01. September 2019 / 18:54 Uhr

In Gedanken bei Freund Hubert: Der emotionale Premierensieg von Leclerc in Spa 

In Gedanken bei Freund Hubert: Der emotionale Premierensieg von Leclerc in Spa 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der traurige Sieger: Charles Leclerc widmete seinen Sieg beim Formel-1-Rennen in Spa dem verstorbenen Anthoine Hubert.
Der traurige Sieger: Charles Leclerc widmete seinen Sieg beim Formel-1-Rennen in Spa dem verstorbenen Anthoine Hubert. © Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
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Ein Rennen zwischen business as usual und Schockzustand: Nach dem Tod des am Samstag auf der Rennstrecke von Spa verunglückten Formel-2-Piloten Anthoine Hubert fand am Sonntag der Große Preis von Belgien statt. Jubeln konnte Charles Leclerc über seinen Premierensieg nicht.

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Charles Leclerc zeigte mit dem Finger in den Himmel: Im Moment seines bisher größten Triumphs in der Formel 1 war er mit den Gedanken vor allem bei seinem toten Freund Anthoine Hubert. Der Monegasse konnte seine Triumphfahrt beim Großen Preis von Belgien von der Pole aus nur mit verhaltener Freude genießen. Knapp 24 Stunden nachdem Hubert im Rennen der Formel 2 verunglückt und danach gestorben war, nahm er seine erste Siegertrophäe mit einem Trauerflor entgegen. Auf eine Champagnerdusche mit dem Zweitplatzierten Lewis Hamilton und dem Drittplatzierten Valtteri Bottas von Mercedes verzichtete Leclerc auch, er nahm nicht mal einen Schluck aus der Magnum-Flasche. Den Sieg widmete er Hubert.

Leclerc: "Ich werde ihn immer in Erinnerung behalten"

„Es ist sehr schwer“, sagte Leclerc: „Ich kann meinen ersten Sieg nicht wirklich genießen, aber ich werde ihn für immer in Erinnerung behalten.“ Das gilt auch für Hubert, mit dessen Schriftzug auch Leclercs Ferrari geschmückt war. Nach den in der Schlussphase verpassten Siegen von Bahrain und Österreich, nutzte Leclerc die dritte Pole seiner Karriere diesmal souverän und brachte die Kräfteverhältnisse bei Ferrari weiter ins Wanken.

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Ferrari-Teamkollegen Sebastian Vettel kam nicht über Platz vier hinaus, die Siegloszeit geht weiter, der 52. und bis dato letzte Erfolg war dem 32 Jahre alten Deutschen vor gut einem Jahr in Spa gelungen. Im WM-Klassement hat Vettel nun 99 Punkte Rückstand auf den unangefochtenen WM-Spitzenreiter Hamilton (268) auf dem Weg zum sechsten Titel. „Ich habe mich heute einfach schwer getan und nicht das Gefühl gefunden“, sagte Vettel. Der Sieg für Leclerc sei schön fürs Team und den Kollegen, der eigene Eindruck sei aber der, der am stärksten durchdringe.

Schweigeminute für Hubert

Als normales Rennen wird dieser Große Preis nicht in Erinnerung bleiben. Eine Absage hatte aber nicht zur Disposition gestanden. Bevor es losging, versammelten sich alle Piloten zu einer Schweigeminute um einen Helm Huberts. Dessen Mutter und Bruder kämpften hinter Sonnenbrillen mit den Tränen. Auch die Fahrer rangen um Fassung, vor allem für Leclerc war es hart, vor vier Jahren hatte er in Jules Bianchi schon einmal einen guten Freund infolge eines tödlichen Unfalls verloren.

Von einem weiteren ergreifenden Moment bekamen die Piloten an diesem emotionalen Wochenende in Belgien kaum etwas mit. Zu Ehren Huberts standen die Zuschauer in der 19. Runde auf und applaudierten - der tödlich verunglückte Franzose trat in der Formel 2 mit der Nummer 19 an. Es blieb ein Rennen zwischen business as usual und Schockzustand.

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