18. November 2020 / 16:58 Uhr

Souveräner Sieg beim Galopp-Halali: Favorit Dato gewinnt Saison-Finale in Dresden

Souveräner Sieg beim Galopp-Halali: Favorit Dato gewinnt Saison-Finale in Dresden

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Alexander Pietsch auf Dato war strahlender Sieger.
Alexander Pietsch auf Dato war strahlender Sieger. © Steffen Manig
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Beim Saison-Finale auf der Rennbahn in Dresden-Seidnitz gewann der Favorit Dato unter Alexander Pietsch den Galopp-Halali. Der vierjährige Hengst kam dabei mit fast vier Längen Vorsprung ins Ziel.

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Dresden. Bei sonnigem Herbstwetter wurde am Buß- und Bettag traditionell zum Saison-Halali auf der Galopprennbahn in Seidnitz geblasen. Doch wirklich Freude kam bei Rennvereins-Präsident Michael Becker trotz der guten Bedingungen für Pferde und Reiter nicht auf: „Die Stimmung auf den Rängen fehlt. Das ist schon bitter.“

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Das sah auch Ex-Champion Alexander Pietsch so: „Das macht mich schon traurig, gerade am letzten Renntag sind sonst in Dresden viele Zuschauer da und sorgen für ein tolles Flair.“ Dennoch hatte der 48-Jährige auch Grund zum Strahlen. Denn er sicherte sich mit dem Favoriten Dato aus dem Düsseldorfer Stall von Sascha Smrczek den Sieg im Großen Dresdner Herbstpreis ganz souverän. Er suchte sich ganz clever auf der Außenbahn den besten Boden und gewann das mit 12.500 Euro dotierte Listenrennen – übrigens das letzte in der Saison in Deutschland – mit fast vier Längen Vorsprung vor Enjoy the Moon mit Martin Seidl im Sattel und Perfect Pitch, geritten von Tommaso Scardino.

„Natürlich waren wir mit dem tollen Pferd Favorit. Ich hatte dann auch den Mut, auf die Außenbahn zu gehen und damit das bessere Geläuf zu haben. Das zahlte sich aus“, so der gebürtige Dresdner, der seine Heimbahn in- und auswendig kennt. Für Pietsch war es in diesem Rennen nach 2010 mit Schiller Danon und 2014 mit Superplex bereits der dritte Erfolg.

Claudia Barsig zweimal erfolgreich

Auch sonst gab es für die Lokalmatadoren in den neun Rennen mit 91 Vollblütern einiges zu feiern, denn vier Siege erkämpften die Trainer aus den Seidnitzer Quartieren. Den Anfang machte der sechsjährige Hengst So Brave aus dem Stall von Trainerin Claudia Barsig, den der junge Leo Wolff genau nach Oder ritt und fing mit einem vehementen Schluss-Spurt die anderen Favoriten noch ab. Der 16-Jährige meinte später ganz cool: „Die 1900 Meter ist die Maximaldistanz für ihn, da mussten wir das Feld von hinten aufräumen.“

Und Claudia Barsig konnte eine halbe Stunde danach erneut jubeln, denn die vierjährige Novika unter Wladimir Panov sorgte für den zweiten Tageserfolg und den zwölften Jahrestreffer insgesamt. Ebenfalls zwei Erfolge steuerten die Schützlinge von Stefan Richter zum guten Seidnitzer Ergebnis bei. Erst konnte der dreijährige Koenigsstern, der ebenfalls von Panov geritten wurde, gewinnen, bevor im letzten Rennen dieser Saison der fünfjährige Wallach Girard unter Leo Wolff für den 17. Jahreserfolg des Trainers sorgte.

Acht Renntage nächste Saison

Mit 129.919,67 Euro fiel der Umsatz natürlich deutlich geringer aus, als man es sonst in Seidnitz gewohnt ist. So fiel auch das Saison-Fazit von Michael Becker eher durchwachsen aus: „Es war eine Saison zum Abhaken. Ohne Publikum ist es einfach gruselig. Dazu sorgte der nach zwei Rennen abgebrochene Regen-Renntag im August für die Höchststrafe in unseren Kassen. Bis dahin hatten wir ein gewisses Polster, das dadurch aufgefressen wurde. Ich befürchte, dass wir nach dem Kassensturz zum Schluss mit einem Minus abschließen.“

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Dennoch wolle man keinesfalls den Kopf in den Sand stecken und hofft nach dem Corona-Seuchenjahr auf bessere Zeiten. „Nächste Saison planen wir vorerst mit acht Renntagen. Zum Glück haben uns unsere Sponsoren nicht im Stich gelassen und halten zur Stange“, so Becker.