06. April 2022 / 18:21 Uhr

Spiel gegen Hansa Rostock: FC St. Pauli erhebt schwere Vorwürfe gegen Polizei

Spiel gegen Hansa Rostock: FC St. Pauli erhebt schwere Vorwürfe gegen Polizei

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
St. Pauli-Anhänger zünden Pyrotechnik auf der Tribüne des Ostseestadions.
St. Pauli-Anhänger zünden Pyrotechnik auf der Tribüne des Ostseestadions. © Andy Bünning
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Nach den Fans haben nun auch die Vereinsverantwortlichen des FC St. Pauli massive Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Der Kiezklub spricht von einem "Organisationsversagen auf ganzer Linie".

Nach den Fans erhebt jetzt auch der FC St. Pauli schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz beim Nordderby des FC Hansa Rostock gegen den FC St. Pauli (1:0) am vergangenen Sonnabend. Während der Halbzeit und nach dem Abpfiff sei es "zu heftigen Angriffen und polizeilichem Vorgehen gegen unsere Fans gekommen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme des Kiezklubs.

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"Der FC St. Pauli zeigt sich von den Vorfällen, die sich am Sonnabend und in der Nacht in Rostock zugetragen haben, zutiefst betroffen. Wir haben die ersten uns zugetragenen Berichte gelesen und sind erschüttert über das, was sich während und im Nachgang unseres Auswärtsspiels zugetragen hat. Der Umgang mit Gästefans ist absolut inakzeptabel und verantwortungslos gewesen. Wir sprechen hier von einem Organisationsversagen auf ganzer Linie", heißt es in der Vereinsmitteilung weiter.

Diese Spieler und Trainer waren für den FC Hansa Rostock und den FC St. Pauli aktiv

Ewald Lienen: 1997-99 Hansa Trainer. Seit 2014 bei St. Pauli. Erst als Trainer und Technischer Direktor, aktuell Marken- und Wertebotschafter. Zur Galerie
Ewald Lienen: 1997-99 Hansa Trainer. Seit 2014 bei St. Pauli. Erst als Trainer und Technischer Direktor, aktuell Marken- und Wertebotschafter. ©

Laut der Dartsellung des FC St. Pauli konnten bereits während der Halbzeitpause "die Rostocker Fans ungehindert im Gästeumlauf stehende St. Pauli-Fans minutenlang mit pyrotechnischen Erzeugnissen und Farbkartons bewerfen, während danebenstehende Polizeieinheiten nicht eingriffen". Es habe sich um einen Angriff gehandelt, "bei dem mutwillig in Kauf genommen wurde, die Gesundheit von allen möglichen Fans zu gefährden". Das folgende "gewalttätige Vorgehen der Polizei gegen die Gästefans" sei "willkürlich und unverhältnismäßig" gewesen. Daraufhin sei es auch zu Gegen-Reaktionen seitens der Pauli-Fans gekommen, heißt es in der Stellungnahme.

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Nach dem Ende des Spiels sei es außerhalb des Gästeblocks auf dem Weg zu den Shuttlebussen zu Polizeigewalt gegen Hamburger Fans "durch den Einsatz von Schlagstöcken, Wasserwerfern und Reizgas" gekommen, nachdem sie erneut von Rostocker Fans angegriffen worden seien, "während sie auf engstem Raum festgesetzt waren, und keine Möglichkeit hatten, dem Angriff zu entkommen, so dass Panik ausbrach", erklärt der Verein.

Es sei an dem Abend nicht erkennbar gewesen, "dass die Polizei ihrem Schutzauftrag nachgekommen ist. Stattdessen wurden bewusst gesundheitliche Beeinträchtigungen unserer Fans seitens der Polizei in Kauf genommen, sowohl in der Halbzeit als auch nach Abpfiff der Partie und beim Einstieg in die Busse".

Bei dem als Hochrisikospiel eingestuften Nordduell waren 1450 Polizeibeamte aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie der Bundespolizei im Einsatz. Die Polizei hatte ersten Darstellungen der St.-Pauli-Fans wiedersprochen. Achim Segebarth, der Chef der Polizeiinspektion Rostock, hatte mitgeteilt, dass sich die Polizei mit der "kritischen internen Nachbereitung rund um das Spiel" beschäftige.