20. April 2020 / 23:05 Uhr

SPD-Politiker Lauterbach kritisiert Plan für Bundesliga-Neustart: "Niemand braucht Brot und Spiele"

SPD-Politiker Lauterbach kritisiert Plan für Bundesliga-Neustart: "Niemand braucht Brot und Spiele"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPD-Politiker Karl Lauterbach (links) kritisiert den möglichen Bundesliga-Neustart mit Geisterspielen am 9. Mai.
SPD-Politiker Karl Lauterbach (links) kritisiert den möglichen Bundesliga-Neustart mit Geisterspielen am 9. Mai. © imago images/Christian Spicker/Getty Images
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Für die Bundesliga war es eine gute Nachricht: Am 9. Mai könnte es zum Neustart mit Geisterspielen kommen. Das bestätigten die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (Bayern) und Armin Laschet (NRW) am Donnerstag. Kritik gibt es nun vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach via Twitter.

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Der Bundesliga-Neustart am 9. Mai rückt näher. Dies beschloss die Sportministerkonferenz am Donnerstag, wenig später bestätigten Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und dessen nordrhein-westfälischer Kollege Armin Laschet (CDU) die Entscheidung bei Bild Live. Während die Deutsche Fußball Liga (DFL) um Geschäftsführer Christian Seifert und die Bundesliga-Bosse erleichtert aufgeatmet haben, regt sich in der Politik teilweise Widerstand. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich gegen einen baldigen Re-Start im Fußball-Oberhaus mit Geisterspielen ausgesprochen.

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"Die Bundesliga würde mehrere zehntausend Tests verbrauchen, die in Pflegeeinrichtungen und Schulen fehlen", schrieb der 57 Jahre alte Politiker bei Twitter: "Niemand braucht „Brot und Spiele'.“ Grund für die Skepsis ist, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs derzeit wohl nur möglich wäre, wenn alle Teams umfangreich auf Corona getestet werden würden. Außerdem befürchtet Lauterbach Fan-Ansammlungen in privaten Räumen, die "Infektionsketten anstoßen", schrieb er weiter. Schon vor dem Sportminister-Treffen hatte der SPD-Mann geschrieben: "Der Druck für eine Lex Bundesliga schadet jetzt." Im "Doppelpass" bei Sport1 sagte er jüngst, dass eine Pause bis Herbst angemessen wäre.

Lauterbach: "Unklar, weshalb andere Sportarten warten müssen"

Zudem richtete Lauterbach den Blick nach der feststehenden Entscheidung der Minister auf die weiteren Ligen außerhalb des Fußballs. "Auch ist unklar, weshalb dann andere Sportarten warten müssen", twitterte er. Die 18 Klubs der Handball-Bundesliga debattieren derzeit über einen Saison-Abbruch, am Dienstag (11 Uhr) soll in einer Videoschalte mit den weiteren 18 Klubs der 2. Liga der Beschluss gefasst werden. Dafür wär eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig. Noch ist die Spielzeit bis zum 16. Mai bloß unterbrochen. Auch in der Basketball-Bundesliga soll die Saison im Mai und Juni noch zu Ende gespielt werden, während die Spielzeiten in den höchsten deutschen Ligen im Eishockey und Volleyball bereits ohne Wertung abgebrochen wurden.

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Die DFL und die Fußball-Klubs reagierten derweil mit Erleichterung auf den bevorstehenden Bundesliga-Wiederbeginn am 9. Mai. "Das sind positive Signale, die ausgesendet wurden. Das gibt beiden Ligen eine wichtige Perspektive. Für die Fans aller Klubs eine ganz wichtige und positive Nachricht", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bei Bild Live. "Die Politik vertraut uns und wir und vor allem die Spieler müssen jetzt Vorbild sein." Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern meinte: "Wir sind sehr dankbar und werden diszipliniert und vorbildlich mit den Vorgaben umgehen.“