02. April 2022 / 20:24 Uhr

Souverän, effektiv, mit doppeltem Laimer: RB Leipzig schenkt BVB vier Tore ein

Souverän, effektiv, mit doppeltem Laimer: RB Leipzig schenkt BVB vier Tore ein

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Konrad Laimer erzielte seinen ersten Bundesliga-Doppelpack.
Konrad Laimer erzielte seinen ersten Bundesliga-Doppelpack. © Getty Images
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Starker Auftakt für RB Leipzig in den Hammer-Monat April: Bei Borussia Dortmund legte die Tedesco-Elf einen überlegten und abgezockten Auftritt hin, machte aus wenigen Chancen glatte vier Tore, gewann völlig verdient 4:1 (2:0). BVB-Star-Stürmer Erling Haaland, Thema fast aller Diskussionen in den Tagen vor der Partie, konnte keine Akzente setzen.

Leipzig. Fünf Jahre lag der letzte Sieg in Dortmund zurück. Am Samstagabend beendete RB Leipzig diese Durststrecke. Und zwar höchst eindrucksvoll. 4:1 (2:0) siegten die Sachsen im ausverkauften Signal-Iduna-Park, sorgten bei der Borussia für lange Gesichter. Zu verdanken hatte der Bundesliga-Vierte diesen Erfolg einer beeindruckenden und fast schon gnadenlosen Effektivität sowie einem Konrad Laimer, der endgültig seine Torjäger-Qualitäten entdeckte und die Gastgeber in der ersten Hälfte mit einem Doppelpack schockte.

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Haaland (natürlich) dabei, Henrichs fehlt

Domenico Tedesco musste überraschend neben Yussuf Poulsen (Leistenprobleme) und Amadou Haidara (Knie) auch auf Benjamin Henrichs verzichten. Für den Nationalspieler, der an einem Magen-Darm-Infekt laborierte, lief Nordi Mukiele auf. Henrichs ginge es schon wieder besser, sagte der Coach vor dem Anpfiff. „Er wollte heute sogar noch nachfahren. Wir haben gesagt, das macht kein Sinn.“ Beim BVB lief wie von RB erwartet der unter Woche von seinem Trainer Marco Rose beinahe schon abgeschriebene Erling Haaland auf. „Das ist ein Topspiel für ihn und Dortmund. Für was wollen sie ihn schonen?“, so Tedesco. „Sie spielen erst in sieben Tagen wieder.“

JETZT Durchklicken: Die Bilder zum 4:1-Erfolg bei Borussia Dortmund!

Big Points für RB Leipzig: Das Team von Trainer Domenico Tedesco gewann bei Borussia Dortmund mit 4:1. Zur Galerie
Big Points für RB Leipzig: Das Team von Trainer Domenico Tedesco gewann bei Borussia Dortmund mit 4:1. ©

Die Hausherren waren das deutlich aktivere Team, zogen die Partie vom Anpfiff weg an sich. In den ersten 20 Minuten schoss RB nicht einmal entscheidend auf das Tor, war sichtlich bemüht, sich zu finden. Die Passwege stimmt (noch) nicht, der Zugriff fehlte. Der BVB hatte in dieser Phase mehrfach die Chance auf die Führung. Nach Pass von Mats Hummels tauchte Marco Reus allein vor Peter Gulacsi aus, schloss aber aus unklaren Gründen nicht selbst ab, sondern suchte Haaland. Das Zuspiel ging in den Rücken des Norwegers (7.). Der hätte nach Fehler von Mohamed Simakan einnetzen können, setzte den Ball aber rechts neben den Pfosten (13.). Die Leipziger waren stark damit beschäftigt, die schwarz-gelben Angriffe abzuwehren.

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Olmo, Nkunku und Laimer als effektives Trio

Bis zur 21. Minute. Da zog Emre Can im Duell mit Konrad Laimer den Kürzeren, RB setzte zum Konter an, den der Österreicher selbst vollendete, mit einem Lupfer über Gregor Kobel hinweg. Es war der erste Torschuss der Sachsen - und er saß. Haaland hätte wenig später ausgleichen können. Aber seinen Schuss aus spitzem Winkel wehrte Gulacsi katzengleich ab (27.). Der BVB machte das Spiel, RB konterte - mit Glück und Erfolg. Eine Flanke von Christopher Nkunku lenkte Hummels zu Laimer, der sofort abschloss. Der von Can entscheidend abgefälschte Schuss brachte das 2:0 aus RB-Sicht (30.). Die Tedesco-Ef präsentierte sich einfach gnadenlos effektiv. Bis zur Halbzeit ging die Rechnung - dem Gegner den Ball überlassen, bei Verlust blitzschnell umschalten, Konter klug ausspielen - voll auf.

Zur zweiten Hälfte stellte BVB-Coach Rose auf Viererkette um, verzichtete aber ebenso wie sein Gegenüber auf Wechsel. An den Kräfteverhältnissen auf dem Rasen änderte sich ebenso nichts. Der BVB mühte sich zwar, blieb aber ohne Ideen. Leipzig stand stabil, machte die Räume eng, ackerte und lauerte. Und belohnte sich. Nkunku leitete nach einer knappen Stunde den nächsten der an diesem Abend blitzgefährlichen RB-Konter ein. Pass auf Dani Olmo, Pass zu Laimer, Hackenablage zurück zum Franzosen - 3:0 (59.). Nun wechselte Rose, brachte Mahmoud "Mo" Dahoud und Donyell Malen für Axel Witsel und Marius Wolf. Auch Tedesco tauschte doppelt. Für Mukiele und Kevin Kampl durften Lukas Klostermann und Emil Forsberg ran (68.). Spannend: Die offensiveren Wechsel tätigte RB. Klare Botschaft von der Bank: Wir ziehen uns hier nicht zurück.

Taten sie auch nicht. Nur einmal wackelte die Leipziger Abwehr. Malen nutzte diese seltene Gelegenheit, brachte den Ball im Gewühl über die Linie. Doch das 3:1 (84.). blieb nur eine Momentaufnahme. Keine 120 Sekunden später setzte Olmo den Schlusspunkt hinter einen souveränen RB-Auftritt.

Die Statistik zum Spiel:

Dortmund: Kobel - Can, Akanji, Hummels, Guerreiro - Witsel (61. Dahoud), Bellingham, Reus (74. Reyna), Wolf (61. Malen), T. Hazard (74. Brandt) - Haaland.

Leipzig: Gulacsi - Simakan (77. Halstenberg), Orban, Gvardiol - Mukiele (68. Klostermann), Laimer, Kampl (68. Forsberg), Angelino, Olmo (89. Novoa), Nkunku - Silva (77. Szoboszlai).

Tore: 0:1/0:2 Laimer (21./30.); 0:3 Nkunku (58.); 1:3 Malen (84.); 1:4 Olmo (86.).

Zuschauer: 81.365 (ausverkauft).