11. Februar 2019 / 22:28 Uhr

Später K.O.: Dynamo Dresden verliert nach guter Defensivleistung mit 0:1 

Später K.O.: Dynamo Dresden verliert nach guter Defensivleistung mit 0:1 

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
HAMBURG, GERMANY - FEBRUARY 11: Linus Wahlqvist of Dresden challenges Bakery Jatta of Hamburg during the Second Bundesliga match between Hamburger SV and SG Dynamo Dresden at Volksparkstadion on February 11, 2019 in Hamburg, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)
Dynamo Dresdens Linus Wahlqvist im Duell mit dem Hamburger Bakery Jatta. © 2019 Getty Images
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Den entscheidenden Treffer erzielte der Hamburger Lewis Holtby in der 84. Minute unter tätiger Mithilfe der Dresdner Defensive. 

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Hamburg/Dresden. Dynamo Dresden hat beim Hamburger SV trotz ordentlicher Gegenwehr mit 0:1 (0:0) verloren. Vor 46924 Zuschauern im Volksparkstadion besorgte Kapitän Lewis Holtby (84.) mit sattem Linksschuss das späte Tor des Tages im Fußball-Zweitliga-Duell. Damit verloren die Gäste auch ihr drittes Pflichtspiel nach der Winterpause.

Bei den Dynamos gab diesmal Co-Trainer Ovid Hajou die Impulse von der Seitenlinie, da Chefcoach Maik Walpurgis aufgrund einer akuten Bronchitis fehlte. In der Startelf der mit Dreierkette agierenden Dresdner bekam Haris Duljevic mal wieder seine Chance. Schon früh machten die Schwarz-Gelben klar, dass sie tatsächlich nicht nur zur Stadionbesichtigung elbabwärts gereist waren, sondern gegen den hohen Favoriten um Zweitligapunkte spielten: „Wir haben nichts zu verlieren, das ist unsere Chance“, hatte Sport-Geschäftsführer Ralf Minge vor der Partie gesagt.

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Unglückliche Niederlage für Dynamo Dresden: Nach 90 durchaus überzeugenden Minuten mussten sich die Schwarz-Gelben beim Hamburger SV mit 0:1 geschlagen geben. Zur Galerie
Unglückliche Niederlage für Dynamo Dresden: Nach 90 durchaus überzeugenden Minuten mussten sich die Schwarz-Gelben beim Hamburger SV mit 0:1 geschlagen geben. ©
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Erste Chance durch Hamburgs Jatta

Die erste Halbchance der Hamburger machten die Dresdner schnell zunichte, als der als Innenverteidiger aufgebotene Brian Hamalainen eine Hereingabe von Bakery Jatta in Richtung Markus Schubert ablenkte, der den Ball fing (3.). Den ersten Schuss aufs HSV-Tor gab Dzenis Burnic ab, der kurz nach seiner Verpflichtung gleich im Anfangsaufgebot stand, doch Schlussmann Julian Pollersbeck hatte kein Problem mit dem Versuch der Dortmund-Leihgabe aus der Distanz (4.).

Nach sechs Minuten brannten dann im gut gefüllten Dynamo-Fanblock mehrere Bengalische Feuer. Rund 8000 Anhänger der Gäste waren beim ersten Gastspiel beim HSV seit 25 Jahren dabei und benahmen sich vor der Partie fast ausnahmslos friedlich. Die Polizei vermeldete allerdings schon während der Anreise der SGD-Fans drei vorläufige Festnahmen wegen des Vorwurfs der Körperverletzung.

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(1) Markus Schubert: Der Schlussmann konnte nach auskuriertem Infekt und überstandenen Fersenproblemen auflaufen. Nachwirkungen waren bei ihm nicht festzustellen, er hatte zunächst auch weniger zu tun als erwartet. Beim Hinterhaltsschuss von Holtby war der 20-Jährige auf dem Posten (43.). Auch beim Kopfball von Lasogga war er schnell unten und krallte sich die Kugel (54.). Nareys Schuss war auch kein Problem für ihn (64.). Reaktionsschnell bei Holtbys Versuch. (68.). Beim Gegentor reagiert er zu spät und wird geblockt. Bitter für ihn und das Team. Note: 3,5. Zur Galerie
(1) Markus Schubert: Der Schlussmann konnte nach auskuriertem Infekt und überstandenen Fersenproblemen auflaufen. Nachwirkungen waren bei ihm nicht festzustellen, er hatte zunächst auch weniger zu tun als erwartet. Beim Hinterhaltsschuss von Holtby war der 20-Jährige auf dem Posten (43.). Auch beim Kopfball von Lasogga war er schnell unten und krallte sich die Kugel (54.). Nareys Schuss war auch kein Problem für ihn (64.). Reaktionsschnell bei Holtbys Versuch. (68.). Beim Gegentor reagiert er zu spät und wird geblockt. Bitter für ihn und das Team. Note: 3,5. ©

Auf dem Spielfeld hingegen tobte das sportliche Duell. Und das gestalteten die Schwarz-Gelben, die zuvor vier Niederlagen aus fünf Punktspielen kassiert hatten, durchaus auf Augenhöhe. Markus Schubert konnte zunächst den Versuch von Hamburgs jungem Außenverteidiger Gideon Jung auf der Linie parieren (9.). Doch fünf Minuten später bekam der HSV den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum. Nach mehreren Kopfballstafetten war es schließlich Mittelfeld-Akteur Jannis Nikolaou, der den Ball klar übers Tor der Gastgeber jagte (14.).

Möglichkeiten für beide Teams

Zwar war es kein Chancenfestival, doch gute Möglichkeiten ergaben sich auch weiterhin auf beiden Seiten. Erst verpasste der am zweiten Pfosten hereinrutschende HSV-Mittelstürmer Pierre-Michel Lasogga eine scharfe Hereingabe von Khaled Narey nur knapp (18.). Dann klärte Markus Schubert einen Lasogga-Kopfball zur Ecke (22.), erhielt aber dankenswerterweise von Schiedsrichter Frank Willenborg einen Abstoß zugesprochen.

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Markus Schubert (SG Dynamo Dresden): Es war wieder ein geiles Erlebnis, dass so viele Fans von uns mitgereist sind - an einem Montag. Danke dafür! Wir und auch ich können uns nur entschuldigen, dass wir nicht mindestens einen Punkt mitgenommen haben. In der 85. Minute kam ein abgeprallter Ball, er setzte kurz vorm Sechzehner auf. Ich wollte rauskommen, habe Torwart gerufen, wollte, dass der Ball vorm Sechzehner aufspringt und in meine Arme kommt. Ich muss nochmal mit Linus sprechen, ob er meinen Ruf gehört hat. Das weiß ich nicht. Zur Galerie
Markus Schubert (SG Dynamo Dresden): "Es war wieder ein geiles Erlebnis, dass so viele Fans von uns mitgereist sind - an einem Montag. Danke dafür! Wir und auch ich können uns nur entschuldigen, dass wir nicht mindestens einen Punkt mitgenommen haben. In der 85. Minute kam ein abgeprallter Ball, er setzte kurz vorm Sechzehner auf. Ich wollte rauskommen, habe "Torwart" gerufen, wollte, dass der Ball vorm Sechzehner aufspringt und in meine Arme kommt. Ich muss nochmal mit Linus sprechen, ob er meinen Ruf gehört hat. Das weiß ich nicht." ©

Vorm Gehäuse der Hanseaten hatte SGD-Innenverteidiger Sören Gonther, einst Kapitän von HSV-Stadtrivale FC St. Pauli, eine gute Gelegenheit, schoss nach der Flanke von Kapitän Patrick Ebert im Duell gegen Jung aber deutlich drüber (30.). Das 0:0 nach einer halben Stunde Spielzeit war durchaus leistungsgerecht, denn die Sachsen boten dem früheren Bundesliga-Dino, der das Spiel machte, bestens Paroli und machten vor allem defensiv viel richtig.

In der 43. Minute gab es erstmals seit Langem wieder einen HSV-Abschluss, doch Markus Schubert hielt den Distanzschuss des gegnerischen Kapitäns Lewis Holtby locker. Die Dresdner Hintermannschaft machte dem Favoriten das Leben schwer, die Offensivkräfte der Schwarz-Gelben setzten den einen oder anderen Nadelstich. Dann ging es in die Pause, nach der beide Mannschaft unverändert aus den Kabinen kamen.

Koné vergibt nach der Halbzeitpause die Dresdner Führung

Die erste Riesenchance für die SGD hatte Moussa Koné, der nach Pass von Jannis Nikolaou ab dem Mittelkreis wieselflink und mit perfektem Laufweg der Hamburger Verteidigung enteilte (52.). Doch Torwart Pollersbeck blieb lange stehen und vereitelte den Schuss aus vollem Lauf – das wäre es fast gewesen. Drei Minuten später setzte sich der bullige Lasogga im Kopfballduell gegen Hamalainen durch, doch auch Dresdens Keeper Markus Schubert war auf dem Posten (55.).

Mehr zu Dynamo-Fans festgenommen

Die druckvolleren, spielbestimmenden Hamburger versuchten, sich die Gäste von der Oberelbe zurechtzulegen. Doch die verteidigten auch nach einer Stunde Spielzeit weiter mit Geschick und standen tief, wodurch nun nach vorn weniger ging. Eine Flanke von Jatta lenkte Schubert genau zu Holtby, doch Sören Gonther warf sich in dessen Schuss und klärte so zur Ecke, die nichts einbrachte (67.).

Zwei Minuten später dann auch eine starke HSV-Chance: Wieder setzte sich Jatta auf links an der Grundlinie durch und flankte auf Holtby, doch diesmal war Schubert mit einem Klassereflex zur Stelle und fischte den Ball aus kürzester Distanz aus der Gefahrenzone (69.). Die Nordlichter erhöhten den Druck und hatten die etwas müder gewordene Elf aus dem Osten nun im Griff. Doch die wehrte sich weiter erfolgreich, auch wenn es vorn an Entlastung mangelte.

Auch deshalb ging nach 72 Minuten Dynamo-Kapitän Patrick Ebert von Bord, Erich Berko kam positionsgetreu vorn rechts ins Spiel und Sören Gonther übernahm die Binde des Spielführers. Dennoch: Dresdner Ballbesitz blieb Mangelware, die Gäste schenkten die Kugel zu schnell wieder her und ließen sich einschnüren.

Der HSV in Noten: Die Einzelkritik zum Sieg gegen Dynamo Dresden

Lewis Holtby (Mitte) feiert mit dem HSV einen wichtigen Erfolg gegen Dresden. Die SPORTBUZZER-Einzelkritik zum Sieg gegen Dynamo! Zur Galerie
Lewis Holtby (Mitte) feiert mit dem HSV einen wichtigen Erfolg gegen Dresden. Die SPORTBUZZER-Einzelkritik zum Sieg gegen Dynamo! ©
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Erst in Minute 83 schalteten sich die Dresdner wieder ins Offensivspiel ein und nach Vorlage von Koné tauchte Rico Benatelli vor Pollersbeck auf, doch der parierte den Schuss des Dresdners. Kurz danach setzte Heimtrainer Hannes Wolf alles auf eine Karte und brachte in der 84. Minute Fiete Arp ins Spiel.

Lewis Holtby erzielt späten Hamburger Siegtreffer

Unmittelbar danach klingelte es: Linus Wahlqvist passte unter Bedrängnis und aus kurzer Distanz zurück auf Markus Schubert, der den Ball nicht ins Seitenaus drosch, sondern nach vorn. Jedoch sprang Lewis Holtby in den Ball, drehte sich und schoss vorbei am sich streckenden Dresdner Junioren-Nationalkeeper zum 1:0 ins Tor (84.). Das hätte der 20-Jährige besser lösen müssen.

Nun reagierte die Dresdner Co-Trainer-Bank, brachte Osman Atilgan für den ausgepumpten Haris Duljevic (85.) sowie mit Lucas Röser (87.) einen zweiten Mittelstürmer. Sören Gonther ging vom Feld, Brian Hamalainen war neuer Kapitän und die Fünfer- nur noch eine Viererkette. In der Schlussphase vergab Atilgan am zweiten Pfosten nach einer Ecke (90.).

Nach dreiminütiger Nachspielzeit war Schluss. Der Favoritensieg war letztlich verdient. Doch Dynamo muss sich mit dieser Leistung nicht verstecken. Punkte für die Dresdner waren allerdings zum dritten Mal Fehlanzeige – wieder eine Niederlage mit nur einem Tor Unterschied. Die Schwarz-Gelben belohnen sich nicht mit einem Zähler und stehen nun am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Jahn Regensburg unter Druck.

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