12. März 2019 / 21:08 Uhr

Sorge um Oberhavels Fußball-Norden: "Lösungen finden, bevor es zu spät ist"

Sorge um Oberhavels Fußball-Norden: "Lösungen finden, bevor es zu spät ist"

Redaktion Sportbuzzer
SV Zehdenick - 1. FC Union Berlin
Zehdenicks Manager Ronny Erdmann schlägt einen Lösungsansatz vor. © Christoph Brandhorst
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Fußballkreis Oberhavel/Barnin: Ronny Erdmann, Manager des SV Zehdenick, sieht den Fußball im Oberhavel-Norden in Gefahr. Er will die Vereine deshalb an einen Tisch holen.

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Ronny Erdmann ist bekannt für klare Worte. Der Manager des Fußball-Landesligisten SV Zehdenick beweist oft eine klare Kante, scheut sich auch nicht davor, mal gegen den Strom zu schwimmen. Und der 44-Jährige schaut auch über den eigenen Tellerrand hinaus genau hin. Aus diesem Grund schlägt der Manager des SVZ nun Alarm, wenn es um den Ist-Zustand und vor allem um die Zukunft des Fußballs im Norden Oberhavels geht.

Erdmann: "Vereine im Speckgürtel haben es einfacher"

„Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, wie viele kleinere Vereine inzwischen um das nackte Überleben kämpfen. Langfristig, glaube ich, wird es immer schwerer, Teams im Spielbetrieb auf Kreisebene aufrecht zu erhalten“, so Erdmann. Ein großes Problem: die geografische Lage. „Natürlich haben es Vereine im Speckgürtel von Berlin einfacher, Spieler zu bekommen. Bei uns im Nordkreis gibt es halt nicht mehr so viele Fußballer. Ich möchte gar nicht daran denken, wie es in fünf oder zehn Jahren hier aussieht.“

Und Ronny Erdmann stört sich auch daran, dass es immer wieder heißt: „Früher war alles anders. Warum ist es heute nicht mehr so?“ Der Funktionär erklärt: „Früher gab es noch große Industriebetriebe auch im Norden, dort haben die Spieler dann meistens auch gearbeitet und hatten es einfacher, regelmäßig am Trainingsbetrieb teilzunehmen.“

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Gerade im Nachwuchsbereich sieht Erdmann da aufgrund der strukturellen Situation im Norden große Probleme auf die Vereine zukommen: „Wir haben viele engagierte und leidenschaftliche Nachwuchsfußballer. Aber was passiert denn, wenn die Jungs fertig sind mit der Schule? Zum Studieren oder zum Arbeiten müssen sie den Nordkreis meistens verlassen und können dann kaum oder gar nicht mehr zum Training.“ Auch die Einstellung mancher Kicker zum Sport sei ein Problem. „Wenn ich teilweise höre, dass man bei Jungs betteln muss, dass sie zum Training oder zum Spiel kommen, ist das echt nicht nachvollziehbar. Ich war früher selbst sicherlich nicht der begnadetste Kicker, aber mich brauchte keiner für den Fußball motivieren. Ich war immer heiß.“

Sind Spielgemeinschaften eine Lösung?

Um den drohenden Exodus im Oberhavel-Norden abzuwenden, regt Erdmann, der seit zehn Jahren Manager des SV Zehdenick ist, vor allem das Bündeln aller Kräfte an. „Wir müssen Lösungen finden, bevor es zu spät ist. Bevor man Teams komplett abmeldet, sollte man über Spielgemeinschaften nachdenken – auch im Männerbereich. Man sollte da auch mal über seinen Schatten springen, bevor das Licht endgültig ausgeht.“

Im Nachwuchs sei das schon gut praktiziert worden, weiß Erdmann, der langfristig hofft, so dem Aussterben der kleineren Vereine entgegenzuwirken. „Es dürfen auf keinen Fall noch mehr Teams und Vereine von der Landkarte verschwinden. Wir sollten uns im Norden alle an einen Tisch setzen und darüber sprechen, welche Wege wir einschlagen können“, schlägt Ronny Erdmann vor.

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