03. August 2019 / 10:00 Uhr

Spagat zwischen U23 und Profis des VfL Wolfsburg: Das kam für Siersleben "überraschend“

Spagat zwischen U23 und Profis des VfL Wolfsburg: Das kam für Siersleben "überraschend“

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Tim Siersleben
Haut sich rein: Als Kapitän der U19 schaffte VfL-Talent Tim Siersleben (r.) den Sprung in den Herrenbereich und durfte sich in der Vorbereitung bei den Wolfsburger Profis zeigen. Bis 2016 hatte der Innenverteidiger für den 1. FC Magdeburg gespielt (kl. Bild). © Boris Baschin
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Sprung vom Jugend- in den Herrenbereich, Vorbereitung bei der U23, bei den Profis mittrainiert und Testspiele absolviert: Aufregende Wochen liegen hinter VfL-Innenverteidiger Tim Siersleben. Am Sonntag (15 Uhr) gastiert er mit dem Wolfsburger Fußball-Regionalligisten beim VfB Oldenburg – die nächste interessante Aufgabe.

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Nach zehn Jahren beim 1. FC Magdeburg war Siersleben 2016 in die U17 des VfL gewechselt. Schnell entwickelte er sich dort zu einer festen Größe. In der abgelaufenen Saison führte er die A-Jugend als Kapitän bis ins Halbfinale der deutschen Meisterschaft, gegen den VfB Stuttgart gab’s das Aus. Es folgte der Schritt in den Herrenbereich – und dann ging es ziemlich schnell. „Ich hatte knapp drei Wochen Urlaub, dann kam alles etwas unerwartet“, sagt Siersleben. Los ging’s in der zweiten Mannschaft, es folgte das Trainingslager in Polen. Mit guten Leistungen machte er auf sich aufmerksam, durfte sich bei den Profis zeigen, reiste dann mit dem Bundesliga-Team ins Trainingslager nach Schladming. „Mein Ziel war die U23, alles andere war Bonus. Aber es ist schön und lehrreich. Ich bin stolz, die Chance bekommen zu haben“, so der 19-Jährige.

Zunächst orientierte sich das Nachwuchstalent an John Yeboah und Elvis Rexhbecaj, „die ich von früher kenne“, dann auch an Pavao Pervan, Wout Weghorst und Zimmer-Kollege Xaver Schlager. Bei den Profis wurde er gut aufgenommen. Allerdings stellte Siersleben schnell fest: „Im Herrenbereich ist es anders als in der Jugend – körperbetonter, anstrengender und von der Physis her intensiver.“

Auch Gespräche mit Chefcoach Oliver Glasner hat der Abwehrmann schon geführt. „Er hat mir Feedback gegeben und gesagt, dass er mit meiner Einstellung zufrieden ist“, erzählt Siersleben, merkt aber auch selbstkritisch an: „Ich weiß, dass ich noch an meiner Athletik arbeiten und schneller werden muss.“ Als Vorbild sieht der Wolfsburger Dortmunds Mats Hummels. „Von seiner Ruhe am Ball und seinem Stellungsspiel schaue ich mir immer was ab“, sagt der VfLer und sieht leichte Parallelen. „Ein gutes Passspiel habe ich auch.“

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Schladming, VfL Wolfsburg, Trainingslager, Fu§ball, …sterreich, Bundesliga, 07.2019, Saison 2019/20, Zur Galerie
Schladming, VfL Wolfsburg, Trainingslager, Fu§ball, …sterreich, Bundesliga, 07.2019, Saison 2019/20, ©

Auch charakterlich ist Siersleben ähnlich gestrickt wie der Weltmeister von 2014. „Neben dem Platz bin ich eher ruhig und bodenständig. Ich bin nicht zurückhaltend, aber auch kein Lautsprecher. Ich weiß, was ich kann, und was nicht. Auf dem Platz möchte ich immer gewinnen und eine Führungsrolle einnehmen“, beschreibt sich Siersleben.

Die nächste Chance auf drei Punkte bietet sich am Sonntag in Oldenburg. Ob er am Samstag für die Profis im Test gegen Nizza aufläuft, entscheidet sich spontan. „In Oldenburg wird es sicher wieder eklig, ähnlich wie in Flensburg“, glaubt Siersleben. Möglicherweise muss er dann mit Jan Rosenthal gegen einen ehemaligen Bundesliga-Spieler (lange Hannover 96) verteidigen. „Grundsätzlich ist mir egal, gegen wen ich spiele“, sagt der Wolfsburger, der in der Regionalliga „so viel wie möglich spielen und am Meisterschaftsrennen teilnehmen“ will.

An seinen ersten Bundesliga-Einsatz denkt er noch nicht: „Manchmal kann es ganz schnell gehen, aber man muss auch realistisch bleiben. Ich genieße gerade das Hier und Jetzt – darauf darf ich mich jedoch nicht ausruhen.“

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Ziehl: "Eine absolut positive Erscheinung"

Trainingsfleißig zeigte sich VfL-Youngster Tim Siersleben in seinen ersten Wochen im Herrenbereich. Das gefällt auch VfL-II-Trainer Rüdiger Ziehl.
„Tim ist eine absolut positive Erscheinung, sowohl bei der U23 als auch bei den Profis“, lobte der Coach und ergänzte: „Er setzt die Dinge, die man ihm sagt, direkt um. Er ist sehr lernwillig. Er ist auf einem guten Weg, bei uns eine etablierte Kraft zu werden.“
Im Spiel beim VfB Oldenburg wird Siersleben wieder dabei sein. Einen Wechsel nimmt Ziehl im Tor vor: Für Niklas Klinger wird Phillip Menzel spielen. Iba May, Jannes Tasche, Davide Itter, Jesaja Herrmann, Adrian Goransch und Maximilian Janke fehlen.