21. Dezember 2019 / 17:40 Uhr

Spiel gegen Augsburg gedreht und gewonnen: RB Leipzig ist Herbstmeister!

Spiel gegen Augsburg gedreht und gewonnen: RB Leipzig ist Herbstmeister!

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
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Patrik Schick erzielte das Tor zum 2:1. © Getty Images
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Zum achten Mal in Folge hat RB Leipzig in einem Bundesligaspiel mindestens drei Tore erzielt. 3:1 (0:1) lautete das Endergebnis gegen den FC Augsburg. Die Herbstmeisterschaft wird damit an der Pleiße gefeiert.

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Leipzig. RB Leipzig hat sich am Samstagnachmittag mit einem Bundesliga-Rekord und einem harten Stück Arbeit die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga gesichert. Im Heimspiel gegen ein extrem defensiv und giftig eingestelltes FC Augsburg mussten die Roten Bullen viel Geduld aufbringen. Florian Niederlechner traf für die Fuggerstädter bereits nach sieben Minuten zur Führung. Nach unzähligen vergebenen Chancen besorgte Konrad Laimer in Halbzeit zwei den hochverdienten Ausgleich. Patrick Schick traf in der Schlussphase zur Führung. Joker Yussuf Pouslen machte schließlich kurz vor dem Abpfiff mit dem 3:1 den Deckel drauf.

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RB Leipzig beendet eine überragende Hinrunde mit einem 3:1-Erfolg gegen den FC Augsburg und sichert sich damit die Herbstmeisterschaft Zur Galerie
RB Leipzig beendet eine überragende Hinrunde mit einem 3:1-Erfolg gegen den FC Augsburg und sichert sich damit die "Herbstmeisterschaft" ©

Tyler Adams feiert gegen Augsburg nach sieben Monaten sein Comeback für die Roten Bullen. Der junge US-Amerikaner hatte nach seinem Wechsel im vergangenen Winter einem überzeugenden Start in Leipzig hingelegt, aber in der Folge immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sein letztes Spiel bestritt er am letzten Spieltag der Vorsaison gegen Werder Bremen. Mit Christopher Nkunku und Patrik Schick stehen auch zwei Neuzugänge in der Startelf. Unter anderem nehmen Marcel Sabitzer, Yussuf Poulsen und Emil Forsberg zunächst auf der Bank Platz.

Schock für RB

Die Leistungsträger sehen von außen, wie Leipzig nach sieben Minuten die kalte Dusche kriegt. Auf der rechten Außenbahn sind Nkunku und Marcel Halstenberg gegen Marco Richter viel zu zögerlich. Der Augsburger flankt in den Strafraum, wo Lukas Klostermann und Dayot Upamecano gegen Florian Niederlechner überhaupt keinen Zugriff bekommen und den Treffer aus kurzer Distanz nicht verhindern können. Nur wenig später hat "Upa" die Chance zum Ausgleich. Der junge Franzose kommt nach einer Ecke im Strafraum an den Ball, spitzelt das Spielgerät aber an die Latte. Knappes Ding!

Ähnlich eng ist es in Minute 17. Schick bekommt von Nkunku einen starken Gassenpass in den Lauf gespielt. Der Tscheche umkurvt Gästekeeper Tomas Koubek und schiebt Richtung Tor. Doch Ohis Felix Uduokhai klärt auf der Linie. Leipzig drängt jetzt mit aller Macht auf den Treffer und Augsburger schaffen es minutenlang nicht mehr aus der eigenen Hälfte. Hundertprozentige Chancen bleiben aber nach der ersten Viertelstunde zunächst Mangelware.

Chancenwucher

Nach etwas weniger als einer halben Stunde ist es dann erneut Schick, der frei, aber aus spitzem Winkel an Koubek scheitert. Ähnlich geht Konrad Laimer, der sich mit Ball am Fuß gegen drei Augsburger durchsetzt und den Strafraum eindringt. Der Österreicher strauchelt, sein Schuss gerät dann gründlich daneben und rauscht über den Kasten. Es ist wie verhext. Kurz vor der Pause ist erneut Nkunku nach einem Diagonalpass von Haidara völlig frei durch. Und wieder kann Koubek parieren.

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(1) Peter Gulacsi: Beim Gegentor ohne Chance, ansonsten ohne eine einzige Parade. Eine 2 für die Top-Hinrunde. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Beim Gegentor ohne Chance, ansonsten ohne eine einzige Parade. Eine 2 für die Top-Hinrunde. Note 2. ©

Die Atmosphäre heizt sich vor dem Gang in die Kabinen noch mal richtig auf. Größter Aufreger des giftigen Augsburger Auftritts ist ein rüdes Foul von Uduokhai gegen Amadou Haidara auf Höhe der Mittellinie. Der Übeltäter sieht zurecht gelb. Für den Leipziger Mittelfeldspieler aus Mali geht es weiter.

Werner scheitert

Das Bild nach Wiederanpfiff bleibt das selbe wie in Halbzeit eins. Leipzig drückt, Augsburg mauert und Koubek hält. Diesmal scheitert Werner nach einem Dreißig-Meter-Sprint am Keeper. Nach 65 Minuten hat Nagelsmann genug gesehen und bringt Dauerbrenner Marcel Sabitzer für Diego Demme.

Der hochverdiente Ausgleich ist schließlich ein absoluter Akt des Willens. Laimer erobert an der gegnerischen Strafraumkante den Ball, tankt sich gegen drei Gegenspieler durch und verwandelt traumhaft per Schlenzer ins lange Eck. Zweites Saison-Tor für den Österreicher.

RB will mehr und bekommt mehr. Nkunku schlägt eine Ecke mit ganz viel Gefühl Richtung Tor. Dort steht Schick am Fünfmeter-Raum plötzlich völlig frei, steigt hoch und nickt den Ball ohne Probleme zur Führung ein. Nagelsmann bringt für die Schlussphase Nordi Mukiele und Yussuf Poulsen. Torschütze Patrik Schick und Tyler Adams verlassen den Platz.

Leipzig ist Herbstmeister

In Minute 89 macht RB den Deckel auf die Herbstmeisterschaft. Timo Werner wird auf links in den Konter geschickt und ist nicht zu halten. Der deutsche Nationalstürmer bleibt uneigennützig und legt perfekt für Poulsen auf, der nur noch einschieben muss. Mit dem Erfolg stellen die Roten Bullen zudem einen Rekord ein: Noch nie hat eine Mannschaft in acht Spielen hintereinander mindestens drei Mal getroffen. Die Bundesliga geht nun in die Winterpause. RB empfängt zum Rückrundenauftakt am 18. Januar Aufsteiger Union Berlin.

RBL: Gulacsi – Upamecano, Haidara, Werner, Adams (86. Poulsen,, Klostermann, Nkunku, Schick (82. Mukiele), Halstenberg, Laimer, Demme (65. Sabitzer).

FCA: Koubek –Lichtsteiner, Gouweleeuw, Niederlechner (75. Jensen), Cordova (80. Hahn), Baier, Vargas, Jedvaj (60. Moravek), Uduokhai, Amaral Borduchi, Richter

Tore: 0:1 Niederlechner (7.), 1:1 Laimer (68.), 2:1 Schick (79.), 3:1 Poulsen (89.)

Zuschauer: 40.562