18. Dezember 2020 / 14:36 Uhr

Spiel eins nach Wolfsburgs Ungeschlagen-Serie: Heimmacht empfängt Auswärtsmacht

Spiel eins nach Wolfsburgs Ungeschlagen-Serie: Heimmacht empfängt Auswärtsmacht

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Trainierte wieder mit: Möglicherweise kann VfL-Trainer Oliver Glasner (l.) gegen Stuttgart wieder auf Renato Steffen zählen. 
Trainierte wieder mit: Möglicherweise kann VfL-Trainer Oliver Glasner (l.) gegen Stuttgart wieder auf Renato Steffen zählen.  © DPA
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Mit 1:2 hatte der VfL Wolfsburg unter der Woche beim FC Bayern verloren und damit seine erste Bundesliga-Pleite in dieser Saison hinnehmen müssen. Trainer Oliver Glasner glaubt nicht, dass davon etwas im Hinblick auf das Stuttgart-Spiel am Sonntag hängenbleibt.

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Spiel eins nach der Ungeschlagen-Serie: Vier Tage nach der ersten Saison-Pleite trifft der VfL Wolfsburg am Sonntag (18 Uhr) auf den VfB Stuttgart. Trainer Oliver Glasner ist davon überzeugt, dass sein Team das 1:2 beim FC Bayern gut verkraftet hat. "Natürlich waren wir am Donnerstag alle noch ziemlich enttäuscht und haben dem verpassten Punkt nachgetrauert", so Trainer Oliver Glasner, "aber wir haben dann schnell den Fokus auf das Spiel gegen Stuttgart gelenkt. Wir konnten sehr viele positive Sachen aus München mitnehmen, haben Paroli bieten können - und haben zum ersten Mal, seit ich VfL-Trainer bin, ein Tor gegen Bayern erzielt."

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Auch in der Vorsaison war der VfL zum Saisonstart lange ohne Niederlage geblieben, verlor erst am zehnten Spieltag zum ersten Mal - mit 0:3 in Dortmund. Damals war es eine Art Wirkungstreffer, denn auch die beiden folgenden Pflichtspiele gegen Gent und Frankfurt gingen im eigenen Stadion verloren. Und diesmal? Glasner: "Wir haben schon gezeigt, dass wir Rückschläge wegstecken können..." Zumal der VfL im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit jetzt heimstark ist, nur RB Leipzig holte in dieser Saison auf heimischem Rasen bisher mehr Punkte als Wolfsburg. Zuletzt gab's gegen Bielefeld (2:1), Hoffenheim (2:1), Bremen (5:3) und Frankfurt (2:1) vier Heimsiege in Folge. Dazu kommen zwei Remis. Zwei Drittel seiner Punkte holte der VfL in dieser Saison also in der VW-Arena (14 von 21). Das sind nach zwölf Spieltagen so viele wie in den beiden vergangenen Spielzeiten zu diesem Zeitpunkt zusammen (2019/20: neun, 2018/19: fünf).

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Aber warum ist der VfL daheim so stark? "Das ist das Ergebnis unserer guten Leistungen", sagt Glasner. "Die Mannschaft spielt richtig guten Fußball. Wir agieren kompakt, lassen wenig zu und sind immer in der Lage, Tore zu schießen." Und: "Das Ergebnis ist, dass wir die letzten Heimspiele gewinnen konnten. Aber wir messen den Resultaten etwas weniger Bedeutung zu als den Leistungen." Die haben allerdings zuletzt genauso gestimmt wie die Punkte-Ausbeute. Dass sein Team besser mit der Geister-Atmosphäre zurechtkommt als andere Klubs, glaubt Glasner indes nicht. "Ich denke, dass sich alle Mannschaften mittlerweile an die Atmosphäre gewöhnt haben und der Fußball in seiner Qualität nicht darunter leidet."

Während die Wolfsburger zu Hause eine Macht sind (Platz drei), präsentiert sich Stuttgart auswärts bärenstark (14 Punkte, Platz zwei). Zuletzt hatte der VfB in der Fremde einen 5:1-Erfolg bei Borussia Dortmund gefeiert. "Sie haben eine super Mannschaft, viel Tempo in der Offensive unter anderem mit Wamangituka, Gonzalez und Coulibaly. Sie haben fußballerisch gute, erfahrene Spieler mit Didavi, Endo und Castro", lobt Glasner. Dazu mit Sasa Kalajdzic einen Zwei-Meter-Hünen im Sturmzentrum. "Ihn kenne ich noch von Admira Wacker. Er ist ein sehr talentierter Fußballer, der nach seinem Wechsel nach Stuttgart leider einen Kreuzbandriss hatte."

Was aber für den VfL spricht: die Statistik. Die letzte Heimniederlage kassierte Wolfsburg gegen Stuttgart vor mehr als 13 Jahren - im April 2007 gab's im DFB-Pokal eine 0:1-Pleite. Torschütze damals: Antonio da Silva. Seitdem waren die Schwaben elfmal in der VW-Arena Gast, der VfL gewann zehnmal, hinzu kam ein Unentschieden. In der Bundesliga ist der VfL sogar zwölf Heimspiele gegen den VfB ungeschlagen - eine längere Serie gibt's nur gegen Borussia Mönchengladbach (15). Leicht wird's gegen die junge, hungrige Truppe aus Stuttgart aber nicht. Glasner betont: "Wir müssen bei unseren Angriffen gut absichern und geordnet sein, um die Stärken von Stuttgart nicht zur Wirkung kommen zu lassen."

Steffen trainiert wieder mit

Personell sieht es für den VfL wieder etwas besser aus, Renato Steffen könnte nach seinen Achillessehnen-Problemen in den Kader zurückkehren. "Er hat mit der Mannschaft trainiert und keine Probleme gehabt", so Glasner. Allerdings: Auf der rechten Seite überzeugte zuletzt das Duo Ridle Baku/Kevin Mbabu, möglicherweise muss sich Steffen erst einmal mit der Bank begnügen. Dass John Anthony Brooks wieder zurückkehrt, ist unwahrscheinlich, ein Trainings-Test am Freitag verlief "nicht ganz so wie wir uns das vorgestellt hatten", so Glasner. "Da müssen wir noch abwarten." So werden wohl erneut Maxence Lacroix und Marin Pongracic die Innenverteidigung bilden. Letzterer war in München zwar wegen muskulärer Probleme ausgewechselt worden, Grund zur Sorge gibt's laut Glasner aber nicht. "Marin war völlig mit den Kräften am Ende. Er hatte lange kein Spiel für uns gemacht und ist noch nicht bei einhundert Prozent."