21. Juli 2021 / 18:27 Uhr

Spannende Stunden für Leipzigs Ruder-Ass Thiele in Tokio

Spannende Stunden für Leipzigs Ruder-Ass Thiele in Tokio

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
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Das Duo Annekatrin Thiele und Leonie Menzel ist schon am Freitag gefordert. © Detlev Seyb/Privat
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Mit Glückssocken im Boot: Ruderin und DHfK-Ausnahmeathletin Annekatrin Thiele startet in der Nacht zum Freitag im Doppelzweier mit Leonie Menzel bei den Sommerspielen in Japan durch. Die Athletin hat erfolgreich das Trainingscamp absolviert und ist für ihre vierte Olympia-Teilnahme gerüstet.

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Tokio. Die Spannung steigt. Leipzigs Weltklasse-Ruderin Annekatrin Thiele (36) fiebert in Tokio ihrem vierten Start bei einer olympischen Regatta entgegen. Im Doppelzweier mit Leonie Menzel (22/Düsseldorf) wird die Rio-Doppelvierer-Olympiasiegerin in der Nacht zum Freitag (4 Uhr/MESZ) den Vorlauf bestreiten. Bereits am Donnerstag (7 Uhr deutscher Zeit) lüftet der DOSB das Geheimnis, wie Annekatrin Thiele bei der Wahl zur Fahnenträgerin abgeschnitten hat.

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Oberstes Gebot: Disziplin

Land und Leute konnte die Skull-Spezialistin vom SC DHfK bereits seit 1. Juli kennenlernen – unter der Maßgabe, was in Corona-Zeiten erlaubt ist. Gemeinsam mit dem DRV-Team bereitete sich die Leipzigerin in Kinosaki, der Stadt der heißen Quellen, im westlichen Japan vor. Doch die Nutzung der Quellen im Team-Hotel war untersagt. Nichtsdestotrotz verabschiedete sie sich mit sehr guten Erinnerungen aus den zwei Akklimatisierungs-Wochen. „Wir haben noch mal einen Schritt vorwärts gemacht, es lief gut“, so die Polizeihauptmeisterin. Das galt trotz der wechselnden Wetterbedingungen auf dem Maruyama River. Strömung, Wind und Regen seien eine Herausforderung gewesen, so Sportdirektor Mario Woldt. Ausfallen musste keine Einheit.

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„Die Menschen waren super herzlich. Zu jedem Training standen sie entlang der Strecke. haben gejubelt und fotografiert. Das war toll, auch wenn wir ihnen nur zuwinken konnten“, schilderte Annekatrin Thiele ihre Eindrücke. Schüler hatten der deutschen Ruder-Crew Glücksbringer gebastelt. In kleinen Rucksäcken versteckten sich handgeschriebene Motivationssprüche sowie eine Goldmedaille. Ein zusätzliches gutes Omen für Ausnahmeathletin Thiele, die nie ohne ihre Glückssocken ins Boot steigt. Krönender Abschluss des Trainingscamps war ein Tempelbesuch, wo „uns ein Mönch gesegnet hat“. Auf der neunstündigen Fahrt nach Tokio wurde der Vulkan Fuji gesichtet, mit 3.776 Metern höchster Berg Japans.

Im olympischen Dorf ist Disziplin oberstes Gebot. „In der Mensa hat jeder seine Kabine aus Plexiglas-Scheiben. Aber ich freue mich ja schon, dass wir überhaupt gemeinsam essen können“, so die Leipzigerin.