10. März 2016 / 08:27 Uhr

„Spaß am Fußball im Dorf erhalten“

„Spaß am Fußball im Dorf erhalten“

Red.
Dresdner Neueste Nachrichten
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Landesklasse-Fußballerinnen aus Doberschütz nach Hinrunde auf 3. Tabellenplatz / Trainer Christian Voland im Interview

Doberschütz. Die Doberschützer- Frauenfußballmannschaft überrascht als Neuling die Landesklasse Nord und befinden sich nach der Hinrunde auf einen beachtlichen 3. Tabellenplatz. Wir sprachen mit Trainer Christian Voland über die Entwicklung des Frauenfußballs in Doberschütz, den bisherigen Saisonverlauf, sowie die Leistungsstärke der Liga und bevorstehende Ziele. Die Rückrunde beginnt am Sonntag gegen Hartenfels Torgau.

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Christian Voland, Sie sind seit der Saison 12/13 Trainer des Frauenteams in Doberschütz. Wie sehen Sie persönlich die Entwicklung Ihrer Mannschaft?

In der Saison 12/13 kam ich am 9. Spieltag zur Mannschaft hinzu, als sich das Team auf dem vorletzten Tabellenplatz wiederfand und personell sehr dünn besetzt war. Doch mit Mathias Knecht an meiner Seite entwickelten wir ein Konzept, wie wir den Frauenfußball in Doberschütz langfristig attraktiver gestalten können. Von damals 9 aktiven Spielerinnen, ist unser Kader auf 25 gewachsen. In der Jugendabteilung sehe ich auch, dass sich immer mehr junge Mädels für diesen Sport interessieren.

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Wie kommt es, dass sich in Doberschütz und Laußig auch die „kleinen“ immer mehr für den Fußball entscheiden?

Der Frauenfußball wurde auch in Doberschütz etwas Stiefmütterlich behandelt. Deshalb haben wir seit 2014 unseren Mädchenfußballtag ins Leben gerufen, der nun jährlich stattfindet und gut besucht wird. Die Zukunft liegt in unserer Jugend. Ich bin froh, dass die Betreuer und Übungsleiter, sowohl in Doberschütz und Laußig, in unserer Jugendabteilung eine hervorragende Arbeit leisten und wir auch im Frauenbereich bald darauf zurückgreifen können.

Seit dieser Saison spielt Ihr Team auf Großfeld in der Landesklasse Nord. Das letzte Spiel 2015 wurde mit einem 3:0 Heimerfolg gegen die Damen aus Klinga/Ammelshain beendet. Als Neuling überwintern Sie auf dem 3. Tabellenplatz und überraschten die Liga. Wie ist Ihr Fazit zum bisherigen Saisonverlauf?

Äußerst positiv. Vor dem Saisonstart hatten wir nur ein Ziel: Wir wollten nicht letzter werden. Dass aber unser Team so gut und schnell auf Großfeld zurechtkommt, konnte keiner ahnen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass Sie gewillt ist, diesen Schritt mit uns zu gehen, Spaß an Fußball zu haben und hart zu arbeiten.

Wann hatten Sie das Gefühl, dass Ihre Mannschaft in dieser Saison nichts mit der unteren Tabellenregion zu tun bekommt?

Unser Saisonstart war sehr gut. Wir erkämpften uns zu Hause am 1. Spieltag ein 2:2 gegen Herbstmeister Borna. Danach folgten zwei ungefährdete Siege gegen SV Klinga/Ammelshain (0:2) und gegen die SpVgg 1899 Leipzig (5:0). Vor allem das Spiel gegen FFV Leipzig IV hat uns gezeigt, dass unser Team den Willen besitzt, auch ein Spiel zu drehen. Wir lagen nach nur zwei gespielten Minuten 0:2 zurück. Doch mit Kampf und Einsatz haben wir gegen eine topbesetzte Leipzigermannschaft, die mit drei Bundesligaerfahrenen Spielerinnen (Ebermann, Nyembo und Strang) antraten, einen 6:4-Heimerfolg gefeiert. Dieses Spiel hat mir gezeigt, was unser Team leisten kann“


Wie schätzen Sie das Niveau in der Landesklasse ein?

Die Landesklasse Nord ist für mich recht ausgeglichen, was auch die Tabelle zeigt. Es kann jeder jeden schlagen, dennoch zeigt sich für mich, dass die Teams, die einen breiten und ausgeglichenen Kader haben, nicht umsonst oben in der Tabelle stehen. Das Niveau ist gut und ich bin froh, dass unsere Mannschaft zu den besten der Liga gehört.

Ein Blick auf Ihren Kader zeigt, dass Sie auf eine erfahrene aber auch junge Truppe zurückgreifen können. Macht diese Mischung den Erfolg aus?

Auf jeden Fall. Mit Fleck, Schüppel, Fischer, Schröter und Böhm haben wir erfahrene Großfeldspielerinnen im Kader. Aber auch Leistungsträger wie Bleyl, Ludwig, Müller oder Scholz sind enorm wichtig für unsere Mannschaft.

Welche Ziele verfolgen Sie für die Rückrunde?

Ich hoffe und denke schon, dass wir mit dem unterem Drittel der Tabelle nichts mehr zu tun bekommen. Deshalb denken wir von Spiel zu Spiel und wollen unseren Platz unter den besten Vier festigen. Wenn wir weiter so auftreten und im Training weiter an uns hart arbeiten, dann sollte dies ein realistisches Ziel sein.

Wir gehen mal einen Schritt weiter und fragen Sie, was würden Sie machen, wenn Ihre Mannschaft doch noch Meister werden sollte. Würden Sie den Aufstieg in die Landesliga wagen?

Das ist aber weit hergeholt. Wenn wir unser Nachholspiel gegen Hartenfels Torgau gewinnen sollten, dann hätten wir auf Tabellenführer Borna fünf Punkte Rückstand. Vor allem das Spiel gegen Borna, das wir unglücklich 2:1 verloren haben, hat uns gezeigt, dass uns noch eine gewisse Reife fehlt, um Meister zu werden. Sollte der Fußballgott dennoch wollen, dass wir am Ende ganz oben stehen, dann würde ich nicht nein sagen. Doch ein Aufstieg in die Landesliga ist vollkommen ausgeschlossen. Unsere Spielerinnen und wir Trainer machen alles ehrenamtlich und neben dem Beruf. Die Fahrwege und der damit verbundene Zeitaufwand sind für uns einfach nicht zu realisieren. Wir wollen langfristig auf Großfeld in der Landesklasse bleiben und dabei den Spaß am Fußball im unserem Dorf aufrecht erhalten.