01. Dezember 2020 / 15:20 Uhr

SpG Borussia Belzig II/ TSV Wiesenburg wurde aufgelöst

SpG Borussia Belzig II/ TSV Wiesenburg wurde aufgelöst

Jörgen Heller
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Spielgemeinschaft gründete sich in der Sommerpause 2018 wegen Spielermangels sowohl bei der Belziger Reserve als auch beim TSV Wiesenburg.
Die Spielgemeinschaft gründete sich in der Sommerpause 2018 wegen Spielermangels sowohl bei der Belziger Reserve als auch beim TSV Wiesenburg. © Privat
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Die Fußball-Reserve des FC Borussia Belzig tritt in dieser Saison wieder als eigenständige Mannschaft an.

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Genau am 1. Dezember vor einem Jahr baten die Fußballer der Spielgemeinschaft Borussia Belzig II/ TSV Wiesenburg den favorisierten FSV Grün-Weiß Niemegk zum Heimspiel der 1. Kreisklasse B ins Heinrich-Rau-Stadion. 80 Zuschauer verfolgten bei kalten und nebligen Bedingungen, wie die Hausherren die Grün-Weißen überraschend mit 2:1 bezwangen und (vermeintlich) einen wichtigen Dreier im Kampf um den Klassenerhalt einholten. Die Niemegker Gäste wollten den Derbysieg der SpG jedoch nicht gelten lassen. Was war passiert?

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Die Gastgeber hatten mit Christoph Schleiß einen Spieler eingesetzt, der auch bei der Ersten des FC Borussia Belzig in der Kreisliga als Torwart aktiv war. Für die Borussen ein normaler Vorgang, da zwei Spieler einer höheren Mannschaft, außer in entscheidenden Spielen, in einer unterklassigeren Mannschaft desselben Vereins zum Einsatz kommen dürfen.

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Die Niemegker, zu diesem Zeitpunkt deutlich besser platziert als die SpG, wollten die Niederlage nicht so einfach hinnehmen, sahen sich klar benachteiligt und bemühten vor einem Jahr die Statuten des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB). In den dortigen Rahmenrichtlinien für Spielgemeinschaften hieß es für die Saison 2019/20: „Bei allen Spielen des Spieljahres ist ein Einsatz von Spielern einer höheren eigenständigen Mannschaft in einer unteren Spielgemeinschaft nicht zulässig.“

Borussia Belzig II/TSV Wiesenburg war diese Klausel nicht im geringsten bekannt, so dass dem Team der Einsatz des Spielers aus der Belziger Ersten drohte, zum Verhängnis zu werden. Und so kam es dann auch: Der Fall landete beim Sportgericht. Am Grünen Tisch wurde der SpG der Sieg aberkannt und dem Niemegker Fläming-Rivalen ein 2:0-Sieg zugeschrieben.

Für die von Sebastian Köhler trainierte Mannschaft, die sich im Sommer 2018 aufgrund von Spielermangel sowohl bei der Belziger Reserve als auch beim TSV Wiesenburg notgedrungen zu einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen hatte, wäre der Verlust der drei Heimpunkte fast zum Verhängnis geworden. Die SpG konnte aber die Klasse (siehe Infokasten) halten und nahm im Frühjahr die Planung für die neue Saison in Angriff.

Sicherheit geht vor

Doch wie sollte die Mannschaft in die neue Spielzeit starten? Wieder als Spielgemeinschaft, mit der Gefahr, dass ihr Siege aberkannt werden, oder als alte Reserve-Mannschaft? „Ich erkundigte mich beim Fußballkreis Havelland. Dort wurde mir versprochen, dass diese Klausel hinsichtlich der Spielgemeinschaften für die neuen Saison angepasst werden würde“, erinnert sich Sebastian Köhler.

Bis zum Ende der Anmeldefrist für die neue Spielzeit hatte der SpG-Coach dazu jedoch nichts Schriftliches vorliegen und entschied sich sicherheitshalber dazu, die Spielgemeinschaft für die neue Saison aufzulösen. „So lange ich das nicht Schwarz auf Weiß habe, werde ich keine Spielgemeinschaft mehr anmelden“, sagt er. Um nun überhaupt spielen zu dürfen, mussten die sieben Spieler des TSV Wiesenburg für die neue Saison gezwungenermaßen dem FC Borussia Belzig beitreten, was wegen großer Verbundenheit zu ihrem Heimatverein nicht in ihrem Interesse lag.

Auf Nachfrage beim Vorsitzenden des Kreissportgerichts, Hans-Jürgen Watteroth, ist die Änderung in der FLB-Spielordnung hinsichtlich der Spielgemeinschaften für die neue Saison tatsächlich vorgenommen worden. Ob Sebastian Köhler für die Saison 2021/22 die SpG wieder reaktiviert, lässt er noch offen.