07. November 2016 / 15:12 Uhr

SPD und Linke beantragen 350.000 Euro für Alfred-Kunze-Sportpark

SPD und Linke beantragen 350.000 Euro für Alfred-Kunze-Sportpark

Matthias Puppe
SPORTBUZZER-Nutzer
Jubiläumsfeier der 1964er Meisterschaft im Mai 2014 im Alfred-Kunze-Sportpark. USER-BEITRAG
Jubiläumsfeier der 1964er Meisterschaft im Mai 2014 im Alfred-Kunze-Sportpark. © Dirk Knofe
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Der traditionsreiche Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark geht auf seinen 100. Geburtstag zu. Nachdem die BSG Chemie bereits mit Hilfe seiner Fans Teile sanieren konnte, beantragen SPD und Linke nun auch finanzielle Hilfen der Kommune.

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Leipzig. Die Messestadt fiebert dem Stadtderby am kommenden Sonntag entgegen. Schauplatz des Ringens der beiden großen Rivalen Chemie Leipzig und 1. FC Lok ist der traditionsreiche Alfred-Kunze-Sportpark im Leutzscher Holz. Das legendäre Stadion wurde bereits 1920 eingeweiht, gehört zu den größten Sportanlagen in der Messestadt. Inzwischen kämpft die reine Fußball-Arena aber auch vehement mit den Spuren der Zeit. Nicht nur die historische Holztribüne müsste dringend saniert werden. Das lange Hoffen der Leutzscher Fußballfans auf Besserung wird nun aber offenbar auch von der Politik erhört. Mehrere Hunderttausend Euro Investitionen sind im Gespräch.

Nach langer gemeinsamer Geschichte ist Oberligist BSG Chemie Leipzig seit 2014 wieder Nutzer des kommunalen Stadions. Die Fans der Grün-Weißen haben seither nicht nur viel Geld für den Erhalt gesammelt, sondern mit dem Familienblock auch bereits einen Teil aus eigener Muskelkraft saniert. Nun soll die Kommune diesem Engagement folgen und mithelfen, auch größere Dinge angehen zu können – finden Leipziger Linkspartei und Sozialdemokraten. Beide Stadtrats-Fraktionen haben bei den Verhandlungen über den neuen Doppelhaushalt Gesamtinvestitionen in Höhe von 350.000 Euro für den Kunze-Sportpark beantragt.

Tribüne und technische Infrastruktur im Fokus

„Auch wenn die Fans gemeinsam mit der BSG Chemie Leipzig in den letzten zwei Jahren erste Baustellen in Angriff genommen haben, ist der Sanierungsstau der letzten Jahrzehnte durch den Verein alleine nicht aufzuholen. Vor allem die Tribüne und die technische Infrastruktur müssen in Angriff genommen werden, damit es nicht zu weiteren Einschränkungen kommt“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Christopher Zenker auf Anfrage von LVZ.de. Zusammen mit Linken-Stadtrat Adam Bednarsky, sportpolitischer Sprecher seiner Fraktion, fordert Zenker deshalb nun, für das kommende Jahr bereits 180.000 Euro Mittel in den Haushaltsplan einzustellen. Im Jahr darauf sollen dann weitere 170.000 Euro für die AKS-Sanierung zur Verfügung stehen, heißt es im Antrag.

Finanzieren wollen die beiden Fraktionen diese Vorhaben unter anderem durch Umschichtungen aus den Haushaltstöpfen für Zinsaufwendungen und Gutachterkosten sowie aus den Einnahmen der geplanten Beherbergungssteuer.

Für Adam Bednarsky haben die Sanierungen zudem auch Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der aufstrebenden BSG Chemie Leipzig – der den Kunze-Sportpark langfristig erhalten und nutzen möchte. „Bisher wurde die Sportstätte nicht an den aktuellen Nutzer verpachtet, damit das zeitnah geschehen kann, muss die Stadtverwaltung schnellstmöglich notwendige Sanierungsarbeiten erfassen und in Angriff nehmen. In dem Pachtvertrag, der dem Verein auch mehr Verantwortung überträgt, ist auf Grundlage eines sportlichen Nutzungskonzepts klar zu regeln, dass die aktuellen Mängel durch die Stadt zu beseitigen sind, um die Leistungsfähigkeit des Vereins nicht zu überfordern“, so der Linkspolitiker am Montag.

Traditionsreiches Stadion seit 1920 in Leutzsch

Aktuell hat der Alfred-Kunze-Sportpark aufgrund von Auflagen des Ordnungsamtes ein Fassungsvermögen von 4.999 Zuschauern, in der Vergangenheit waren allerdings auch schon bis zu 30.000 Fans zugelassen. Eingeweiht wurde das Stadion im Sommer 1920, als erster Pächter fungierte der damalige FC Victoria 06 Leutzsch. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ man die einstige Regatta-Tribüne vom Elsterbecken im Stadion aufbauen, in den 1960er Jahren entstand der prägnante Stehplatzbereich auf dem Norddamm aus Weltkriegstrümmern.

Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren wurde die damals Georg-Schwarz-Sportpark genannte Anlage zur Legende, weil hier die BSG Chemie Leipzig auch mit Hilfe der frenetischen Fans unter anderem zwei DDR-Meisterschaften errang. Nach der Wende trug der FC Sachsen Leipzig seine Spiele in Leutzsch aus, siedelte später aber ins Zentralstadion um und vernachlässigte zunehmend seine alte Spielstätte. Seit 2014 ist die neugegründete BSG Chemie Hauptmieter und engagiert sich für den Erhalt des Stadions.