23. September 2022 / 10:47 Uhr

Beben im spanischen Frauen-Nationalteam: 15 Spielerinnen aus Protest gegen Trainer zurückgetreten

Beben im spanischen Frauen-Nationalteam: 15 Spielerinnen aus Protest gegen Trainer zurückgetreten

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jorge Vilda ist seit 2015 Trainer der spanischen Frauen-Nationalmannschaft.
Jorge Vilda ist seit 2015 Trainer der spanischen Frauen-Nationalmannschaft. © IMAGO/NurPhoto
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15 Spielerinnen der spanischen Frauen-Nationalmannschaft sind geschlossen aus Protest gegen Trainer Jorge Vilda zurückgetreten. Der spanische Verband verteidigt den Coach, der trotz des Drucks nicht entlassen werden soll.

Rücktrittsbeben im spanischen Frauen-Nationalteam: Insgesamt 15 Spielerinnen der Nationalmannschaft stehen der Auswahl vorerst nicht mehr zur Verfügung. Der nationale Verband RFEF gab am späten Donnerstagabend bekannt, dass die 15 Spielerinnen mit E-Mails in gleichem Wortlaut ihr Aus mitgeteilt hatten. Grund für den Massenrücktritt ist Trainer Jorge Vilda. Weltfußballerin Alexia Putellas vom FC Barcelona, die derzeit einen Kreuzbandriss auskuriert, soll nach Medienberichten nicht zu den zurückgetretenen Spielerinnen gehören.

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In dem Schreiben erklärten die Fußballerinnen, dass die aktuelle Situation unerträglich sei. Die Spielerinnen sehen laut eigenen Angaben ihre Gesundheit und ihren emotionalen Gemütszustand beeinträchtigt. Wie die spanische Zeitung El Periodico berichtet, sind angeblich mangelnde Qualifikationen des Nationaltrainers mit ausschlaggebend für diesen Schritt. Die Spielerinnen stellen den 41 Jahre alten Coach angeblich für die "unzureichenden Trainingsabläufe" und das frühe Aus bei der Europameisterschaft in Frage - Spanien scheiterte im Viertelfinale am späteren Europameister England.

Der spanische Verband reagierte bereits mit deutlichen Worten auf die 15 Rücktritte. Man wolle dem Druck nicht nachgeben. Die Erklärungen seien "beispiellos in der Geschichte des Fußballs". Man werde den betroffenen Frauen "nicht gestatten, die Kontinuität des Nationaltrainers und seines Trainerstabs infrage zu stellen, da derartige Entscheidungen nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen". Man werde keinerlei Art von Druck von Seiten der Spielerinnen zulassen. "Diese Art von Manöver sind schädlich und entsprechen nicht den Werten des Fußballs und des Sports", hieß es.

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Der RFEF nannte es "eine beispiellose Situation in der Geschichte des Fußballs, sowohl bei den Männern als bei den Frauen, in Spanien und weltweit" und wies zudem daraufhin, dass den Spielerinnen eine zwei- bis fünfjährige Sperre drohe. Der Verband wolle die zahlreichen Ausfalle möglicherweise vorerst mit Jugendspielerinnen kompensieren. "Die Spielerinnen, die ihren Rücktritt eingereicht haben, werden künftig nur noch in die Nationalmannschaft zurückkehren, wenn sie ihren Fehler akzeptieren und um Verzeihung bitten", teilt der RFEF mit.