10. Mai 2020 / 10:36 Uhr

Spielberater Volker Struth erwartet weniger Großtransfers - aber keine Änderung des Geschäfts

Spielberater Volker Struth erwartet weniger Großtransfers - aber keine Änderung des Geschäfts

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Glaubt nicht, dass sich die Branche grundlegend ändern wird: Berater Volker Struth (Mitte), hier mit seinem Klienten Toni Kroos (links) und dessen Bruder Felix.
Glaubt nicht, dass sich die Branche grundlegend ändern wird: Berater Volker Struth (Mitte), hier mit seinem Klienten Toni Kroos (links) und dessen Bruder Felix. © imago images/Eibner
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Der Berater von Marco Reus und Toni Kroos glaubt nicht daran, dass die Coronakrise die Fußball-Branche grundlegend ändern wird. In diesem Jahr sei ein Transfer von Kai Havertz für 120 Millionen Euro aber unwahrscheinlich. Zudem hält er die Debatte um den Re-Start der Liga für eine "Neiddebatte".

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Spielerberater Volker Struth rechnet im Zuge der Corona-Krise nur noch mit ganz wenigen Großtransfers im Fußball. „Wenn, dann nur im unteren Millionenbereich. Aber Real Madrid, um ein Beispiel zu nennen, wird Kai Havertz nicht für 120 Millionen aus Leverkusen holen“, sagte Struth der Bild am Sonntag. Der 54-Jährige erwartet in der nächsten Transferperiode viele Leihgeschäfte.

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Langfristig werde sich das Geschäft nicht grundsätzlich ändern. „Ich denke, dass wir im Sommer 2021 noch mal eine ähnlich maue Transferperiode haben werden. Danach aber werden wir langsam wieder zu Zuständen zurückkehren, wie wir sie von vor der Krise kennen“, betonte Struth, der mit seiner Firma unter anderem die Nationalspieler Toni Kroos und Marco Reus berät.

Struth: Fußball in einer "Neiddebatte"

Deutschland sei in der Corona-Krise aber „nicht nur medizinisch deutlich besser dran als der Rest Europas“, sagt Struth. „Sie glauben gar nicht, wie viele Anrufe wir gerade bekommen aus europäischen Ligen, die Spieler nach Deutschland bringen wollen. Weil sie verkaufen müssen.“

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Dass der Fußball derzeit in der Öffentlichkeit so kritisch gesehen wird, hält Struth für eine „Neid-, aber auch eine Gerechtigkeitsdebatte“. Viele Menschen könnten nicht verstehen, welche außergewöhnliche Rolle der Fußball derzeit medial einnehme. „Wenn im Fußball nur ein Zehntel von dem verdient werden würde, was jetzt verdient wird, wäre die Debatte nicht so groß“, sagte Struth und verwies darauf, dass der Fußball 55.000 Arbeitsplätze schaffe und für 1,4 Milliarden Euro Steuereinnahmen sorge.

Auch die große Kritik an seiner Branche hält er nicht für gerechtfertigt. „Man kann uns doch keinen Vorwurf daraus machen, wenn ein durchschnittlicher Rechtsverteidiger plötzlich 15 Millionen kostet“, sagte Struth.