13. Januar 2022 / 19:05 Uhr

Steigt das Spiel in Bremerhaven? Grizzlys mauern, der Manager begründet  

Steigt das Spiel in Bremerhaven? Grizzlys mauern, der Manager begründet  

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Charly Fliegauf
Anstrengende Tage: Grizzlys-Manager Charly Fliegauf hat nach den Corona-Fällen der Wolfsburger erst einmal einen Maulkorb für Aussagen zur Personalsituation verhängt. © City-Press Gmbh/Grizzlys Wolfsburg, Boris Baschin
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Inzwischen das fünfte Team wegen Corona in Quarantäne, ein Spielplan an den Grenzen seiner Möglichkeiten, geht es bald auch für die Aktiven an die Grenzen der Belastbarkeit im Eishockey-Oberhaus? Charly Fliegauf, Manager Von Vizemeister Grizzlys Wolfsburg, macht keinen Hehl daraus, dass ihm die Regularien nicht behagen. Und erklärt, warum die Grizzlys plötzlich nur noch wenig sagen.

Manche Teams haben bereits fast 40 Partien absolviert, andere erst etwas mehr als 30 - im Eishockey-Oberhaus wurde jetzt die Olympia-Pause als möglicher Nachhol-Korridor komplett freigegeben. Dennoch: Dass alle Teams die geplanten 56 Partien durchbekommen - insbesondere, wenn weitere Absagen hinzukommen -, wird zunehmend schwieriger. Zuletzt waren vier Teams in Corona-Quarantäne, darunter auch die Grizzlys Wolfsburg. Am Donnerstagnachmittag kam dann noch der ERC Ingolstadt hinzu, der der wegen einiger Corona-Fälle sein Team in häusliche Isolation schickte und seine kommenden beiden Spiele verlegen muss.

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Eines der drei bereits abgesagten Grizzlys-Spiele (Augsburg, Krefeld, Iserlohn) wurde inzwischen neu terminiert: Am 16. Februar geht es nach Augsburg. Ansonsten sagen die Grizzlys nicht mehr viel.

Zuvor wurden des Öfteren Partien aus organisatorischen Gründen im gegenseitigen Einvernehmen verlegt. Fliegauf hofft für das Wochenende im Notfall auf eine Einigung mit Sonntag-Gastgeber Bremerhaven, denn "mir liegt vor allem die Gesundheit der Akteure am Herzen", so der erfahrene Manager. Hintergrund: Hat ein Team zehn gesunde Feldspieler und einen fitten Torwart, muss es laut den Regeln spielen. Doch das wäre eigentlich ein viel zu kleiner Kader. Vor allem bei mehreren Partien in kurzer Folge könnte das Verletzungen nach sich ziehen. Bereits am Mittwoch müssten die Grizzlys gegen Bietigheim antreten, dann am Freitag in Nürnberg.


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Vergangene Woche hatte das Corona-Virus bei den Grizzlys zugeschlagen, das Team bezog am Donnerstag Quarantäne, die etliche Spieler bereits wieder verlassen haben. Mannschaftsarzt Dr. Axel Gänsslen, zugleich einer der beiden Hygienebeauftragten des Klubs, hatte des öfteren Stellung bezogen. Inzwischen verhängten die Wolfsburger eine weitgehende Informationssperre. Fliegauf: "Wir haben diese Entscheidung so getroffen, weil das jetzt eine besondere Situation ist." Die Reduktion öffentlicher Aussagen habe personenschutzrechtliche Gründe, meinte er. Zudem "wissen wir nicht, wie wir am Sonntag spielen können, ob wir überhaupt genug Spieler haben". Theoretisch sind jederzeit neue Corona-Fälle denkbar, ein Wasserstand von heute könnte am nächsten Tag schon wieder überholt sein.

Zu dem dynamischen, aufwärts strebenden Infektionsgeschehen komme noch das jüngste veränderte Quarantäne-Regelwerk, in Wolfsburg gültig seit Mittwoch, 12. Januar, hinzu. Laut Gesundheitsamt gelten vor der Änderung erteilte und versandte Bescheide als darüber hinaus gültig - mit ihrer längeren Isolationsfrist für Kontaktpersonen und ohne Freitestungs-Möglichkeit. Im Einzelfall kann die Behörde aber eigene Entscheidungen treffen. Wie genau die Behörde die Situation bei den Grizzlys am vergangenen Donnerstag beurteilt und verfügt hat, wurde nicht bekannt gegeben.

Ein komplexes Feld ist es allemal, "man hat das Gefühl, es gibt jeden Tag etwas Neues, die letzten drei Tage waren schon extrem anstrengend", so Fliegauf. "Am Samstag werden wir sehen, wie es ausschaut, ob wir genug Spieler haben." Wenn man spielen müsse, werde man spielen, auch wenn er das mit dem Minimalkader nicht gut fände. Seine große Hoffnung mit Blick auf die Omikron-Welle: "Dass das Ganze in vier Wochen vorbei ist."