23. März 2021 / 14:28 Uhr

Spielabsagen drohen: RB Leipzig gegen Bayern und DHfK gegen Erlangen wackeln

Spielabsagen drohen: RB Leipzig gegen Bayern und DHfK gegen Erlangen wackeln

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Das Bundesliga-Topspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern München (links) droht auszufallen. Gleiches gilt für die Handball-Partie DHfK Leipzig gegen Erlangen.
Das Bundesliga-Topspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern München (links) droht auszufallen. Gleiches gilt für die Handball-Partie DHfK Leipzig gegen Erlangen. © Getty Images/IMAGO/Fotostand (Montage)
Anzeige

In der Bundesliga droht ein Hammer. Sachsen will ein weitgehendes Arbeitsverbot ab Gründonnerstag verhängen. Davon wäre auch das Top-Spiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern München betroffen.

Anzeige

Leipzig. Das ist ein Hammer! Die sächsische Landesregierung erwägt offenbar eine Absage des Bundesliga-Topspiels zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern München am 3. April. Gleiches gilt für die Partie der Bundesliga-Handballer des SC DHfK Leipzig gegen den HC Erlangen zwei Tage zuvor. Hintergrund ist der in der Nacht von der Ministerpräsidenten-Konferenz beschlossene weitgehende Oster-Lockdown.

Anzeige

Wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag im Rahmen der Kabinettspressekonferenz mitteilte, plant Sachsen, den Beschluss zu übernehmen und für den 1. und den 3. April (Gründonnerstag und Ostersamstag) ein Arbeitsverbot zu erlassen. Ausnahmen soll es lediglich für so genannte systemrelevante Berufe geben. Auf Nachfrage, was genau das für die Profi-Fußballer und -Handballer heißt, antwortete Kretschmer lediglich: "Das ist ein schwieriger Punkt. Das werden die nächsten Tage zeigen."

SC DHfK ist vorbereitet

Dass der Ministerpräsident noch keine definitive Entscheidung verkündete, hat einen einfachen Grund: Ihm fehlt die Basis. "Für eine solche Maßnahme braucht es eine Rechtsgrundlage", stellte Kretschmer klar. Die soll es zügig geben. "Die Bundesregierung arbeitet gerade an einem entsprechenden Formulierungsvorschlag, den wir dann gemeinsam abstimmen. Dann wird auch das ein Thema sein." Es handele sich um eine Abwägung. "Da will ich nicht vorgreifen."

Beim SC DHfK gibt man sich entspannt. "Aktuell gehen die Profiligen davon aus, dass sie spielen dürfen", sagte Geschäftsführer Karsten Günther auf SPORTBUZZER-Nachfrage. "Aber am Ende müssen wir es so nehmen, wie die Politik es festlegt. Sollte es wirklich so kommen, spielen wir stattdessen nach dem Osterwochenende." Ausweichtermin wäre dann wohl der 6. April. Eine langfristige Verlegung ist nicht im Gespräch.

Gespräche mit der DFL

Dass es auf jeden Fall eine bundeseinheitliche Lösung geben soll, betonte am Dienstag auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er bestätigte entsprechende Gespräche mit den Verantwortlichen der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Möglich ist also auch eine Verlegung des gesamten 26. Spieltags der Fußball-Bundesliga.

Bei der Handball-Bundesliga (HBL) geht man dagegen davon aus, am Oster-Wochenende wie geplant anpfeifen zu können. Er sehe die HBL von den in der Nacht in Berlin getroffenen Beschlüssen zwischen Kanzleramt und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten nicht direkt betroffen, sagte Geschäftsführer Frank Bohmann. „Das zeichnet sich nicht ab. Das hat nur Auswirkungen, dass wir weiter unserem Geschäft nicht vernünftig nachgehen können.“ Viele Erstliga-Clubs waren aufgrund von Corona-Fällen in der laufenden Saison von Ausfällen betroffen, haben bereits zahlreiche nachzuholende Partien auf dem Programm. Noch könne die Saison wie geplant zu Ende gespielt werden, so Bohmann: „Es darf aber nicht mehr viel passieren.“ Der Terminplan verdichte sich und biete kaum noch Spielraum.