27. Dezember 2020 / 19:25 Uhr

Späte Gegentore: Grizzlys kassieren erste Saison-Niederlage

Späte Gegentore: Grizzlys kassieren erste Saison-Niederlage

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Spiel gedreht, dann doch verloren: Die Grizzlys Wolfsburg (M. Spencer Machacek) lagen in Iserlohn zweimal hinten, gingen 3:2 in Führung und unterlagen 3:5. Es war die erste Saisonniederlage.in.
Spiel gedreht, dann doch verloren: Die Grizzlys Wolfsburg (M. Spencer Machacek) lagen in Iserlohn zweimal hinten, gingen 3:2 in Führung und unterlagen 3:5. Es war die erste Saisonniederlage. © Mathias M. Lehmann
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Zwei Gegentore in den letzten zwei Minuten: Die Grizzlys Wolfsburg haben in der DEL ihre erste Saison-Niederlage kassiert. 3:5 hieß es am Ende bei den Iserlohn Roosters.

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Mit 3:5 (0:1, 1:0, 2:4) unterlagen die Grizzlys Wolfsburg im dritten DEL-Saisonspiel erstmals. Die Iserlohn Roosters triumphierten, nicht zuletzt, weil die Grizzlys in Überzahl unfassbar harmlos waren. Garrett Festerling, Fabio Pfohl und Phil Hungerecker trafen für Wolfsburg.

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Die Grizzlys hatten weiterhin etliche Ausfälle. Immerhin: Von den am vergangenen Dienstag während der Partie ausgefallenen Sebastian Furchner (Oberkörper) und Gerrit Fauser (Vorsichtsmaßnahme), war wenigstens Fauser wieder dabei. Iserlohn war komplett, hatte somit einen Verteidiger und zwei Stürmer mehr.

Das erste Drittel war eines zum Abhaken für die Grizzlys. Nach viel zu leichtem Puckverlust von Matti Järvinen konterten die Gastgeber bei ihrem ersten Saison-Heimspiel das 1:0 durch Joe Whitney heraus. Danach wanderten nacheinander Fabio Pfohl, Jordan Boucher und Toto Rech (2+2 wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge an Brody Sutter) auf die Strafbank. Positiv immerhin: Die Grizzlys blieben weiterhin ohne Gegentor in Unterzahl. Bei den Gastgebern konnte Wolfsburgs langjähriger Publikumsliebling Brent Aubin im Powerplay und auch sonst keine Akzente setzen.

Weil Iserlohn sich nach der Wolfsburger Strafen-Serie schnell auch zwei Strafen einhandelte, spielte Wolfsburg nicht zu lange in doppelter Unterzahl, dafür selbst plötzlich mal in Überzahl.Es setzte auf beiden Seiten weitere Strafen (insgesamt waren es 18 Strafminuten im ersten Drittel). Die Partie war dadurch unrund, Wolfsburg wirkte allerdings extrem fahrig in seinen Aktionen.


In den zweiten Abschnitt startete Wolfsburg giftig, bis auf eine Chance von Spencer Machacek sprang aber nichts Zwingendes heraus. Denn Zuspiele und Puckannahmen gerieten weiterhin viel zu oft schlecht. So blieben sechs Minuten Powerplay in Folge auch ohne Ertrag, direkt im Anschluss allerdings fälschte Festerling den Puck zum 1:1 ins Tor ab. Verdient war es allemal, denn Wolfsburg war das aktivere Team in einer nicht unfairen, aber von vielen Stockfouls durchsetzten Partie. Chet Pickard, der Dustin Strahlmeier (stand beim 1:0 n. P. gegen Berlin im Kasten) abgelöst hatte, verhinderte in der 39. Minuten bei Whitneys Alleingang das 1:2.

In den Schlussabschnitt starteten die Grizzlys mit fast vier Minuten Überzahl, Jens Baxmann hatte wegen hohen Stocks gegen Max Görtz kurz vor Ablauf des zweiten Drittels 2+2 Strafminuten bekommen. Doch so gut wie das Unterzahlspiel war, so schlecht war das Powerplay: wenig Druck zum Tor, zu langsames Spiel, schwache Schüsse. Ein Pfostenschuss von Phil Bruggisser war alles, was gelang. In einer der ganz seltenen Phasen mit allen Spielern auf dem Eis stellte Iserlohn mit einem schnellen Angriff auf 2:1.

Doch jetzt wurden die Grizzlys griffig. Im Anschluss ans nächste Wolfsburger Powerplay trickste sich Pfohl mal von der Seite allein durch, hob den Puck unter die Querlatte - 2:2. Und nur 13 Sekunden später schoss nach Festerling auch Hungerecker sein erstes Saisontor, verwandelte Fausers Vorlage mit der Rückhand zum 3:2 für das Team von Trainer Pat Cortina. Iserlohn steckte das aber weg und glich aus, mit dem ersten Powerplay-Tor des Abends - Wolfsburgs erstes Unterzahl-Gegentor der Saison. Und es kam noch dicker: Pickard ließ sich von Ryan O'Connor ins kurze Eck überlisten, Bailey erhöhte Sekunden später zum 5:3 der Gastgeber

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Statistik

Iserlohn: Jenike - O'Connor, Raymond; Ankert, Baxmann; Riefers, Buschmann; Orendorz - Jentzsch, Whitney, Grenier; Bailey, Sutter, Lautenschlager; Aubin, Raedeke, Friedrich; Fleischer, Weidner, Proske.

Grizzlys: Pickard - Likens, Melchiori; Button, Adam; Bruggisser, Wurm - Machacek, Festerling, Busch; Fauser, Pfohl, Boucher; Görtz, Järvinen, Rech; Hungerecker.

Schiedsrichter: Schukies/Hoppe. - Strafminuten: Iserlohn 20, Grizzlys 16.

Tore: 1:0 (3:38) Whitney (Jentzsch/Grenier), 1:1 (30:01) Festerling (Busch/Fauser), 2:1 (45:13) Lautenschlager (Bailey/O'Connor), 2:2 (49:29) Pfohl (5:4), 2:3 (49:42) Hungerecker (Fauser), 3:3 (54:36) Bailey (Raymond/Jentzsch - 5:4), 4:3 (58:19) O'Connor (Bailey), 5:3 (58:40) Bailey (Sutter).