02. Dezember 2020 / 21:06 Uhr

Sörloth macht's! Norweger schießt RB Leipzig zum Sieg in Istanbul

Sörloth macht's! Norweger schießt RB Leipzig zum Sieg in Istanbul

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Freude, Erleichterung und noch mehr: Alexander Sörloth schreit nach dem 4:3 alles raus.
Freude, Erleichterung und noch mehr: Alexander Sörloth schreit nach dem 4:3 alles raus. © imago images/Seskim Photo
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Durchatmen bei RB Leipzig! Alexander Sörloth wird bei den Roten Bullen zum Held des Abends, schießt das entscheidende Tor zum so wichtigen 4:3-Sieg bei Istanbul Basaksehir.

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Leipzig/Istanbul. Was für ein Spiel, was für eine Dramatik. RB Leipzig führt 3:1 bei Istanbul Basaksehir, kassiert das 3:3 und siegt durch den norwegischen Joker Alexander Sörloth 4:3. Das erste Tor des Neuzugangs lässt RB beste Chancen aufs Überwintern in der Königsklasse. Dank Sörloth. Diese Geschichten schreibt nur der Fußball. Tore in Istanbul: Yussuf Poulsen (26.), Nordi Mukiele (43.), Dani Olmo (66.) und Sörloth (90 + 2) für RB, Irfan Can (45 + 3/72./85.) trifft für die Gastgeber.

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Julian Nagelsmann nimmt keine Rücksicht auf den Sonnabend-Hit in München, bringt ohne Blick auf die berühmte Belastungssteuerung alle Stars, die zur Verfügung stehen. Christopher Nkunku fehlt wegen privater Probleme, soll aber bei den Bayern wieder dabei sein. RB im Basaksehir-Fathi-Terim-Stadion mit einem bärenstarken Start, viel Tiefgang und drei glänzenden Chancen durch Emil Forsberg, Yussuf Poulsen und Nordi Mukiele. Letzterer hatte in Ermangelung seines Reisepasses den Abflug nach Istanbul verzögert.

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Was für ein Spiel: RB Leipzig verspielt eine 3:1-Führung und kann nach einem 4:3 gegen Istanbul Basaksehir am Ende doch noch jubeln. Den späten Siegtreffer erzielte Alexander Sörloth. Zur Galerie
Was für ein Spiel: RB Leipzig verspielt eine 3:1-Führung und kann nach einem 4:3 gegen Istanbul Basaksehir am Ende doch noch jubeln. Den späten Siegtreffer erzielte Alexander Sörloth. ©

Der türkische Meister findet offensiv zunächst gar nicht statt, wird von den Roten Bullen am Nasenring durch die eigene Arena geführt. Amadou Haidara bietet sich die nächste Möglichkeit, das Tor von Mert Günok ist wie vernagelt.

Bis zur 26. Minute. Dann zieht Marcel Sabitzer aus 22 Metern ab, Martin Skrtel und Poulsen fälschen unhaltbar zum überfälligen Leipziger 1:0 ab. Bei der Uefa wird Poulsen als Torschütze des Flippertores genannt. RB bleibt überlegen. Tempo, Struktur, Rhythmus, Präsenz, Selbstverständlichkeit, Chancen - alles da. Mukiele hat das 2:0 auf dem linken Fuß, vier Abwehrbeine grätschen rettend dazwischen.

RB Leipzig dominant, nur das Ergebnis passt nicht

Basaksehir macht dann auch mit - und wie. Angriff über rechts, Demba Ba kommt an den Ball, Drehschuss, Blitzreaktion des bis dahin ungeprüften Peter Gulacsi (37.). Danach übernimmt Schweden-King Emil Forsberg das Zepter, reißt die Istanbuler Abwehr auf wie seine Autotür, passt auf Mukiele, 2:0. Dass Mukieles Strumpfstoß nicht hübsch ist, spielt keine Rolle. In der Nachspielzeit pennt RB. Eckball von Edin Visca flach an die Kante des Strafraums, wo Irfan Can alle Zeit der Welt hat, den Ball zum 2:1-Anschlusstreffer zu adressieren. Halbzeit. Der Spielverlauf hätte bei 12:4-Abschlüssen mehr hergegeben als eine knappe Führung.

Wiederbeginn mit Tyler Adams für den angeschlagenen Kevin Kampl. Istanbul geht jetzt früher drauf, riskiert mehr, wird durch den eingewechselten Alexandru Epureanu und Visca kreuzgefährlich. Bitter: Dayot Upamecano sieht seine dritte und vermeidbare gelbe Karte, fehlt im finalen Gruppenspiel gegen Manchester. RB schüttelt sich und hat zweimal die Chance zum 3:1. Angeliño scheitert am Keeper, Forsberg schießt aus zwei Metern daneben. Nagelsmann holt den starken Forsberg vom Platz, bringt Alexander Sörloth. Kurz später zaubert Angeliño den Ball auf Dani Olmo, der einmal aufzieht und dann abzieht - 3:1 (66.). Vorentscheidung?

DURCHKLICKEN: Guido Schäfers Noten für die RB-Elf

Guido Schäfer hat die Leistung der RB-Elf im Gruppenspiel bei Istanbul Basaksehir unter die Lupe genommen. So sieht seine Einschätzung aus. Zur Galerie
Guido Schäfer hat die Leistung der RB-Elf im Gruppenspiel bei Istanbul Basaksehir unter die Lupe genommen. So sieht seine Einschätzung aus. ©

Nein, Istanbul nutzt eine willfährige Abwehrhaltung durch Irfan Can zum 3:2 (72.). Die Partie ist jetzt hochspannend, wild und verwegen. Poulsen kann das 4:2 machen, trifft den Innenpfosten. Dann schlägt, ja, wieder Teufelskerl Can zu. Sein Freistoß landet unter der Latte - 3:3 (85.). Danach faustet der Istanbuler Torwart den Ball an Sörloths Schädel - Latte. Das dicke Ende für die Gastgeber in der Nachspielzeit. Sörloth nagelt den Ball zum 4:3-Sieg ins Tor!Ausgerechnet Torlos-Stürmer Sörloth. Dann ist er vorbei, der Krimi.