12. April 2021 / 06:45 Uhr

SPD-Politiker Karl Lauterbach: Deshalb ist eine Austragung der EM 2021 in zwölf Ländern "verantwortungslos"

SPD-Politiker Karl Lauterbach: Deshalb ist eine Austragung der EM 2021 in zwölf Ländern "verantwortungslos"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPD-Politiker Karl Lauterbach (l.) spricht sich gegen eine Austragung der EM in zwölf Ländern aus.
SPD-Politiker Karl Lauterbach (l.) spricht sich gegen eine Austragung der EM in zwölf Ländern aus. © IMAGO/nordphoto GmbH/Straubmeier/Future Image (Montage)
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Die Pläne über die Organisation der Europameisterschaft im Sommer sehen weiterhin auch die Möglichkeit von zwölf Austragungsländern vor. Für Gesundheitsexperte und SPD-Politiker Karl Lauterbach ist das während der Corona-Krise kein denkbares Szenario.

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Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält das Festhalten der UEFA an einer Fußball-EM in möglichst zwölf Ländern in diesem Sommer für "verantwortungslos". Der SPD-Politiker verwies in einem Interview der Neuen Osnabrücker Zeitung (Montag) auf ein steigendes Risiko für Fußballprofis auf Spätfolgen nach Corona-Infektionen. "Das sind gesundheitliche Langzeitschäden, die das sofortige Karriereende bedeuten können. Dies muss man Menschen, deren Gesundheit ihr Kapital ist, ehrlich mitteilen", sagte Lauterbach mit Blick auf Erkrankungen, die in der Fachsprache Long Covid (Langes Covid-19) genannt werden.

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Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will am 19. April entscheiden, ob die auf dieses Jahr verlegte Europameisterschaft wie geplant in zwölf Ländern gespielt werden kann. Als deutscher Ausrichter ist München vorgesehen. Kernpunkt ist die Zulassung von Zuschauern, die acht EM-Städte bereits zugesichert haben. München muss bei seinem Konzept in diesem Punkt nach Willen der UEFA noch nachbessern.

Auch Bundestrainer Joachim Löw sieht Austragung in zwölf Ländern kritisch

Ähnlich wie Lauterbach sieht auch der nach der EM scheidende Bundestrainer Joachim Löw eine Austragung in zwölf Ländern kritisch. "Die Regierungen überall in Europa untersagen wenn möglich, Reisen zu machen. Und wir reisen dann - alle Mannschaften - quer durch Europa. Da muss man schon vorsichtig sein", sagte Löw, der keine Prognose wagen wollte, zuletzt im Interview mit Bayern 1: "Man kann es wirklich nicht vorhersagen, wenn man sieht, dass die Fallzahlen wieder nach oben gehen. Die Mutationen sind ja auch nicht so ohne. Wir müssen es so nehmen, wie es sich entwickelt."

Sicher ist sich der Bundestrainer aber, dass zumindest für eine Alternative gesorgt sein wird, wenn sich die Pläne der UEFA zerschlagen. "Ich weiß natürlich auch aus Quellen, dass auch ein Plan B vorherrscht, das möglicherweise in einem Land auszutragen", sagte Löw, ohne diesen Plan näher auszuführen. "Im Moment kann man eigentlich überhaupt nichts sagen, was in den nächsten drei Monaten sein wird", so der 61-Jährige weiter: "Ich glaube, die Gesundheit steht über allem. Wir würden uns schon freuen über die Zuschauer logischerweise. Aber im Moment muss man sagen, ist das vielleicht nicht realistisch."