13. Januar 2020 / 19:38 Uhr

Sparkasse & VGH CUP: „Das war toller Fußball, kein Gebolze“

Sparkasse & VGH CUP: „Das war toller Fußball, kein Gebolze“

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Zum 21. Mal an der Bande in Göttingen: Schalke-Trainer Norbert Elgert.
Zum 21. Mal an der Bande in Göttingen: Schalke-Trainer Norbert Elgert. © Swen Pförtner
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Die 31. Auflage des Sparkasse & VGH CUPs in Göttingen ist Geschichte. Was bleibt, sind wieder einmal Erinnerungen an spannende Duelle David gegen Goliath, herrliche Tore, ausgelassene Stimmung und viel Prominenz am Rande der Bande. Nur mit dem Sieger, mit dem hatte eigentlich niemand gerechnet.

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Das Salz in der Suppe machten aber wie immer die regionalen Mannschaften aus – die mehr als nur Achtungserfolge errungen. Ob Eintracht Northeim beim 2:2 gegen Werder Bremen, TuSpo Petershütte beim 2:2 gegen den späteren Sieger FSV Mainz 05 (übrigens der einzige Punktgewinn der Harzer im gesamten Turnier) oder die SVG Einbeck, die Hannover 96 beim knappen 2:3 gehörig Paroli bot: Wenn die Kleinen die Großen ärgerten, bebte die Lokhalle ganz besonders heftig.

Finaltag 2020 des Sparkasse & VGH CUPs in Göttingen

Die besten Bilder vom Finaltag des Sparkasse & VGH CUPs 2020 in Göttingen. Zur Galerie
Die besten Bilder vom Finaltag des Sparkasse & VGH CUPs 2020 in Göttingen. © Schneemann/Pförtner

Das Niveau der liebevoll Regios genannten heimischen Teams sei noch einmal gestiegen, sagt denn auch Lutz Renneberg vom Cup-Veranstalter Fest GmbH. „Einige haben an der Obergrenze ihrer Leistungsfähigkeit gespielt. Northeim war wieder sehr stark. Besonders beeindruckt hat mich aber der SV Rotenberg, der hervorragend gespielt und zu Recht die Zwischenrunde erreicht hat.“ Insgesamt hätten die regionalen Teams einen „sehr sympathischen Auftritt hingelegt“, urteilt Renneberg und schließt dabei die Fans ausdrücklich mit ein, von denen immerhin mehr als 11000 an allen vier Tagen in die Lokhalle strömten.

Auch die Profi-Mannschaften ließen sich nicht lumpen und zeigten phasenweise begeisternden Hallenfußball. Wobei das Turnier insgesamt so ausgeglichen wie lange nicht gewesen sei, sagt Renneberg. Die eine Übermannschaft habe es nicht gegeben. Mehr noch: „Es waren viele extrem enge Spiele dabei. Das war toller Fußball, kein Gebolze. Es hat einfach Spaß gemacht, zuzuschauen.“

Die Entscheidung im Finale Mainz gegen Fulham

Wobei auch Renneberg vor dem Viertelfinale sicherlich nicht auf den FSV Mainz 05 als Cup-Sieger getippt hätte. „Aber Mainz hat sich im Verlauf des Turniers echt gesteigert und hatte auch das nötige Quäntchen Glück. Fulham hätte ebenso gut gewinnen können. Am Ende haben nur Nuancen den Unterschied gemacht.“

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In Erinnerungen bleiben werden außer einem spannenden Finale, das die Mainzer mit 3:1 erst in der Verlängerung entschieden, auch viele bekannte Gesichter. Berühmtester Mann an der Bande war dabei sicherlich Weltmeister Andi Möller, derzeit Nachwuchsleiter von Eintracht Frankfurt. Der Ex-Profi lobte das Turnier in den höchsten Tönen: „Ich bin sehr begeistert, vor allem über die Qualität der teilnehmenden Mannschaften. Ich muss den Organisatoren ein großes Kompliment machen. In der Halle herrscht eine richtig tolle Atmosphäre – das macht einfach riesigen Spaß. So toll besetzte und gute organisierte Hallenturniere gab es zu meiner Zeit nicht.“

Sparkasse & VGH CUP: Die Spiele am Sonnabend

Sparkasse & VGH CUP: Die Spiele am Sonnabend Zur Galerie
Sparkasse & VGH CUP: Die Spiele am Sonnabend © Schneemann/Pförtner

Und dann war da ja auch noch Turnier-Trainer-Urgestein Norbert Elgert. Der bekannte Nachwuchscoach des FC Schalke 04 stand zum 21. Mal beim Sparkasse & VGH CUP in Göttingen an der Bande – und belegte mit seinem Team am Ende den dritten Rang. „Der 3. Platz ist ehrenwert – das war ein super Auftritt. Gegen Mainz im Halbfinale waren wir zu 100 Prozent gleichwertig. Leider hat der FSV einen Treffer mehr als wir erzielt. Insgesamt habe ich im gesamten Turnier kein Team gesehen, das besser war als wir“, sagt Elgert. „Der Titel war drin.“ Es wäre ein wunderbares Geburtstagsgeschenk gewesen für Elgert, denn der Trainer feierte am Montag seinen 63. Geburtstag.

So viele Lebensjahre kann der Sparkasse & VGH CUP zwar noch nicht vorweisen. Es gibt aber auch keine Hinweise darauf, dass ihm das nicht noch gelingen sollte. Die Profiteams jedenfalls wollen nach Angaben von Renneberg alle wiederkommen. Und die Regios sowieso. Den Duellen David gegen Goliath steht somit auch in den nächsten Jahren eigentlich nichts im Wege.

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