14. Januar 2019 / 16:45 Uhr

Sparkasse & VGH CUP Göttingen: Kommt Paris-Saint-Germain?

Sparkasse & VGH CUP Göttingen: Kommt Paris-Saint-Germain?

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Wo ist der Ball? Kurioses Foto aus dem Vorrundenspiel zwischen Hannover 96 und JFV West Göttingen.
Wo ist der Ball? Kurioses Foto aus dem Vorrundenspiel zwischen Hannover 96 und JFV West Göttingen. © Swen Pförtner
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Das hatte kaum jemand auf dem Schirm: Mit Fortuna Düsseldorf hat ein Neuling beim Sparkasse & VGH CUP 2019 triumphiert – und das auch noch gegen die hochgelobten Belgier vom FC Brügge. Rund 11000 Zuschauer pilgerten in die Lokhalle. Unterdessen zieht der Veranstalter ein positives Fazit.

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Wie fällt das sportliche Resümee aus?

Vor allem die Regionalteams haben noch einmal eine Schippe draufgelegt – und mehr als nur Achtungserfolge errungen. Ob Eintracht Northeim beim 2:2 gegen Alkmaar, die JSG Weper beim 0:0 gegen Augsburg oder Tuspo Petershütte beim 2:1 gegen Eintracht Frankfurt – wenn die Kleinen die Großen ärgerten, bebte die Lokhalle ganz besonders heftig. Getoppt wurde das nur noch vom 2:0-Sieg des 1. SC Göttingen 05 gegen Alkmaar. Welch ein Spiel! Was für Emotionen auf dem Spielfeld und auf den Rängen! Das war Werbung für den Fußball.

Die betrieben natürlich auch die Profiteams, allen voran der FC Brügge und Austria Wien. Es war eine Augenweide, den beiden Mannschaften zuzusehen, das taktische Geschick und die technische Finesse zu bestaunen. Viele hatten schon das Halbfinale zwischen den beiden Teams zum vorgezogenen Finale erklärt – doch das beeindruckte die Düsseldorfer nicht im Geringsten. Mit welcher Physis sich die Rheinländer nach dem frühen 0:2 im Finale zurück ins Spiel kämpften, war beeindruckend. Genauso beeindruckend, wie die jungen Spieler des FC Brügge nach der unglücklichen Niederlage im Neunmeterschießen den Siegern gratulierten.

Bilder vom Finaltag: Der Sparkasse & VGH CUP 2019

Bilder: Der Sparkasse & VGH CUP am Sonntag Zur Galerie
Bilder: Der Sparkasse & VGH CUP am Sonntag © Schneemann/Pförtner

„Das Niveau war sehr gut, vor allem das Niveau der Regios war deutlich besser. Das hat das Turnier noch attraktiver gemacht“, sagt auch Lutz Renneberg vom Cup-Veranstalter Fest GmbH. „Sonst gab es ein, zwei starke Teams, diesmal haben mehrere richtig gut gespielt. Wobei der 1. SC Göttingen 05 natürlich nicht zu toppen war. Bei denen hat viel gepasst, zumal sie mit Marcel Jünke einen Torwart in ihren Reihen hatten, der nicht nur gut gehalten, sondern auch mit Ruhe und Passgenauigkeit geglänzt hat.“ Auch der JFV Rhume-Oder, Northeim und Petershütte hätten überzeugt. Wobei insbesondere Northeim das Weiterkommen verdient gehabt hätte, so Renneberg. „Mit zwei Siegen, drei Unentschieden und einer Niederlage auszuscheiden, ist schon extrem bitter.“

Düsseldorf sei natürlich ein Überraschungssieger, erklärt Renneberg. Von Brügge hingegen habe er ein starkes Turnier erwartet. „Es ist aber ganz gut, wenn es immer wieder neue Konstellationen im Finale gibt. Das zeigt, dass vor allem in der Halle viel möglich ist.“

Die Entscheidung des #svc2019: das Neunmeterschießen zwischen Fortuna Düsseldorf und dem FC Brügge

Nick Cox, Head of Operations bei der Akademie von Manchester United, hat bereits angekündigt, im nächsten Jahr gerne wieder dabei zu sein. Kann das bereits als Zusage gewertet werden?

Nicht ganz, betont Renneberg. „United kommt aus sportlichen Gründen zum Sparkasse & VGH CUP“, der Klub schaue auf den sportlichen Nutzen. „Wenn die organisatorischen Rahmenbedingungen passen, dann sind sie aber auch im nächsten Jahr wieder dabei“, hofft nicht nur Renneberg. Ansonsten sei es das Ziel, dass mindestens vier internationale Teams an den Start gehen. „Ob das auch mal fünf wie in diesem Jahr oder sechs Mannschaften sein werden, entscheiden wir von Jahr zu Jahr.“ Brügge und Alkmaar seien Kandidaten, sie hätten sich schließlich explizit für eine Teilnahme beworben. „Aber wir haben auch Kontakte zu anderen spannenden Vereinen der Kategorie Manchester United wie zum Beispiel Paris Saint-Germain“, verrät Renneberg. „Wir hoffen, die irgendwann auch nach Göttingen locken zu können.“

Nicky Butt im SPORTBUZZER-Interview

Wie war die Zuschauerresonanz?

Bis auf den Donnerstag war das Turnier ausverkauft, berichtet Renneberg. Sonntag waren demnach auch keine Stehplatzkarten mehr zu bekommen. Insgesamt verfolgten an allen vier Turniertagen gut 11000 Zuschauer die Spiele. Damit seien die Kapazitäten auch erschöpft, sagt Renneberg. „Wir sind an der Obergrenze des Machbaren angelangt und hoffen, das hohe Niveau aufrechterhalten zu können.“ Der Dank gelte vor allem den 150 ehrenamtlichen Helfern, ohne die der Cup nicht zu stemmen wäre. „Wir sind alle ganz schön kaputt, aber auch hochmotiviert weiterzumachen.“

Was war das Highlight des Turniers?

G-Junioren im Torrausch: Einlagespiel beim #svc2019 zwischen dem FC Grone und der JFV West Göttingen
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„Sehr gefreut habe ich mich über das Einlagespiel der G-Junioren vor so vielen Zuschauern. Das war etwas ganz Besonderes. Wir haben sehr herzliche Rückmeldungen der Eltern erhalten. Und im Endeffekt ist es ja das, was uns alle antreibt, das weiterzumachen: die leuchtenden Augen der jungen Leute. Das treibt einen an, am Ball zu bleiben.“