bleibt im achten Spiel in Serie ungeschlagen. Selina Cerci (30.) brachte die Turbinen in Front, ehe Giulia Gwinn durch einen Foulelfmeter kurz nach dem Seitenwechsel zum Ausgleich traf (48.). © imago images

Am Sonntag kommt zum Rückrundenstart nun also Tabellenführer Wolfsburg mit fünf Punkten Vorsprung nach Potsdam. Sophie Weidauer ist mutig: „Ich habe keine Lust mehr auf Unentschieden, da bin ich offen und ehrlich. Ich möchte gegen den VfL gewinnen.“ Den Gegner erwartet sie nach einer weiteren Europapokal-Woche nicht unbedingt besonders frisch. Weidauers Kampfansage ist kein Wunder: In der Bundesliga geht es oben eng zu.

Die Champions League lockt stärker denn je. In der Saisonvorbereitung hatte Turbine in Österreich Spaniens Vize Real Madrid mit 3:0 geschlagen. Der größte internationale Erfolg aber ist schon recht alt, stammt aus 2010. Das macht nicht nur Sophie Weidauer hungrig. Deshalb ist am 3. Januar die Pause bereits schon wieder vorbei. Die Festtage verbringt sie aber erstmal bei der Familie im Erzgebirge.