26. März 2020 / 18:20 Uhr

Spielausschussvorsitzender Thomas Leitert: "Wir müssen uns in Geduld üben"

Spielausschussvorsitzender Thomas Leitert: "Wir müssen uns in Geduld üben"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eines der letzten ausgetragenen Spiele in der Kreisliga West war das Derby zwischen dem SSV Einheit Perleberg II und FSV Veritas Wittenberge/Breese II. 
Eines der letzten ausgetragenen Spiele in der Kreisliga West war das Derby zwischen dem SSV Einheit Perleberg II und FSV Veritas Wittenberge/Breese II.  © Stefan Peglow
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Der Spielleiter des Fußballkreises Prignitz/Ruppin erwartet Entscheidung über weiteren Saisonverlauf.

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Fußballfreunde können schauen wohin sie wollen, weder im Freien noch in der Halle oder im Fernsehen rollt der Ball. Der Spielbetrieb und auch das Training wurden eingestellt. Das ist zunächst bis zum 19. April festgeschrieben. Aus den Prignitzer Vereinen, egal ob sie auf Kreis- oder Landesebene kicken, ist einhellig zu hören: Derzeit gibt es Wichtigeres, als Fußball zu spielen. Erst sollten wir Corona überwinden, dann können wir langsam wieder an unseren Sport denken.

Während sich Vertreter der drei auf Landesebene kickenden Herrenmannschaften aus dem Nordwesten schon vage zu dem möglichen Szenarien, wie es mit dem Spielbetrieb weitergehen könnte, äußerten, sind die Vertreter der Kreisvereine noch sehr zurückhaltend mit ihren Überlegungen. Viele, ob nun Trainer oder aktive Spieler, haben die Saison noch nicht aufgegeben und hoffen zunächst, dass es nach Ostern weitergehen kann. Nachholspieltage gebe es ja noch genug. Doch mancherorts herrscht Realismus vor: „Wir sehen ja woanders, dass es mit der Pandemie nicht so schnell zu Ende geht, wie es sich wohl jeder wünscht“, meint Einheit Perlebergs Jugendleiter und Platzwart Ulf Liebmann. „Trotzdem gebe ich die Hoffnung noch nicht auf, dass hier im Sommer doch gespielt werden kann.“

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„Wir müssen uns in Geduld üben“, meint Thomas Leitert. Der Vorsitzende des Spielausschusses des Fußballkreises Prignitz/Ruppin (FKPR) fährt fort: „Diese Situation ist alles andere als einfach. Es ist schwer etwas vorherzusagen. Bis zum 19. April wird definitiv nicht gespielt. In Neustadt an der Dosse und in Weisen sind die Plätze vom Amt sogar bis Ende April gesperrt. Der Stand ist: Wir haben fünf, sechs Nachholspieltage. An denen alles nachzuholen, ist fast unmöglich. Denn viele Vereine sind nicht in der Lage, in der Woche Spiele nachzuholen“, weiß Leitert. Auch eine eventuelle Saisonverlängerung könnte sich als nicht einfach erweisen. „Falls es so etwas geben sollte, Ende Juni beginnen die Ferien. Und der Start der neuen Saison ist dann auch nicht mehr fern. Da sind ganz viele Sachen zu bedenken. Zunächst ist einmal der Landesverband am Zug, von ihm muss die Richtung vorgegeben werden. Dann kann der Kreisverband handeln.“ Der Spielleiter fügt an: „Es gibt einfach Wichtigeres zu tun als Fußball zu spielen. Wir können davon ausgehen, dass es, wenn die Saison nicht weitergeht, Härtefälle geben wird. Fußball hat in der aktuellen Situation keine Priorität.“

Etwas entspannter gestaltet sich die Situation mit den Nachholspielen bislang noch in der Kreisliga der Frauen. „Es betrifft bis jetzt die restlichen beiden Spieltage der Vorrunde und die ausstehenden Nachholspiele. Wie es weitergeht, müssen wir dann im Spielausschuss und im Vorstand besprechen“, informierte Staffelleiterin Marlene Knoll.

Bei den Kickern von Hertha Karstädt – Herren, Altherren und Junioren – „ruht alles“, bestätigt Sven Möller. Der Coach der Kreisoberliga-Elf aus dem Norden der Prignitz legt nach: „Das gilt auch für den Kontakt untereinander. Wenn es was ganz Wichtiges gibt, gehen wir über unsere WhatsApp-Gruppen und versuchen dort, über das Wichtigste zu kommunizieren. Was den weiteren Verlauf der Saison betrifft bin ich total überfragt, denn alle Spiele nachzuholen wird sehr schwer werden, da es ja auch schon im Juni Ferien geben wird. Ich denke wir müssen erstmal allgemein schauen, wie lange die Coronaphase überhaupt anhalten wird. Spekulieren möchte ich einfach nicht.“

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Besonders interessiert verfolgen die Kicker des Pankower SV Rot-Weiß das Geschehen. Denn die erste Herrenmannschaft führt in der Kreisliga West die Tabelle verlustpunktfrei an. Im Sommer starteten die Männer um das Trainerduo Patrick Raczkowski und Werner Kauffmann mit dem Ziel in die Spielserie, den Aufstieg in die Kreisoberliga zu schaffen. Bis zur Winterpause lief alles im Sinne der Pankower. Nun hat Corona deren Vorhaben erstmal ausgebremst. „So gern wir aufsteigen wollen, müssen wir einfach abwarten was passiert. Wenn die Saison vorfristig beendet und alles zurückgesetzt wird, akzeptieren wir das“, meint der Groß Pankower Vereinschef Hagen Franzke.

„Dann arbeiten wir eben in der neuen Saison wieder an unserem Aufstiegsvorhaben. Der Vereinschef fügt an: „Probleme sehe ich in der neuen Spielserie keine auf uns zukommen. Wir sind in unserem Verein keine finanziellen Verpflichtungen, weder für die aktuelle noch für die kommende Saison, eingegangen. Der Zusammenhalt und die Leistungsbereitschaft bei unseren Fußballern stimmen. So können wir völlig unbelastet in eine neue Spielserie starten. Andere Vereine trifft die aktuelle Situation sicher viel härter. Wir werden abwarten, was die übergeordneten Verbände entscheiden. Zunächst kommt es darauf an, dass wir gesund bleiben und unsere Spieler auch ihre Arbeit behalten.“

Übrigens ist die aktuelle Spielpause für die angeschlagenen und verletzten Spieler mehrerer Teams auch die Chance sich wieder zu regenerieren, weiß so mancher Coach.

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