07. August 2021 / 17:24 Uhr

Souveräner Pokal-Auftritt: RB Leipzig gibt sich beim 4:0 in Sandhausen keine Blöße

Souveräner Pokal-Auftritt: RB Leipzig gibt sich beim 4:0 in Sandhausen keine Blöße

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
07.08.2021, Baden-Württemberg, Sandhausen: Fußball: DFB-Pokal, SV Sandhausen - RB Leipzig, 1. Runde, Hardtwaldstadion. Leipzigs Torschütze Willi Orban (3.v.l.) jubelt mit Mannschaftskollegen über das Tor zum 0:1. (WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen.) Foto: Uwe Anspach/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Jubel bei RB Leipzig nach dem klaren 4:0-Erfolg in der ersten DFB-Pokalrunde beim SV Sandhausen © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Gelungene Pflichtspielpremiere für Leipzigs neuen Trainer Jesse Marsch nach dem klaren Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals. Die Treffer für die jederzeit überlegenen Messestädter erzielten Willi Orban, Amadou Haidara, Christopher Nkunku und Dominik Szoboszlai.

Sandhausen. Es kam wie es kommen musste und allseits erwartet wurde. Vize-Meister RB Leipzig nimmt die Pokal-Hürde SV Sandhausen, gewinnt beim Zweitligisten 4:0 (2:0) und steht in der zweiten Runde. Der unverwüstliche Willi Orban setzt vor 4067 Zuschauern (400 aus Leipzig) mit einem Kopfball-Treffer den Zug aufs Gleis (20.), Amadou Haidara (45.) legt zum 2:0-Halbzeitstand nach, der bärenstarke Christopher Nkunku netzt zum 3:0 ein (60.), Dominik Szoboszlai macht den Deckel drauf (81.). Die Generalprobe für den Bundesliga-Start beim FSV Mainz 05 ist gelungen, das Team von Neu-Trainer Jesse Marsch besticht zunächst durch gefährliche Standards, wird dann auch aus dem Spiel heraus zwingend und kommt dem Ziel Berlin eine Runde näher.

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Sabitzer fehlt verletzt - Neuzugang Silva in der Startelf

Jesse Marsch muss im idyllisch gelegenen BWT-Stadion am Hardtwald unter anderem auf Kapitän Marcel Sabitzer verzichten. Der 27-Jährige laboriert an einer Muskelverhärtung, blieb in Leipzig, soll in Mainz am kommenden Sonntag mit von der Partie sein. Dass sich in der Personalie MS bis zum Ende der Transferphase noch etwas tun könnte, ist lebensnah.

JETZT Durchklicken: Die Bilder zum klaren 4:0-Erfolg der Roten Bullen!

RB Leipzig zieht nach einem klaren 4:0-Erfolg gegen den SV Sandhausen in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Zur Galerie
RB Leipzig zieht nach einem klaren 4:0-Erfolg gegen den SV Sandhausen in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. ©

Marsch mit einer Mischung aus Fußballern, die schon beim ersten Training dabei waren und jenen, die bei der EM für ihr Land gegen den Ball getreten haben. Zur letztgenannten Helden-Gruppe gehören Peter Gulacsi, Willi Orban, Emil Forsberg und Neuzugang André Silva. Zweiter Neuer in der Start-Formation: Innenverteidiger Mohamed Simakan. Fingerzeig in Sachen Vereinswechsel: Mittelstürmer Alexander Sörloth ist nicht mit nach Sandhausen gekommen.

Silva vergibt nach zwei Minuten die Führung

Die erste Chance hat Silva nach Amadou-Haidara-Pass. Dem Portugiesen rutscht der Ball über den Spann. Die Gastgeber beschränken sich aufs Verengen der Räume, machen das durchaus geschickt, lassen wenig zu. RB macht aus der Not eine Tugend und stürzt sich auf eine neue Stärke: Ruhende Bälle von Monsieur Nkunku.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: Der ungarische Volksheld bekommt 75 Minuten lang keinen Ball aufs Tor, bestaunt hochkonzentriert den hochkonzentrierten Vortrag seiner Vorderleute. Dann verhindert er spektakulär das 3:1. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Der ungarische Volksheld bekommt 75 Minuten lang keinen Ball aufs Tor, bestaunt hochkonzentriert den hochkonzentrierten Vortrag seiner Vorderleute. Dann verhindert er spektakulär das 3:1. Note 2. ©

In der 17. Minute zwingt Orban Keeper Patrick Drewes zu einer Glanztat a la Gordon Banks. Vorangegangen: Ein Eckball von Nkunku. Kurz darauf bejubelt Simakan sein Kopfball-Tor -nach Nkunku-Ecke - zu früh. Kein Tor, Simakan hatte Immanuel Höhn gefoult. Dann fällt das verdiente Leipziger 1:0. Via, ja, Standard. Butterweicher Freistoß von Angelino, Orban steigt am berühmten langen Pfosten empor und rammt den Ball ins Netz (20.). Zwei Minuten später fällt fast das 2:0. Forsberg passt auf Nkunku, der legt quer auf Silva, der das Leder knapp verpasst, aber schmerzhaft den Pfosten rasiert. Nix passiert.

Amadou Haidara sorgt kurz vor der Pause für klare Verhältnisse

Nach einer weiteren Nkunku-Ecke trifft Simakan den Pfosten. Dann klärt Keeper Drewes gegen den quirligen Franzosen. Das überfällige Leipziger 2:0 fällt kurz vom Halbzeitpfiff. Der omnipotente Nkunku passt in den Lauf von Amadou Haidara, der trifft zum Pausenstand.


DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

 Willi Orban (RB Leipzig): Ich persönlich konnte schon bei der EM wieder ein bisschen ein Gefühl dafür kriegen, wie es ist, vor Zuschauern zu spielen. Das ist für mich eine andere Sportart. Klar es war ausverkauft in Budapest bei den Heimspielen, aber heute war es für mich genauso schön. Wir wussten vor dem Spiel nicht genau, wie weit wir sind. Wir hatten eine lange Vorbereitung, haben das Trainingslager hinter uns und haben einige Dinge verändert im Vergleich zu den Vorjahren. Das Spiel war gut für‘s Selbstvertrauen. Zur Galerie
 Willi Orban (RB Leipzig): "Ich persönlich konnte schon bei der EM wieder ein bisschen ein Gefühl dafür kriegen, wie es ist, vor Zuschauern zu spielen. Das ist für mich eine andere Sportart. Klar es war ausverkauft in Budapest bei den Heimspielen, aber heute war es für mich genauso schön. Wir wussten vor dem Spiel nicht genau, wie weit wir sind. Wir hatten eine lange Vorbereitung, haben das Trainingslager hinter uns und haben einige Dinge verändert im Vergleich zu den Vorjahren. Das Spiel war gut für‘s Selbstvertrauen." ©

Wiederbeginn und erneute Haidara-Gala. Der Mittelfeldmann tankt sich außen durch, legt perfekt auf Nkunku, dessen Knaller vom starken Drewes neben den Pfosten gefingert wird (49.). RB hat alles im Griff, die wacker kämpfenden, aber in allen Belangen unterlegenen Sandhäuser, sehen das Gehäuse von Gulacsi nur durchs Fernglas. Die Entscheidung der einseitigen Partie lässt nicht lang auf sich warten. In der 60. Minute setzt Silva den alle(s) überragenden Nkunku ein, 3:0. Marsch wechselt jetzt munter durch, bringt Hee-chan Hwang, Brian Brobbey, Konrad Laimer, Dominik Szoboszlai und den erst 16-jährigen Lars Sidney Raebiger. Sandhausen kommt in der 75. Minute zur ersten Chance, es ist eine Hundert-Prozentige durch Janik Bachmann. Die vereiteln Gulacsi und Simakan mit Klasse und Mut. Dann schlägt Szoboszlais Stunde. Der Ungar ist nach Hwang-Traumpass auf und davon, umkurvt Torhüter Drewes und trifft zum 4:0 (81.). Das war´s.