07. Juni 2022 / 22:45 Uhr

Hofmann-Tor gegen England nicht genug: Elfmeter kostet Flick den ersten Sieg gegen eine Top-Nation

Hofmann-Tor gegen England nicht genug: Elfmeter kostet Flick den ersten Sieg gegen eine Top-Nation

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Nationalmannschaft kassierte gegen England einen späten Nackenschlag.
Die deutsche Nationalmannschaft kassierte gegen England einen späten Nackenschlag. © IMAGO/Schüler/kolbert-press (Montage)
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Die deutsche Nationalmannschaft bleibt unter Bundestrainer Hansi Flick weiter ohne Sieg gegen eine große Fußball-Nation. Beim 1:1 gegen England kassierte man kurz vor Schluss per Foulelfmeter den Ausgleich. Am Samstag geht es nun gegen Ungarn.

Die deutsche Nationalmannschaft muss unter Hansi Flick weiter auf den ersten Sieg gegen eine sogenannte "große Fußball-Nation" warten. Nach dem 1:1 zum Nations-League-Auftakt am vergangenen Samstag bei Europameister Italien reichte es für das DFB-Team am Dienstagabend in München auch gegen den EM-Zweiten England nur zu einem 1:1 (0:0). Damit misslang die angepeilte Revanche für das bittere Aus im Achtelfinale der Europameisterschaft im vergangenen Jahr. Im letzten Spiel unter Flick-Vorgänger Joachim Löw hatten Kapitän Manuel Neuer & Co. gegen die "Three Lions" mit 0:2 den Kürzeren gezogen. .

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Dafür, dass es nun ein wenig besser ausging und Flick auch in seinem elften Spiel als Bundestrainer ohne Niederlage blieb, sorgte auch Jonas Hofmann, der die DFB-Auswahl in Führung brachte (51.). Der zuvor von Nico Schlotterbeck gefoulte Harry Kane glich kurz vor dem Ende per Elfmeter aus (88.). Am kommenden Samstag geht es für die Deutschen nun in Budapest gegen Ungarn.

Flick hatte seine Startelf im Vergleich zur Partie in Bologna einem radikalen Umbau unterzogen und sieben neue Kräfte gebracht. So wurde der Bayern-Block aufgelöst, Spieler wie Leroy Sané, Serge Gnabry oder Leon Goretzka blieben bei ihrem "Heimspiel" in der Allianz Arena zunächst auf der Bank. Stattdessen durften unter anderem deren Klubkollege Jamal Musiala, Ilkay Gündogan oder Kai Havertz beginnen. "Das ist keine Konsequenz aus dem Italien-Spiel. Wir haben nach einer langen Saison vier Spiele. Wir haben eine große Qualität und Dichte in der Mannschaft", erklärte der nach dem Remis gegen den Europameister unzufriedene Bundestrainer seine umfangreichen personellen Veränderungen im ZDF.

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Nachdem beide Mannschaften vor dem Anpfiff einen gemeinsamen Kniefall als Zeichen gegen Rassismus gemacht hatten, griffen die Maßnahmen des DFB-Chefcoaches in der Anfangsphase sofort. Die deutsche Mannschaft drückte umgehend aufs Tempo und übernahm das Kommando. Nach zwei Minuten kam der Ball über David Raum zu Havertz - doch Jordan Pickford im englischen Tor parierte den Schuss des Chelsea-Profis. Wenig später die nächste gute Chance der Gastgeber. Dieses Mal rettete Kyle Walker in letzter Sekunde vor Thomas Müller (3.). England überstand den druckvollen Beginn der DFB-Auswahl schadlos und kam durch Kane zum ersten Abschluss. Neuer hatte mit dem Versuch des Stürmers aber keine Probleme (7.).

In der Folge beruhigte sich die Partie ein wenig - zumindest mit Blick auf klare Torraumszenen. Zwar zappelte der Ball nach einem Heber von Müller das erste Mal im englischen Netz (13.), doch die Partie war wegen einer Verletzung des wenig später bereits ausgewechselten Kalvin Phillips unterbrochen (13.). Auch zehn Minuten später jubelten die Deutschen zu früh. Dieses Mal stand der vermeintliche Torschütze Hofmann bei einem starken Steilpass von Schlotterbeck im Abseits. Im Anschluss blieb es eine abwechslungsreiche Partie mit kleineren Möglichkeiten auf beiden Seiten. Besonders Musiala profilierte sich immer wieder mit guten Ideen und sehenswerten Szenen.

Der 19-Jährige war es dann auch, der kurz vor der Pause noch einmal für echte Gefahr sorgte. Sein Schuss geriet aber zu zentral und landete in den Armen von Pickford. In der achtminütigen Nachspielzeit des ersten Durchgangs erspielten sich dann die Gäste Vorteile. Bukayo Saka zwang Neuer zu einer Glanzparade (45.+1) und verfehlte den deutschen Kasten auch drei Minuten später nur knapp. So ging es ohne Tore in die Pause.

Sechs Minuten nach Wiederbeginn brachte Hofmann das DFB-Team dann in Führung. Havertz passte den Ball zu Joshua Kimmich, der direkt auch den Gladbacher weiterleitete. Hofmann, der auf dem rechten Flügel offensiver als zuletzt in der Nationalmannschaft gewohnt agierte, hatte im Strafraum reichlich Platz und versenkte die Kugel kompromisslos. England suchte nicht lang nach einer Antwort. Auch Mason Mount fand bei einem Distanzschuss jedoch seinen Meister in Neuer. Die "Three Lions" blieben dran, in ihren Aktionen aber nur wenig gefährlich. Flick reagierte derweil und nahm die ersten Wechsel vor Timo Werner und Gnabry kamen für Musiala und Hofmann (66.).

Seine Mannschaft wehrte sich erfolgreich gegen die sich um den Ausgleich bemühten Gäste und wären durch Müller fast zum 2:0 gekommen. Pickford parierte die Direktabnahme des Routiniers stark (70.). Sechs Minuten später hatten die Engländer dann ihre bis dahin größte Möglichkeit zum 1:1. Der kurz zuvor eingewechselte Jack Grealish setzte Kane in Szene - wieder war Neuer glänzend aufgelegt und stand einem Treffer des Vize-Europameisters im Weg (76.). Bei Kanes Elfmeter war dann aber auch der Kapitän machtlos.