08. Juli 2019 / 19:17 Uhr

Spielausschuss im Kreis Göttingen-Osterode setzt auf Gesprächsrunde

Spielausschuss im Kreis Göttingen-Osterode setzt auf Gesprächsrunde

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Schild auf einem Fußballplatz: Viele Schiedsrichter sind Aggressionen ausgesetzt.
Schild auf einem Fußballplatz: Viele Schiedsrichter sind Aggressionen ausgesetzt. © Imago images.
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137 abgeschlossene Sportgerichtsverfahren verzeichnet das Sportgericht des Fußballkreises Göttingen-Osterode für die vergangenen drei Spielzeiten. Noch mehr erschreckt die Verantwortlichen jedoch die Vehemenz, mit der im Mai ein Schiedsrichter angegangen wurde. Wie es in der 3. Kreisklasse weitergehen soll, steht noch in den Sternen.

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Die Zahl der Gerichtsverfahren sei schon erschreckend. „Wegen der Angst der Schiedsrichter wird manches auch nicht bekannt“, fügt er hinzu. Allerdings, stellt der Sportgerichtsvorsitzende Jürgen Treidler klar, gebe es auf hohem Niveau eine leicht rückläufige Tendenz.

Waren es in der Saison 2016/17 noch 52 Sportgerichtsverfahren, sank die Zahl in der Spielzeit 2017/18 auf 45. In der vergangenen Saison kam das Sportgericht auf 40 Verfahren. Darüber hinaus sind in den vergangenen drei Jahren 52 Tätlichkeiten sowie 16 Spielabbrüche zu konstatieren – inbegriffen sind allerdings auch Abbrüche wegen „einer Handvoll anderer Gründe“ wie der Verletzung eines Spielers. „Oder eine Mannschaft weigert sich weiterzuspielen“, ergänzt Treidler.

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Der Vorfall in Westerode, als ein Schiedsrichter von Ay Yildiz-Akteuren krankenhausreif geschlagen wurde, schockiert die Verbandsfunktionäre. Bei Angriffen auf den Unparteiischen ist die Sachlage klar: „Wenn ein Schiedsrichter tätlich angegangen wird, kommt es automatisch zum Spielabbruch“, unterstreicht Treidler. So etwas komme „vielleicht in jeder Serie einmal vor“.

Die letzte Sache war super extrem

Klaus Henkel, Spielausschussvorsitzender

„Es ist kein Zuwachs zu verzeichnen, aber die letzte Sache war super extrem“, fasst der Spielausschussvorsitzende Klaus Henkel zusammen. „Früher wurde ein Schiri geschubst, und das Spiel wurde abgebrochen. Da ist das mit Ay Yildiz natürlich exorbitant schlimmer.“

Wie es weitergehen soll, weiß Henkel immer noch nicht: Ay Yildiz hat für die kommende Serie gemeldet und findet sich in der vorläufigen Einteilung in der Staffel Mitte der 3. Kreisklasse wieder. Allerdings hat der Schiedsrichterausschuss entschieden, für Ay Yildiz-Spiele keine Schiedsrichter mehr anzusetzen.

Henkel weiß noch nicht, wie der Spielausschuss mit der Sache umgehen soll

„Wir wissen noch nicht, wie wir damit umgehen sollen“, sagt Henkel. Am Dienstag soll auf einer Sitzung des Spielausschusses über die weitere Vorgehensweise beratschlagt werden. Das Reglement sehe vor, dass in Fällen, in denen ein Schiedsrichter fehlt, die Heimmannschaft einen Unparteiischen, eine neutrale Person, stellt. „Aber wer will das übernehmen. Und welches Team tritt zukünftig noch gegen Ay Yildiz an?“, fragt sich Henkel.

Seine Hoffnungen ruhen unter anderem auf einer Gesprächsrunde mit Schiedsrichtern und Vertretern von Ay Yildiz. „Ich werde jetzt über das Mail-Postfach des DFBnet um einen Gesprächstermin mit Ay Yildiz bitten.“

In Hannover gibt es Mediatoren, die Konflikte lösen

Erhalte er keine Antwort, wolle er mit dem Verband sprechen um auszuloten, was es im vorliegenden Fall für Möglichkeiten gibt. „In Brennpunkten in Hannover gibt es jeden Donnerstag eine Runde mit Mediatoren, in denen über Spielabbrüche gesprochen und vermittelt wird“, sagt Henkel. In Göttingen herrscht dagegen Unklarheit: „Ich weiß noch nicht, wo es hingeht.“

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