19. Dezember 2021 / 17:43 Uhr

Spielabsage, aber Vertragsverlängerung: Sofian Chahed bleibt bei Turbine Potsdam

Spielabsage, aber Vertragsverlängerung: Sofian Chahed bleibt bei Turbine Potsdam

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Sofian Chahed, Trainer des 1. FFC Turbine Potsdam, sieht seine beiden Torhüterinnen auf Augenhöhe.
Sofian Chahed bleibt über das Saisonende hinaus bei Turbine. © imago images/Matthias Koch
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Frauen-Bundesliga: Mehrere Corona-Fälle beim 1. FFC Turbine Potsdam verhindern eine Stunde vor dem Anpfiff den Rückrundenstart gegen den VfL Wolfsburg. Mit einer positiven Nachricht geht es trotzdem in die Winterpause: Der Trainer bleibt an Bord.

Die Fans standen schon vor den Stadiontoren, die Spielerinnen des VfL Wolfsburg hatten schon ihre Kabine bezogen – nur Fußball gespielt wurde am Sonntagnachmittag im Karl-Liebknecht-Stadion nicht mehr. Der Rückrundenauftakt des 1. FFC Turbine Potsdam in der Frauen-Bundesliga gegen den bisherigen Spitzenreiter musste rund eine Stunde vor dem Anpfiff abgesagt werden. Eine Corona-Schnelltestreihe hatte bei Turbine mehrere positive Resultate ergeben. Mit der Vertragsverlängerung von Cheftrainer Sofian Chahed, die der Club dem SPORTBUZZER bestätigte, verabschiedete sich der 1. FFC trotzdem mit einer guten Nachricht in die kurze Winterpause.

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"Wir wollten das eigentlich vor dem Anpfiff offiziell bekannt geben", erklärte Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz. Dazu kam es nicht mehr. Im Umfeld des Clubs hatte es einen Corona-Fall gegeben, weitere Ansteckungen habe man nicht ausschließen können, sagte Potsdams Geschäftsführer Stephan Schmidt. Also wurde noch einmal das komplette Team getestet – mit weiteren positiven Ergebnissen. Gästetrainer Tommy Stroot, der sich mit seiner Mannschaft zum Zeitpunkt des geplanten Anpfiffs schon wieder auf der Heimreise nach Wolfsburg befand, zeigte Verständnis für die Absage: "Gesundheit geht vor, und ich stehe da auch voll hinter der Entscheidung." Sofian Chahed sieht das ähnlich: "Wir hätten gern gegen Wolfsburg gespielt, weil wir gut drauf sind und uns einen guten Plan zurechtgelegt hatten. Aber die Gesundheit aller geht vor und deshalb hat der DFB richtig entschieden, das Spiel abzusetzen. Wir sind gespannt, wann es nachgeholt wird."

Kein Fußball im Karl-Liebknecht-Stadion: Das Spiel zwischen Turbine Potsdam und dem VfL Wolfsburg wurde kurzfristig abgesagt.
Kein Fußball im Karl-Liebknecht-Stadion: Das Spiel zwischen Turbine Potsdam und dem VfL Wolfsburg wurde kurzfristig abgesagt. © imago images/Matthias Koch

Über die Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen dem Club und dem 38-jährigen Ex-Profi, der 2020 aus dem Nachwuchsbereich von Hertha BSC gekommen war und die Nachfolge von Matthias Rudolph angetreten hatte, über das Saisonende hinaus sei man sich schnell einig gewesen. "Sportlich spricht alles dafür. Die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer stimmt. Man hat ja gesehen, wie sie sich in den letzten Wochen entwickelt hat", sagte Kutzmutz, der keine Angaben zur Vertragsdauer machte. In der Vorwoche hatten die Potsdamer bereits die Vertragsverlängerung mit Sophie Weidauer verkündet.


Mit 21 Punkten aus elf Spielen überwintern die Turbinen auf Rang fünf der Bundesliga, in der sie seit acht Spielen ungeschlagen sind. In seinen insgesamt 33 Ligaspielen auf der Turbine-Bank holte Chahed mit dem sechsfachen Deutschen Meister 18 Siege und sechs Unentschieden bei neun Niederlagen. Sein Punkteschnitt beträgt rund 1,8 Zähler pro Partie. Für den Berliner, der gerade in seiner zweiten Saison im Frauenfußball tätig ist, war der Entschluss schnell klar. "Ich fühle mich hier wohl. Ich glaube, dass man hier mit den Mädels etwas erreichen kann. Man sieht ja, dass die Mannschaft sich entwickelt hat. Diesen Weg möchte ich gerne weitergehen", sagte er am Sonntag in den Katakomben des "Karli", als der Jahresabschluss gegen den VfL längst abgesagt war. "Die Entwicklung ist noch nicht zu Ende. Ich freue mich, dass ich das Vertrauen von Turbine Potsdam dafür bekomme. Das möchte ich mit guter Arbeit zurückzahlen", erklärte der Coach.

Mit gemischten Gefühlen gehe er nun in die Pause. "Ich freue mich, jetzt ein bisschen Luft zu holen, aber auch darauf, wenn es im Januar wieder losgeht", sagte Chahed. Bereits am 3. Januar bittet er seine Mannschaft zum Trainingsstart. Vom 10. bis 15. Januar absolviert Turbine in Lindow (Ostprignitz-Ruppin) ein Trainingslager. Das nächste planmäßige Punktspiel gegen Carl Zeiss Jena steht dann Anfang Februar an.